Frauen- und Familienförderung in Betrieben Ausnahme
Nürnberg Frauen- und Familienförderung ist in deutschen Unternehmen noch immer die Ausnahme.
Im Jahr 2008 hat es laut einer Studie nur in etwa jedem zehnten Betrieb Vereinbarungen zur Förderung der Chancengleichheit von Frauen gegeben.
Das berichtete das Nürnberger Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) am Mittwoch (18.11). Das Forschungszentrum der Bundesagentur für Arbeit (BA) hatte dazu 16 000 Betriebe befragt.
In vier Prozent der befragten Unternehmen und Behörden seien für die Frauen- und Familienförderung Vereinbarungen getroffen worden, in sechs Prozent sei die Förderung in Tarifverträgen verankert. Weitere vier Prozent der Unternehmen hätten sich freiwillig dazu verpflichtet, ohne eine Vereinbarung abzuschließen. In den übrigen 87 Prozent gebe es weder Vereinbarungen noch Initiativen.
Auffällig ist nach Erkenntnissen der Arbeitsmarktforscher, dass im öffentlichen Dienst entsprechende Vereinbarungen häufiger seien als in der Privatwirtschaft. Seit der jüngsten Umfrage im Jahr 2004 habe sich daran nur wenig geändert. So sei der Anteil der Betriebe mit Kinderbetreuungsangeboten, Hausaufgabenhilfen oder anderen Formen der Kinderbetreuung bis 2008 lediglich von zwei auf sechs Prozent gestiegen.
Der Anteil der Betriebe mit Elternteilzeitangeboten kletterte zwischen 2004 und 2008 von 11 auf 21 Prozent. Dagegen gab es bei der gezielten Karriereförderung von Frauen kaum Veränderungen, wie das IAB betonte. Auch im Jahr 2008 hätten nur rund fünf Prozent der Betriebe sogenannte Mentoring-Programme oder eine gezielte Karriereplanung für Frauen angeboten. Damit sei die Bilanz «insgesamt eher ernüchternd», betonten die Arbeitsmarktforscherinnen Susanne Kohaut und Iris Möller.
Die Studie im Detail: http://dpa-q.de/frauenfoerderung
dpa-infocom
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