Deutsche Aktien schließen mit Gewinnen
Frankfurt/Main - Erfreuliche US-Konjunkturdaten haben dem deutschen Aktienmarkt am Mittwoch Gewinne ermöglicht. Allerdings fielen die wichtigsten Indizes bis zum Handelsschluss hinter ihre Tageshöchststände zurück.
Der Dax verabschiedete sich 0,58 Prozent höher als am Vorabend bei 5.803,02 Punkten. Beim MDax reichte es letztlich für Kursaufschläge von 0,14 Prozent auf 7.334,37 Zähler. Am besten behauptete sich der TecDax, der um 1,38 Prozent auf 791,85 Punkte zulegen konnte.
"Die Daten haben allerdings nicht ausgereicht, dem Markt deutlich Auftrieb zu geben", erläuterte Marktstratege Hans-Jürgen Delp von der Commerzbank. Vor dem morgendlichen US-Feiertag "Thanksgiving", an dem die amerikanischen Börsen geschlossen bleiben, sowie dem verkürzten US-Freitagshandel "glaube ich auch nicht, dass größere Positionen eingegangen werden". Der Blick der Anleger richtet sich laut Delp eher schon auf die kommende Woche. Dann werde sich entscheiden, ob der Dax es endlich nachhaltig über die Marke von 5.800 Punkten schaffe.
Die unerwartet teure Übernahme der Dresdner Bank ließ Commerzbank-Titel um 1,55 Prozent auf 6,340 Euro sinken , sie belegten damit den vorletzten Platz im Dax. Mit 2,5 Milliarden Euro wird die Integration rund eine halbe Milliarde mehr kosten als ursprünglich anvisiert. Dafür verspricht sich das Institut mittelfristig auch höhere Kosteneinsparungen aus der Übernahme. An den Zielen für die nächsten Jahre hält Commerzbank-Chef Martin Blessing dennoch fest. Händler maßen den Aussagen indes wenig Kursrelevanz bei.
Aktien von Infineon büßten angesichts enttäuschter Übernahmefantasien 1,23 Prozent auf 3,210 Euro ein. Der Elektronikkonzern Samsung wies Spekulationen um ein Interesse am deutschen Halbleiterhersteller zurück, die dessen Aktie am Vortag noch an die Dax-Spitze gehievt hatten.
MAN-Papiere gehörten mit einem Abschlag von 1,26 Prozent auf 58,20 Euro ebenfalls zu den schwächsten Werten. Nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" will VW-Aufsichtsratsvorsitzender Ferdinand Piech die Nutzfahrzeughersteller MAN und Scania nicht fusionieren, sondern MAN als eigenständige Marken an den größten europäischen Autohersteller anbinden - so wie es mit Scania bereits geschehen ist. Außerdem schrieb das Blatt, nach dem Rücktritt von Unternehmenschef Hakan Samuelsson könnte weitere Vorstände ihren Posten verlieren.
Dagegen bauten K+S-Titel dank abermaliger Gerüchte über eine bevorstehende Kapitalerhöhung ihre Gewinne auf 4,04 Prozent und 43,29 Euro aus. Händler verwiesen auf einen Bericht in "Der Aktionärsbrief", den Börsenbrief von Daniel Bernecker. Dort heißt es, da die Eigenkapitalquote des Düngemittel- und Salzherstellers unter die Zielspanne von 35 bis 45 Prozent gerutscht sei, habe das Unternehmen die Deutsche Bank und Morgan Stanley mit der Vorbereitung einer Kapitalmaßnahme betreut. Es gehe um die Ausgabe von 16,5 Millionen neuen Aktien, was die Gewinne um etwa zehn Prozent verwässern würde. Zudem habe es zuletzt Spekulationen um ein Interesse des legendären US-Investors Warren Buffet gegeben.
Charttechnische Gründe trieben die Anteilsscheine von Adidas um 3,92 Prozent auf 37,69 Euro hoch. Nachrichten gab es zwar keine, aber der Aktienkurs des Sportartikelherstellers habe es geschafft, das Hoch des vergangenen Monats zu durchbrechen. Das deute auf ein Ende der Konsolidierung hin, erläuterte Thomas Nagel, technischer Analyst und Händler bei Equinet. Hingegen drückten negative Studien und die laut einem Pressebericht höheren Kosten für den Militärtransporter A400M EADS-Aktien mit minus 4,83 Prozent auf 12,22 Euro, was den letzten Platz im MDax bedeutete.
Im TecDax behaupteten sich Nordex-Titel nach einer Hochstufung mit Gewinnen von 1,08 Prozent auf 1,22 Euro recht gut. Die Deutsche Bank hatte zuvor die Aktie von "Sell" auf "Hold" hochgestuft und das Kursziel von 8,00 auf 9,50 Euro angehoben. Die Bewertung begrenze das Abwärtsrisiko, schrieb Analyst Alexander Karnick in der Studie. Die vom Windkraftanlagenbauer vorgelegten Zahlen zum dritten Quartal hätten seinen Erwartungen entsprochen.
dpa-infocom
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