pic Zählpixel
kalaydo leftkalaydo logo
RZ-Blog  |  Twitter  Mobil&RSS  |  Kontakt
suchen im
Lexikon
RZ-Online-Archiv
Zeitungs-Archiv
Internet
< Schnell-Navigation >
KinoWelt VideoWelt FotoWelt MeineWelt
 

Alles freiwillig: 39 Kontrollen in elf Monaten

Markus Fachbach ist Triathlet im Commerzbank-Team, dessen Sponsor Wert darauf legt, dass die beschäftigten Sportler als sauber gelten.

Es wurde ein Vertrag mit der Nada unterzeichnet, wonach überdurchschnittlich häufig unangekündigt im Training getestet wird.

Daraus entstand ein vorbildhaftes Kontrollprogramm, dem sich auch Fachbach freiwillig unterzieht. "Ich stehe voll dahinter", sagt der Koblenzer, "auch wenn das für mich bedeutet, dass ich viele Einschnitte in meinen Freiheiten akzeptieren muss." Ironman-Triathleten wie Fachbach, die in der Woche bis zu 40 Stunden trainieren und Wettkämpfe absolvieren wie den Ironman auf Hawaii, das schwerste Eintagesrennen der Welt, stehen unter Generalverdacht: Solche Extrembelastungen sind sauber nicht möglich!

Das Commerzbank-Team will den Gegenbeweis antreten und hat als Beraterin Sylvia Schenk an Bord genommen. Die in Sachen Doping streitbare Frankfurterin trat einst als Präsidentin beim Bund Deutscher Radfahrer ab, als sie spürte, dass sie sich mit ihrer harten Haltung nicht nur Freunde machte.

"Für mich gibt es nur den Weg sauberer Sport, sonst würde ich aufhören", sagt Fachbach, der bei internationalen Wettkämpfen unangenehme Erfahrungen mit den unterschiedlichen Herangehensweisen gemacht hat. "Es gibt Rennen, da müsste dringend kontrolliert werden, aber dann gibt es doch keine Kontrollen."

Im Jahr 2009 wurde der Koblenzer bereits 21 Mal getestet, womöglich so häufig wie die halbe Fußball-Nationalmannschaft zusammen. Morgens um 6 Uhr klingelt es, abends um 21 Uhr, zu Hause, am Studienort, im Schwimmbad, im Trainingslager. "Bis auf drei Kontrollen gab es immer sowohl Blut- als auch Urintests", sagt Fachbach. Macht 21 Urin- und 18 Blutkontrollen.

Das Aderlassen wurde zur Routine , die genauso anstrengend ist wie das Abmeldesystem mit der Ein-Stunden-Regel. Aber: "Um zu belegen, dass ich sauber bin, nehme ich das gern in Kauf", sagt der 27-Jährige. Sein Vertrag enthält eine Klausel, die ihn zur Rückzahlung von Geldern verpflichtet, falls ein Test positiv wäre.

"Die Proben werden eingefroren und können nachkontrolliert werden", erklärt Fachbach, "es wird dann nachgeschaut, ob wir Substanzen genommen haben, die in den Jahren zuvor nicht nachweisbar waren." Ein Teil der Sponsoringsumme wird bis zwei Jahre nach Vertragsende einbehalten.

Fachbach hat sich an die vielen Kontrollen gewöhnt, manchmal ist es sogar richtig lustig: Neulich klingelte es am frühen Morgen; Fachbachs Vater öffnete die Tür. "Guten Tag, sind Sie Herr Fachbach? Blutkontrolle!", sagte der Mediziner, der zum ersten Mal bei den Fachbachs klingelte. Der Vater lächelte: "Schon, aber ich bin der Falsche." Der Arzt wirkte irritiert, denn Fachbachs Vater trug einen Trainingsanzug. "Wir testen häufiger Seniorensportler", sagte der Kontrolleur bestimmt. Fachbach grinste: "Jaja, aber Sie suchen meinen Sohn - und der ist gerade im Bad mit einem Ihrer Kollegen und gibt eine Urinprobe ab."

RZO

Sie benötigen Flash Player 9, um den RZ-Video-Player ansehen zu können.
RZ-Blog