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Papa in der Babypause: Viele Firmen haben Vorbehalte

Rheinland-Pfalz Viele rheinland-pfälzische Unternehmen stehen der Elternzeit von Männern skeptischer gegenüber als der von Frauen.

Dies sagte Familienministerin Malu Dreyer (SPD) bei der Vorstellung der vom Land in Auftrag gegebenen "Väter-Studie". Wie offen die Unternehmen für die familiären Belange ihrer Beschäftigten sind, hängt demnach stark von der Größe, der Branche und dem Frauenanteil ab. Zugleich zeigten sich 91 Prozent der befragten Frauen und Männer überzeugt, dass mehr Väter Elternzeit beantragen würden, wenn diese keinen Karriereknick befürchten müssten.

In der "Väter-Studie" wurde untersucht, welche Rahmenbedingungen nötig sind, damit Männer Familie und Beruf besser vereinbaren können. Das Frankfurter Institut für Sozialarbeit und Sozialpädagogik (ISS) befragte dafür in Rheinland-Pfalz 308 Personalverantwortliche aus Betrieben mit mehr als 20 Mitarbeitern sowie 301 Männer und Frauen zwischen 16 und 35 Jahren. Die wichtigsten Ergebnisse der Studie:

● Es gibt eine gedankliche Abkehr vom Modell "Mann als Brotverdiener", die aber bei 68 Prozent der Befragten noch nicht praktisch umgesetzt ist.

● Traditionelle Rollenbilder sind bei Menschen mit einfacherer Bildung und mit Migrations-Hintergrund stärker ausgeprägt.

● Fast 60 Prozent glauben, dass eher Väter als Mütter bei Firmenchefs keine Unterstützung erfahren, wenn sie Elternzeit beanspruchen.

● Väter fürchten finanzielle und berufliche Nachteile durch die Elternzeit. Die Akzeptanz im Beruf wird als ausschlaggebend angesehen, damit mehr Väter Elternzeit nehmen.

● Ein Drittel der Betriebe gibt an, es gebe keinen Bedarf für Elternzeit.

● Betriebe mit mehr als 250 Beschäftigten und hohem Frauenanteil sind familienfreundlicher.

● Es gibt eine Tendenz zu einer defensiven Familienpolitik in den Betrieben. Viele zeigen lediglich Interesse, machen aber nichts.

● Die Entscheidung für Elternzeit fällt sehr früh und kann sogar Voraussetzung für eine Schwangerschaft sein.

● Väter bewerten die durch Elternzeit entstandene Bindung zum Kind durchweg positiv und als Gewinn.

"Wir wollen Väter stärker zur Elternzeit ermutigen", erklärte Dreyer zu der Studie. "Ziel muss es sein, Frauen und Männern echte Wahlfreiheit zu geben, wie sie die Erziehung gestalten." Das Land will insbesondere kleinere und mittlere Betriebe bei familienfördernden Maßnahmen unterstützen. Bisher beträgt der Anteil von Vätern in Elternzeit im Land zwölf Prozent - 1,7 Prozentpunkte weniger als der Bundesdurchschnitt. 2008 beantragten 4216 Männer aus Rheinland-Pfalz Elterngeld.

RZO