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Augen auf beim Hundekauf: Tier nicht ungeprüft nehmen

Bonn/Dortmund Meist dauert es einige Zeit, bis die Entscheidung steht: Ein Hund soll das nächste Familienmitglied werden. Doch woher bekommen Hundefreunde einen gesunden Vierbeiner?

Die Möglichkeiten sind vielfältig, und deswegen empfiehlt es sich, aufmerksam und kritisch vorzugehen. Wer sich einen Hund anschaffen will, könne erst einmal im Tierheim vorbeischauen, rät Katrin Umlauf vom Deutschen Tierschutzbund in Bonn. «Die Tiere dort freuen sich, wenn sie eine neue Familie bekommen, sind oft stubenrein und können bereits eine Erziehung haben.» Soll es aber eine spezielle Rasse oder ein Welpe sein, muss der Halter in spe nach einem Züchter suchen.

Um sich ein Bild vom Zuchtbetrieb zu machen, kommen Interessenten nicht umhin, dort vorbeizuschauen. «Das sollte nicht anders sein als beim Partner fürs Leben», sagt Udo Kopernik vom Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH) in Dortmund. «Da schaut man sich ja schließlich häufig auch erst das Elternhaus an.»

Beim Züchter ist darauf zu achten, ob die Tiere fröhlich und neugierig sind, rät Ute Zogbaum, Tierärztin in Melle - Welpen ebenso wie Elterntiere. «Außerdem können sie prüfen, ob die Hunde in einer alten Garage oder einem verdreckten Schweinestall gehalten werden - oder bei einer Familie in gepflegter Umgebung aufwachsen.»

Der Hundenachwuchs sollte beim Verkauf nicht jünger als acht oder neun Wochen sowie entwurmt, geimpft und mit Impfpass ausgestattet sein, erläutert Zogbaum. «Da sollte man auf keinen Fall irgendwelche Ausreden gelten lassen.»

Wichtig ist auch, auf den Züchter zu achten. «Bietet er dem Käufer einen Besuch an? Und fragt er nach den künftigen Haltungsbedingungen für den Hund?», sagt Kopernik. Diese Fragen sind entscheidend, weil der Züchter den Grundstein für ein sozialverträgliches Tier legt. «Um sich später einzupassen, müssen Hunde in den ersten Lebenswochen beim Züchter viele Reize kennenlernen - von Geräuschen bis hin zu Kontakten zu vielen unterschiedlichen Menschen», erklärt Zogbaum. «In dieser Zeit ist das Gehirn des Hundes in rasanter Entwicklung.»

In der Zeitung oder im Internet inserieren nicht nur private Halter, sondern auch Züchter - und nicht nur seriöse. «Im Jahr werden rund 150 000 Welpen vor allem aus Osteuropa importiert», erläutert Kopernik. «Das geschieht nicht immer nach den Regeln des Imports, sind die Tiere doch meist zu jung und noch ungeimpft.

Katrin Umlauf nennt ein weiteres Kriterium: «Wenn ein Züchter ständig inseriert und viele verschiedene Rassen anbietet, ist das auffällig.» Dann sei die Wahrscheinlichkeit groß, dass es sich um einen Händler handelt hat oder um eine «reine Produktionsstätte».

Auch Zogbaum warnt davor, ein Tier ungesehen aus dem Internet zu bestellen sowie vor Händlern, die Welpen aus dem Kofferraum heraus verkaufen. «Dabei handelt es sich oft um billige Rassehunde.» Doch nur auf den Preis sollte niemand achten: Werden Hunde gut gezüchtet, ist das nicht billig. Wer sich gerne einen Welpen kaufen möchte, sollte daher nach Zogbaums Worten etwa 500 bis 1500 Euro einplanen. Von Aliki Nassoufis, dpa

dpa-infocom



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