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Igel überwintern am besten im Freien

Berlin/Hamburg Igel gehören zu den beliebtesten heimischen Wildtieren.

Jedes Jahr im Spätherbst nehmen Gärtner und Spaziergänger Exemplare der Vierbeiner mit nach Hause, um sie dort überwintern zu lassen. Doch nicht alle aufgefundenen Igel sind auf Hilfe angewiesen.

Igel sind dämmerungs- und nachtaktiv. «Besonders gern fressen sie Regenwürmer», sagt Andreas Kinser von der Deutschen Wildtierstiftung in Hamburg. Bei Gefahr rollen sie sich zur Kugel zusammen und stellen ihre rund 8000 Stacheln auf. Igel leben gern in naturnahen Gärten: Darin finden sie reichlich Futter und Unterschlupf.

Da Igel etwa von Oktober bis März Winterschlaf halten, suchen sie sich im Herbst kuschelige Plätzchen. Schwerlich fündig werden sie in allzu aufgeräumten Gärten: Dort mangelt es an Nistbaumaterial. «Ideal für Igel wäre es, wenn man etwa in einer Ecke des Gartens einen Laub- und Reisighaufen liegen lässt», erklärt der Wildtierexperte.

Igel sind besonders geschützt und es ist verboten, sie einfach aufzulesen. Nur kranke oder verletzte Exemplare brauchen Hilfe. «Krankheitsanzeichen sind etwa Durchfall, ausgefallene Stacheln, Humpeln und röchelnder Atem», sagt Evamarie König vom Tierschutzbund Berlin. Ein solcher Igel wird am besten zu einem Tierarzt gebracht - oder in eine Igelstation. Dort kann er artgerecht versorgt werden. Adressen stehen auf der Webseite des Vereins Pro Igel aus Neumünster.

Auch Tiere, die im Winter bei Schnee herumlaufen, brauchen meist Hilfe. Laut Pro Igel sind es entweder kranke, alte oder sehr junge Tiere, die sich im Herbst nicht genug Fett angefressen haben. «Igel sollten Anfang November ein Mindestgewicht von 600 Gramm haben», sagt Kinser. Ist der gefundene Stachelträger zu leicht, können Tierfreunde ihm Katzenfutter aus der Dose oder ungewürztes Rührei geben. Milch ist dagegen nicht gut für Igel, erläutert Evamarie König.

Macht das Tier davon abgesehen einen gesunden Eindruck, sollte es nicht ins Haus geholt werden. «Man stellt dann besser im Garten einen Pappkarton mit Heu und Stroh auf und bietet darin das Futter an», sagt König. Dort kann der Igel sich fett fressen und Winterschlaf halten. So bleibt er unter Aufsicht und ist in natürlicher Umgebung.

Wer einen gesund gepflegten Igel auch während des Winterschlafes beherbergen will, muss über seine Bedürfnisse Bescheid wissen. Die Stachelträger fallen zum Beispiel nur in sehr kalter Umgebung in den Winterschlaf. Bei Temperaturen oberhalb von sechs Grad dösen sie nur - das ist laut Pro Igel sehr kräftezehrend.

Die Pro-Igel-Experten empfehlen für den Winterschlaf ein doppelt isoliertes Quartier: In einen großen, mit zerknülltem Zeitungspapier gefüllten Karton kommt eine kleinere, ausgepolsterte Kiste als Häuschen. So übersteht der Igel selbst grimmige Kälte. Sitzt er im Quartier, kann er noch ein paar Tage Futter bekommen. Er wird das Fressen automatisch einstellen, sobald er eingeschlafen ist.

Zeigen sich im Frühjahr die ersten warmen Sonnenstrahlen, ist es Zeit zum Aufwachen. Das beginnt meist bei einer Temperatur von etwa zehn Grad. Wer den Igel im Garten aufgelesen hat, stellt den Karton einfach dorthin. Wurde er irgendwo in der Landschaft gefunden, muss er an der gleichen Stelle wieder ausgewildert werden. «Igel sind sehr ortsbezogen», sagt Evamarie König, «sie brauchen ihr eigenes Revier.»

Infos über Igel samt Liste mit Igelstationen: www.pro-igel.de Igel und Parasiten Die Stacheln schützen Igel wirkungsvoll gegen Feinde, haben aber Nachteile: «Der Stachelpanzer ist auch ein toller Lebensraum für Flöhe und Milben», sagt Andreas Kinser von der Deutschen Wildtierstiftung in Hamburg. Wer einen Igel aufsammelt, behandelt ihn am besten mit speziellem Spray. Sonst verbreiten sich die Parasiten womöglich in der Wohnung. Beim Versorgen helfen Igelstationen und der Tierarzt, der dem Igel auch eine Wurmkur verabreichen kann. Von Rebecca Müller, dpa

dpa-infocom



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