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Nicht nur im Kino: Akita-Hunde haben ihren eigenen Kopf

Hamm/Rhauderfehn Heute erinnert eine Statue daran, was sich in den 1920er Jahren in Tokio ereignete: Der Hund Hachiko kam nach dem Tod seines Besitzers zehn Jahre lang täglich an die Stelle, wo er das Herrchen sonst nachmittags abgeholt hatte.

Und wartete und wartete. In Japan ist die Rasse Akita seitdem der Inbegriff für Treue. Doch sind die Hunde wirklich so, wie Cineasten es seit Mitte November auch in Lasse Hallströms Film «Hachiko» mit Richard Gere sehen können?

«Wenn sein Besitzer ein sehr gutes Verhältnis zu seinem Hund entwickelt, himmelt der ihn an und macht auch gern, was er ihm sagt», erklärt Angelika Kammerscheid-Lammers vom Akita Club in Hamm. «Um solch ein gutes Verhältnis zu entwickeln, sind Einfühlungsvermögen, viel Zuneigung, Zeit und Konsequenz ohne Härte der Schlüssel.»

Der japanische Akita ist ein kraftvoller, ruhiger Hund mit recht ursprünglichem Aussehen. Sein Fell kann Weiß, Rot oder auch dunkel gestromt sein. «Die Hunde haben Stehohren, einen über den Rücken gerollten Schwanz und ein für viele nordische Rassen typisches Haarkleid - einen Doppelmantel», sagt die Zuchtrichterin Petra Caspelherr aus dem ostfriesischen Rhauderfehn. Deshalb verlieren Akitas zweimal im Jahr komplett ihre Unterwolle. «Sie flusen dann wie verrückt, und man trägt das Fell plastiktütenweise raus.»

Sicher besteht eine gewisse Gefahr , dass der Akita durch den Film «Hachiko» zum Modehund wird - aber keine übermäßig große. «Denn für Anfänger ist die Rasse nicht geeignet, weil es sich um sehr eigenwillige Hunde handelt, deren Mimik Außenstehende meist nur sehr schwer lesen können und die ihren ganz eigenen Kopf haben», so Beate Vetter vom Verein Japan Akita aus Grävenwiesbach bei Bad Homburg.

«Auch Halter, die völligen Kadavergehorsam von ihren Hunden erwarten, sollten sich daher besser keinen Akita zulegen.» Wer an der Rasse interessiert ist, die mit dem American Akita einen Verwandten in den USA hat, informiert sich am besten bei Züchtern oder auf Schauen.

Ein Akita muss laut Caspelherr verstehen, warum er etwas machen soll und überlegt dann, ob das Sinn für ihn ergibt. «Das erste Mal, wenn man den Ball wegwirft, bringt er ihn wahrscheinlich zurück.» Beim zweiten Mal werde er sich aber wohl denken: «Mach es doch selbst.» Ein Akita braucht anspruchsvollere Beschäftigungen wie Fährtenarbeit und Suchspiele, aber auch Agility-Übungen.

Das Selbstbewusstsein der Rasse resultiert aus ihrer Geschichte. Benannt wurden die Hunde nach einer Präfektur der Insel Honshu. «Dort wurden sie für die Jagd auf Bären und Schwarzwild gezüchtet und als Lastenzughunde in den Bergen eingesetzt, um Baumstämme aus den Wäldern zu ziehen», erzählt Angelika Kammerscheid-Lammers.

In Gegenwart anderer Hunde ist ein Akita nicht einfach im Umgang - «wobei im Gegensatz zu den entspannten Weibchen vor allem die Rüden mit anderen Hunden unverträglich sind», sagt Kammerscheid-Lammers. Aber bei Auseinandersetzungen seien Verletzungen die Ausnahme: «Der Akita gebärdet sich schließlich meist nur, ohne wirklich zuzubeißen.»

Vetter zufolge mag er es auch nicht, wenn Artgenossen fröhlich wedelnd auf ihn zulaufen. «Der Akita will langsam und ruhig erst mal den anderen Hund untersuchen.» Dabei könne eines helfen: «Am besten ist es, er wird frühzeitig an Artgenossen gewöhnt und hat erwachsene Hunde um sich herum, die ihn in die Schranken weisen.»

Zuchtverein für den Akita & den American Akita: www.akita.de

Verein für den japanischen Akita: www.japan-akita.de Von Sascha Rettig, dpa

dpa-infocom



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