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Experte: Pechstein-Urteil «wasserdicht»

Berlin Das Urteil ist gesprochen, doch der Streit geht weiter.

Nach Ansicht von Sportrechtler Martin Nolte ist der Richterspruch des Internationalen Sportgerichtshofs CAS zur Sperre von Claudia Pechstein «wasserdicht».

Andere Experten hegen Zweifel , und die Pechstein-Seite hat angeblich 39 Verfahrens-Fehler gefunden. Die fünfmalige Eisschnelllauf-Olympiasiegerin darf nach dem CAS- Urteil jedenfalls nicht mehr wie bisher mit der deutschen Herren-Auswahl in Berlin auf dem Eis trainieren, hält sich aber mit Jogging und auf dem Rad-Ergometer fit.

Die Deutsche Eisschnelllauf-Gemeinschaft (DESG) stellte am 30. November Strafanzeige gegen Unbekannt, um Ermittlungen gegen mögliche Hintermänner voranzutreiben. Es bestehe der Verdacht des Verstoßes gegen Paragraf 6a das Arzneimittelgesetzes, heißt es in der Begründung, die in einer Pressemitteilung des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) verbreitet wurde. «Ich bin ausdrücklich dafür, dass die DESG Strafanzeige gegen Unbekannt erstattet. Das daraus resultierende Verfahren wird bestätigen, dass es keine Hintermänner und damit auch keinen Dopingfall gibt», erklärte Pechstein.

Der DOSB selbst entsprach nach einem Gespräch mit Pechstein dem Wunsch der Athletin, ihre persönliche Mitgliedschaft in der Sportorganisation so lange ruhen zu lassen, bis es zum rechtskräftigen Abschluss des Verfahrens vor dem Schweizer Bundesgericht gekommen sei. Das Treffen, an dem auch Spitzenvertreter des Bundesinnenministeriums (BMI) und der DESG teilnahmen, war am 29. November auf Einladung von DOSB-Präsident Thomas Bach zustande gekommen. Beim Schweizer Bundesgericht werden Pechsteins Anwälte in den nächsten 30 Tagen wegen angeblich zahlreicher Verfahrensfehler Einspruch gegen das CAS-Urteil einlegen.

Rückendeckung erhielten die CAS-Richter von Professor Nolte von der Universität Kiel. Kein staatliches Gericht «hätte es vermutlich besser gemacht», erklärte der Experte dem «Spiegel» zum CAS-Urteil und forderte Pechstein auf, über die Hintermänner Auskunft zu geben. «Die Kronzeugenregelung wäre eine goldene Brücke von Unrecht ins Recht. Sie könnte ihre Sperre auf ein halbes Jahr gekürzt bekommen», sagte der Vorstand der Nationalen Anti-Doping-Agentur NADA.

Claudia Pechstein hatte immer beteuert , dass sie nie gedopt habe und es daher auch keine Hintermänner geben könne. Umgehend wehrte sich die Berlinerin auf ihrer Homepage gegen die Äußerungen Noltes und nennt gleich zehn Punkte, inwiefern sie von den CAS-Richtern angeblich benachteiligt wurde. Erneut reklamierte sie dabei, dass sich der CAS im Verfahren nicht mit Bewertungen der Anti- Dopingexperten Rasmus Damsgaard und Walter Schmidt auseinandersetzte und dass mit verschiedenen Messsystemen völlig unterschiedliche Retikulozytenwerte ermittelt wurden.

Ein «wasserdichtes Urteil» sei nur möglich, wenn man «Befunde und Erkenntnisse in der Urteilsbegründung entweder völlig unberücksichtigt lässt, sie halbwahr wiedergibt oder ihnen eine bestenfalls nebensächliche Bedeutung beimisst. Und wenn man als Richter selbst Wissenschaftler spielt», bemerkte Pechstein und griff damit erneut die CAS-Juristen an.

Zunächst muss laut Nolte nun das Schweizer Gericht entscheiden, ob es die Beschwerde der Pechstein-Anwälte überhaupt annimmt. «Da müssen schon wesentliche Verfahrensgrundsätze verletzt worden sein», sagte Nolte und analysierte: «Mit der Strategie der totalen Konfrontation jedenfalls hat sie Schiffbruch erlitten.»

Pechsteins Anwalt Simon Bergmann sieht hingegen kein Problem darin, dem CAS Fehler in der Urteilsbegründung nachzuweisen. «Dafür gibt es jede Menge Anhaltspunkte», sagte er der Tageszeitung «BZ». Manager Ralf Grengel wird konkreter: «Unser Anwalt hat mindestens 39 Fehler, die für einen Einspruch relevant sein könnten, in dem CAS-Urteil gefunden», erklärte er.

dpa-infocom



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