pic Zählpixel
kalaydo leftkalaydo logo
RZ-Blog  |  Twitter  Mobil&RSS  |  Kontakt
suchen im
Lexikon
RZ-Online-Archiv
Zeitungs-Archiv
Internet
< Schnell-Navigation >
KinoWelt VideoWelt FotoWelt MeineWelt
Sportsline ·  » 

Putsch gescheitert: Hertha-Spitze bleibt im Amt

Berlin Der Putsch bei Hertha BSC ist gescheitert. Die Mitglieder des Fußball-Bundesligisten lehnten kurz vor Mitternacht mit großer Mehrheit den letzten verbliebenen Abwahlantrag gegen das Präsidium ab und verhinderten damit das drohende Chaos beim Tabellenletzten.

Präsident Werner Gegenbauer hatte den frustrierten 1924 Hertha-Fans im ICC Berlin schon vorher zugerufen: «Wir sind kein Schönwetter-Präsidium. Wir laufen hier nicht weg.» Dennoch zeigte sich auch der Clubchef erschüttert über die schwere Krise des Hauptstadt-Vereins. «Wir könnten heulen über das, was wir derzeit bei Hertha BSC haben», bekannte Gegenbauer.

Nur 277 von 1477 stimmberechtigten Mitgliedern stimmten für die Abwahl der Clubspitze, 1073 votierten dagegen. Auch der Abwahlantrag gegen den Aufsichtsrat fiel deutlich durch.

Die sportliche Misere beim Vierten der Vorsaison lieferte den Grundton für den emotionalen Abend. Sport-Geschäftsführer Michael Preetz forderte von der zuletzt beim 1:3 gegen Frankfurt wie gelähmt wirkenden Mannschaft schnelle Erfolge. «Wer das nicht verstanden hat, der hat bei Hertha nichts zu suchen», warnte Preetz das im Saal sitzende Team um Trainer Friedhelm Funkel. «Nichts ist derzeit wichtiger als der Kampf gegen den Abstieg», meinte Aufsichtsratschef Bernd Schiphorst. «Natürlich dürfen wir nicht absteigen. 2. Liga ist Mist, das ist sogar ganz großer Mist», fügte der Ex-Präsident hinzu.

Bis tief in die Nacht hatten die Bosse des schwer angeschlagenen Clubs zuvor an der Strategie für die Sitzung gebastelt, um den drohenden Sturm zu überstehen. «Es macht keinen Sinn, dass wir uns hier zerfleischen und auseinanderdividieren lassen», rief Preetz den enttäuschten Hertha-Mitgliedern zu, die ihrer Wut in einer Aussprache freien Lauf ließen und Konsequenzen forderten. Am Ende der Debatte aber zogen fast alle Antragsteller ihren Wunsch nach einem Sturz der Clubspitze zurück.

Bei seiner Analyse erntete Preetz zuvor immer wieder Buhrufe, Pfiffe und wütende Zwischenrufe. Vor allem Lob für die Mannschaft und den inzwischen entlassenen Trainer Lucien Favre wollte in der hitzigen Atmosphäre niemand hören. Der glücklose Rückkehrer Artur Wichniarek wurde mit «Artur raus»-Sprechchören bedacht. «Es ist nicht sehr einfach, hier zu sitzen und diese Äußerungen anzuhören», gestand Kapitän Arne Friedrich bei einer kurzen Rede auf dem Podium.

Mühsam versuchte Dieter-Hoeneß- Nachfolger Preetz bei seinem ersten Auftritt dieser Art, die Transferpolitik zu rechtfertigen. Doch angesichts der Talfahrt in der Liga fehlten ihm die Argumente, seine langen Erklärungen brachten die Menge nur noch mehr auf. «Wir Herthaner stehen immer wieder auf und werden es auch diesmal tun», versprach Preetz dennoch trotzig.

Doch auch wirtschaftlich drohen dem Verein wieder schwere Zeiten. Finanz-Geschäftsführer Ingo Schiller musste einen Verlust von 1,9 Millionen Euro in der vergangenen Saison vermelden. Trotz eines Rekord-Umsatzes von 85,9 Millionen Euro wuchs der Schuldenberg von 29 Millionen auf rund 33 Millionen Euro. «Wir müssen um das Geld kämpfen», bekannte Aufsichtsratschef Schiphorst. Bis zu 3,5 Millionen Euro wollen die Berliner bei Geldgebern auftreiben, um in der Winterpause Neuzugänge an die Spree zu locken und doch noch den drohenden Absturz in die Zweitklassigkeit zu verhindern.

dpa-infocom



Sie benötigen Flash Player 9, um den RZ-Video-Player ansehen zu können.
RZ-Blog