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Höfken: 120 Milliarden Euro jährlich fürs Klima

Kopenhagen/Mainz Die Eifeler Bundestagsabgeordnete der Grünen, Ulrike Höfken, ist eine von 30 000 Politikern, die an der Klimakonferenz in Kopenhagen teilnehmen. Unsere Zeitung hat sie gefragt, was sie sich von dem Gipfeltreffen erwartet.

Was versprechen Sie sich davon, persönlich beim Gipfel anwesend zu sein?

Ich denke, dass sich die Frage des Klimaschutzes nicht allein national regeln lässt. Es muss sowohl international als auch regional agiert werden. Da bleibt nichts anderes übrig, als eine internationale Konferenz zu organisieren. Deshalb ist es richtig, dass 30 000 Menschen in Kopenhagen versammelt sind.

Wie sieht Ihr Programm in Kopenhagen aus?

Ich werde am Internationalen Gewerkschaftskongress teilnehmen. Zudem gehe ich zur Global-Green-Konferenz, bei der sich die internationale Grünen-Bewegung trifft. Heute organisiert Global Green eine große Demonstration, da ist natürlich auch Präsenz angesagt.

Es gab viel Kritik im Vorfeld des Gipfels. Glauben Sie an einen Erfolg?

Ja, weil alle Staats- und Regierungschefs aller relevanten Länder anreisen. Es ist zudem ungeheuer wichtig, dass auch Barack Obama vor Ort ist. Da ist die Chance relativ hoch, dass der Gipfel doch zu einem vernünftigen Ergebnis kommt.

Wie sähe denn ein vernünftiges Ergebnis für Sie aus?

Die Klimaschutzziele müssen zunächst verbindlich für alle sein, wie das Zwei-Prozent-Ziel und die Reduktion des COx-Ausstoßes um 40 Prozent bis 2020 sowie um 95 Prozent bis 2050. Dann müssen die Industrieländer die finanzielle Verantwortung für den Klimawandel übernehmen gegenüber den Ländern, die unter den Folgen des Klimawandels leiden. Darunter fallen beispielsweise neue Kanalsysteme, landwirtschaftliche Hilfen sowie Transferzahlungen an Länder wie Brasilien, als Kompensation dafür, dass sie darauf verzichten, den Regenwald weiter abzuholzen. Jährlich sollten die Industrieländer 120 Milliarden Euro bis 2020 zahlen, 35 Milliarden davon Europa.

Viel Geld.

Das ist natürlich sehr viel Geld , aber es wäre noch teurer, solche Maßnahmen nicht zu ergreifen. Klimaschutz kostet ja nicht nur, sondern heißt auch Innovation. Klimaschutz ist eine große Chance für die technologische Entwicklung und schafft neue Arbeitsplätze. Hier sind viele positive Chancen für Wirtschaftsentwicklung und Lebensqualität. Das gilt es, in Kopenhagen deutlich zu machen.

Wie wollen Sie sich dafür engagieren, dass die angesprochenen Ziele auch umgesetzt werden?

Es gilt natürlich auch für Rheinland-Pfalz, dafür zu sorgen, dass die Klimaziele nicht nur Gerede bleiben. Die Grünen setzen sich im Land dafür ein, dass erneuerbare Energien konsequent gefördert werden. In der Verkehrspolitik wollen wir von der Straße auf die Schiene. Zudem unterstützen wir intelligente Mobilitätskonzepte in ländlichen Regionen.

Welche Rolle wird der Klimawandel in Rheinland-Pfalz spielen?

Im Bereich der Landwirtschaft haben die Bauern immer mehr Probleme mit Schädlingen und Krankheiten, die es vorher nicht gab. Wetterereignisse werden immer unvorhersehbarer. Skilifte in der Eifel gehören jetzt schon der Vergangenheit an. Die globale Entwicklung wird langfristig im Land spürbar sein: Klimaflüchtlinge werden auch nach Rheinland-Pfalz kommen. Durch Erosion sind weltweit bereits 40 Prozent aller landwirtschaftlichen Nutzflächen schon geschädigt.

Haben Sie noch ein paar hilfreiche Klimaschutztipps für unsere Leser?

Es ist immer möglich, sich persönlich umzustellen, weniger Fleisch zu essen und ähnliches. Da gibt es vieles.

Das Gespräch führte Anna Spiegel

RZO


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