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Mainz 05

Heidel: Die Methodik ist grenzwertig

Mainz Christian Heidel hat die Aussagen von Eintracht-Trainer Michael Skibbe zur Franz-Affäre nach dem Rhein-Main-Derby als problematisch verurteilt.

Der Manager des FSV Mainz 05 will das Thema damit beenden und sich nur noch mit dem Sonntag-Heimspiel in der Bundesliga gegen den VfB Stuttgart (15.30 Uhr) am Bruchweg beschäftigen.

Der Kontrollausschuss des DFB hat der Maik-Franz-Affäre ein juristisches Ende bereitet mit dem Freispruch aus Mangel an Beweisen. Die Tatsache, dass lediglich Aristide Bancé für die Vorkommnisse rund um das Derby in der Commerzbank-Arena zur Rechenschaft gezogen wurde und für seinen gestreckten Mittelfinger (zurecht) eine Strafe von 6000 Euro zahlen muss, hinterlässt jedoch einen faden Beigeschmack. Immerhin hatte das Sportgericht festgestellt, dass der Eintracht-Verrteidiger den Stürmer des FSV Mainz 05 systematisch und absichtlich während des gesamten Spiels provoziert hatte. So richtig unschön ist das Ganze nun jedoch geworden durch die Äußerungen von Michael Skibbe in einem Interview mit einer Frankfurter Zeitung (siehe nebenstehenden Kasten), indem sich der Frankfurter Coach Kritik an seinen Spielern verbat.

"Sicherlich war die ganze Geschichte völlig unnötig", betonte der 05-Manager gestern noch einmal auf MRZ-Nachfrage. "Das hat nichts im Fußball verloren und trägt auch nicht dazu bei, dass dieses Derby mehr zum Derby wird." Bancé sei nun der einzige Leid tragende, weil der Mann aus Burkina Faso die Strafe bezahlen müsse. "Dafür, dass er sich 93 Minuten im Griff hatte und dann versagt hat. Er hätte besser noch eine Minute drangehangen, dann wäre es nicht so weit gekommen." Doch, so Christian Heidel, "ob Maik Franz darüber glücklich sein darf, dass nun ein Berufskollege Geld bezahlen muss, weiß ich nicht. Ich finde es jedoch absolut grenzwertig, dass ein Fußballer offen zugibt, so etwas sei bei ihm Methode. Noch problematischer finde ich es, wenn er dabei von seinem Trainer unterstützt wird".

Wobei Heidel davon überzeugt ist , dass die Äußerungen des Eintracht-Trainers zu dieser Geschichte einen ganz anderen Hintergrund haben. Skibbe nutzte offenbar die allgemeine Stimmungslage nach diesem Derby, um eine Einheit am Main zu beschwören. Skibbe dreht den Spieß im Grunde genommen einfach um, sieht die Mainzer als diejenigen, die als Verursacher der ganzen unschönen Angelegenheit angesehen werden müssten. "Das finde ich schon problematisch. Damit wird Skibbe zwar vom harten Kern der Eintracht-Fans gefeiert und soll wohl dazu führen, dass der Trainer ein besseres Standing bei den Fans bekommt. Ich glaube jedoch nicht, dass alle Eintracht-Anhänger Skibbes Auffassung teilen."

Wenn er den Eintracht-Trainer nicht kennen würde, sagte Heidel, "dann müsste ich sagen, der Mann ist doof. Da ich ihn aber kenne und weiß, dass er das ganz bestimmt nicht ist, weiß ich, dass es nichts anderes als Taktik ist, was er da von sich gibt." Was bleibt hängen von dieser Affäre? "Wenn die Schiedsrichter künftig bei Maik Franz etwas genauer hingucken, dann hat es was gebracht", sagte der 05-Manager. "Man muss sich das mal vorstellen. Franz gibt selbst vor dem Kontrollausschuss offen zu, dass dieses Verhalten Methode sei bei ihm. Wenn das ein Trainer gut findet, dann muss das zu denken geben."

Wenn Mainz 05 einen solchen Spieler in seinen Reihen hätte, der sich öffentlich in dieser Art und Weise präsentiere, "dann sage ich ganz klar, wollten wir ihn hier nicht haben. Franz gibt kein gutes Bild ab für Frankfurt, und ich weiß zum Glück, dass der Eintracht-Spitze dieses Auftreten auch nicht gefällt." Damit sei dann von Mainzer Seite auch alles gesagt, das Rhein-Main-Derby endgültig abgehakt. Jetzt gehe es ausschließlich um das bevorstehende Bundesliga-Heimspiel gegen den VfB Stuttgart am Sonntag (15.30 Uhr) am Bruchweg.

Bancé ist um eine Sperre herumgekommen und kann gegen den Champions-League-Achtelfinalisten auflaufen. "Ich habe keine Bedenken, dass Aristide bis Sonntag den Kopf wieder frei und seine Konzentration ganz auf den VfB ausgerichtet hat. Er wird die andere Sache abhaken. Dafür ist er Profi genug. Ich rechne nicht damit, dass ihm noch etwas davon in den Kleidern stecken bleibt", sagte Heidel.

05-Trainer Thomas Tuchel muss in der Heimpartie gegen den Tabellenvorletzten also nur auf Chadli Amri verzichten, der nach seinem Platzverweis in Frankfurt für ein Spiel gesperrt ist. Ob auch Nikolce Noveski, der sich beim 0:2 im Derby eine Prellung des Brustbeins zugezogen hatte, am Sonntag wieder mitspielen kann, muss sich in den nächsten beiden Tagen zeigen. Miroslav Karhan soll nach seiner Knieprellung wieder dabei sein. (Jörg Schneider)

RZO


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