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Kaiserslautern - Koblenz 3:0

Nach TuS-Pleite: Rapolder vor dem Aus

Kaiserslautern Der erhoffte Befreiungsschlag für TuS Koblenz ist ausgeblieben. Die Mannschaft von Trainer Uwe Rapolder war im Rheinland-Pfalz-Derby bei Tabellenführer 1. FC Kaiserslautern chancenlos. Der in die Kritik geratenen Coach steht nun vor der Entlassung. Ein angezählter Trainer, eine komplett unsichere Mannschaft, verärgerte Fans: TuS Koblenz gibt in der Endphase der Hinrunde ein trauriges Bild ab.

Im Rheinland-Pfalz-Derby beim 1. FC Kaiserslautern konnte die Elf von Uwe Rapolder zwar ein weiteres Debakel abwenden, unter dem Strich steht mit dem 0:3 auf dem Betzenberg aber die dritte Niederlage in Folge, das Tabellenmittelfeld bleibt in weiter Ferne. Und wie es scheint, war es der letzte Auftritt des glücklosen Coachs. „Es ist vorbei, es geht nicht mehr weiter“, sagte Rapolder unserer Zeitung nach der Pressekonferenz.

Was gegen den derzeitigen Trainer spricht: Ein Trend, dass die TuS auf dem Weg der Besserung ist, ist nicht zu erkennen. Zu eindeutig stellten sich die Kräfteverhältnisse im stimmungsvollen Fritz-Walter-Stadion dar. Der heimische 1. FC Kaiserslautern spielte vor 35 789 Zuschauern zwar nicht die Sterne vom Himmel, aber die selbstbewussten Pfälzer taten das, was man als Tabellenführer gegen einen Abstiegskandidaten tun muss: Er gewann das Spiel, noch dazu ziemlich ungefährdet.

Und es passte ins Bild des Abends, dass die Koblenzer zum wiederholten Male in dieser bislang verkorksten Serie eifrig den Gegner unterstützten. Nach einer Sondierungsphase zu Beginn der Partie führte gleich die erste gefährliche Chance zum 1:0 für die Pfälzer – eingeleitet von einem Koblenzer Akteur. In der 16. Minute setzte Ervin Skela zu einem abenteuerlichen Flankenwechsel an, der zum Rohrkrepierer wurde. Lauterns Sidney Sam schnappte sich auf halber Strecke das Leder und steckte zu Adam Nemec durch, der nervenstark zur Führung für den FCK einschob. Toreschießen leicht gemacht.

Fast zeitgleich mit dem Treffer meldete sich ein Teil der TuS-Fans mit „Rapolder raus“-Rufen zu Wort, was der Moral der Koblenzer nicht eben zuträglich war. Obendrein zündeten einige Anhänger im Stehplatz-Block in der zweiten Halbzeit Leuchtraketen – eine Geldstrafe für den Verein dürfte die Folge sein.

Allein, es bleibt ein nahezu unergründliches Phänomen, dass die Blau-Schwarzen anno 2009/10 praktisch nicht in der Lage sind, einen Rückstand zu drehen – sieht man einmal vom glücklichen 3:2 im ersten Heimspiel gegen Arminia Bielefeld ab.

Der Partie noch einmal eine Wende zu geben, ist zugegebenermaßen vor der stimmgewaltigen Kulisse der Westtribüne für jeden (Zweitliga-) Verein ein schwere He〜rausforderung, die die TuS in ihrer aktuellen Verfassung nicht bewältigen konnte. Spätestens in der 56. Minute war die leise Hoffnung auf ein wie auch immer geartetes Fußball-Wunder dahin, wieder leistete die TuS Schützenhilfe: Nach einem langen Abschlag von FCK-Torwart Tobias Sippel verschätzte sich dessen Gegenüber David Yelldell beim Herauslaufen, Erik Jendrisek nutzte den Fauxpas zum 2:0. Damit nicht genug: Der TuS-Torwart verletzte sich bei der missglückten Rettungsaktion und musste gegen Dieter Paucken ausgewechselt werden. Die passende Fußball-Binse dazu: Wenn man unten steht, kommt eben alles zusammen.

Nur noch Chronistenpflicht ist, auch das 3:0 für die Lauterer zu erwähnen: In der 79. Minute drückte der eingewechselte Srdjan Lakic eine Flanke von Alexander Bugera über die Linie. Koblenzer Gegenwehr: Fehlanzeige.

Trainer Uwe Rapolder nahm das Ganze fast schon mit stoischer Ruhe zur Kenntnis. War die Pleite beim Tabellenführer die eine Niederlage zu viel, um TuS-Chefcoach zu bleiben? Unmittelbar nach der Partie griff der 51-Jährige jedenfalls Teile des Präsidiums an: „Es gibt drei Herren im Vorstand, die wollen mich schon länger weghaben. Da werden bösartige Dinge gestreut, das habe ich nicht verdient.“

Aber: Bei aller Fokussierung auf den Coach war das Spiel auf dem Betzenberg auch ein Frage der Ehre für die TuS-Fußballer. Sich wie beim 1:5 vor Wochenfrist gegen den FC St. Pauli vorführen zu lassen, muss eigentlich einen jeden Profi in seinem Stolz gekränkt haben.

Möglicherweise, so unkten bereits da etliche Beobachter, habe die Mannschaft sogar gegen den Trainer gespielt, um die Diskussion um den Coach anzuheizen. Was natürlich Unsinn ist. Dennoch: Eine Mannschaft kann mit verstärktem Einsatz dokumentieren, dass sie zusammen mit dem Trainer den Karren aus dem Dreck ziehen will. Zu sehen war das gestern Abend bei wohlwollender Betrachtung allenfalls in Ansätzen.

Das reichte wohl nicht, um dem glücklosen Uwe Rapolder den Arbeitsplatz zu erhalten. Über das Wochenende dürfte es jedenfalls reichlich Gesprächsbedarf geben. Und am Montag tritt der Aufsichtsrat zusammen. (Sven Sabock)

RZO


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