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Urlaub in Inzell: Eislauf und Schlittenhunderennen

Inzell Bionda und Palü springen aufgeregt umher. Die weißen Samojeden-Hunde sind in ihrem Element.

Es ist kalt in Inzell, es schneit - und um sie herum warten zahlreiche Schlittenhunde der verschiedensten Rassen auf ihren Einsatz.

Bionda und Palü werden zwar vor keinen Schlitten gespannt - doch sich im Schnee zu wälzen und in der Kälte auszutoben, ist für die aus Sibirien stammenden Hunde mindestens genauso schön.

Schlittenhunderennen sind in Inzell längst etabliert - im Januar 2009 waren fast 100 Starter mit mehr als 500 Hunden gemeldet, die Europameister in verschiedenen Kategorien bestimmten. Gut 2500 Zuschauer haben sich das Spektakel angesehen. Doch diese Rennen sind nicht das, wofür die 4500-Einwohner-Gemeinde am südlichsten Zipfel Oberbayerns bekannt ist: Das Eis hat den kleinen Ort berühmt gemacht - genauer: das Eisschnelllaufen.

Seit mehr als 40 Jahren gibt es die Kunsteisschnelllaufbahn, auf der mit großem technischen Aufwand schnelles Eis gemacht wird. Zahlreiche Rekorde sind bereits auf den mehr als 6600 Quadratmetern Eis aufgestellt worden. Bis zu 20 000 Zuschauer können im Freiluft-Stadion Eislauflegenden wie Anni Friesinger oder Jeremy Wotherspoon anfeuern.

In seiner Geschichte hat das Stadion eine Reihe internationaler Wettkämpfe gesehen: Weltmeisterschaften, Europameisterschaften, mehr als 150 weitere internationale Großveranstaltungen und etliche nationale Meisterschaften. Und wieder steht ein Großereignis ins Haus: Inzell wird 2011 die Einzelstrecken-WM ausrichten. Im Jahr 1965 wurde das Stadion als Bundesleistungszentrum für Eis- und Rollschnelllauf eröffnet - wenn auch der Plan zunächst ein anderer war. Der Frillensee auf gut 920 Metern Höhe sollte zum deutschen Eissport-Zentrum werden. Bereits im Herbst, nach den ersten Frostnächten im Gebirge um Inzell, hat der See Eis.

Doch die Winter in den Chiemgauer Alpen sind hart, und der Schneefall ist oft ergiebig. Daher war die Pflege der Ende der 50er Jahre eingerichteten Bahn oft mit großen Problemen verbunden. Also wich man an den Zwingsee im Tal aus und baute ein Natureisstadion, das zwei Jahre später zu einem Kunsteisstadion umgestaltet wurde.

Bergbau und die Verhüttung der Erze waren lange Jahre eine wichtige Einnahmequelle der Ortschaft. Doch die Zukunft der Gemeinde soll der Tourismus sein. Das ahnten einige «weitschauende Männer des Dorfes» wohl schon vor rund 100 Jahren und gründeten 1912 den Verkehrs- und Verschönerungsverein. 1957 wurde Inzell anerkannter Luftkurort.

Im Sommer werden Biken und Nordic Walking, Reiten und Schwimmen, Angeln und Laufen angeboten. Und, wie es schon die Sommerfrischler vor fast 100 Jahren genossen: das Bergwandern. Mehr als 150 Kilometer Wanderwege sind markiert. Bei klarer Sicht fällt der Blick unterwegs auf die Gipfel der Berchtesgadener-, Salzburger und Tiroler Berge.

Informationen: Inzeller Touristik GmbH, Rathausplatz 5, 83334 Inzell, Telefon: 08665/988 50, E-Mail: info@inzell.de

Webseite von Inzell: www.inzell.de Von Verena Wolff, dpa

dpa-infocom