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Auf in den Bus: Die Rundreise lebt

Kiel/Hannover Den Urlaub auf einer Rundreise mit dem Bus zu verbringen, klingt erst einmal nicht sehr sexy.

Einsteigen, losfahren, aussteigen, Kirchen angucken, wieder einsteigen, weiterfahren: Das Konzept wirkt eher wie ein Kreislauf der Langeweile.

Eigentlich wäre zu erwarten, dass kein Mensch mehr Rundreisen bucht. Aber das Gegenteil ist der Fall: In den Katalogen der Veranstalter haben sie ihren festen Platz. Und gerade an Fernreisezielen werden die Programme nun noch einmal ausgebaut.

«Die klassische Studienrundreise aus den 70er Jahren ist eher unattraktiv geworden», sagt Prof. Torsten Kirstges, Tourismusexperte an der Fachhochschule in Wilhelmshaven. «Diese Urlaubsform war gewissermaßen am Ende ihres Lebenszyklus' angekommen, aber dann haben gerade kleinere Veranstalter sie weiterentwickelt.» Hinzugekommen seien nun «Erlebniskomponenten und Edutainment-Elemente. Neu seien außerdem viele Zielregionen - etwa Südamerika oder Afrika, bei denen das Naturerleben eine große Rolle spielt.

«Die Fernreise-Ziele sind heute so wie Italien in den 70ern. Touristen sind dort noch etwas unsicher», erläutert der Wissenschaftler. Die Rundreise mit dem Veranstalter ist dann die bequeme Lösung für solche Sorgen. Und sie kommt nach Einschätzung von Matthias Rotter, dem Chef von Meier's Weltreisen, auch noch anderen Interessen entgegen: «Die Leute haben keine Lust mehr, 14 Tage in der Sonne zu brutzeln.» Das ist einer der Gründe, warum sich diese Urlaubsform noch nicht überlebt hat: «Wir beobachten sogar, dass sie noch beliebter geworden ist», ergänzt Stephan Braun, Produktmanager für die Fernstrecke bei Neckermann und Thomas Cook Reisen: «Der Anteil der Rundreisen ist bei uns deutlich gestiegen. Das gilt für alle Ziele, vor allem Kuba, Südafrika und Indochina. Deutsche Urlauber sind reiseerfahren und wollen nicht im Hotelghetto bleiben.»

«Rundreisen befriedigen einfach ein elementare Bedürfnis des Menschen, die Neugier», erklärt Ury Steinweg, Geschäftsführer des Anbieters Gebeco. «Das geht beim reinen Badeurlaub nicht.» Ohnehin sei Reisen ursprünglich «Rumreisen» gewesen und nicht am Strand liegen. Die große Wende sei erst mit dem Massentourismus gekommen. Marktführer TUI hat inzwischen mehr als 300 Rundreisen im Programm. «Für die Winterkataloge haben wir das Angebot noch einmal ausgebaut», sagt TUI-Fernreisenchef Oliver Dörschuck. «Bei den Buchungen liegen Kuba, Mexiko, Thailand und die USA vorne.»

«Moderne Rundreisen müssen möglichst viel Abwechslung bieten», sagt Dörschuck. Die TUI hat auch die Palette der «Erlebnisrundreisen» daher erweitert. Dazu zählen Programme wie «Erlesene Weine in Chile» - Rundreisen also, die unter einem Motto stehen oder einen bestimmten Aufhänger haben. Ähnliche Akzente setzt Gebeco. Der Veranstalter ist vom Fachmagazin «travel One» gerade für die ungewöhnliche Rundreise «Mythen und Legenden» durch Südafrika ausgezeichnet worden.

«Rundreisen, bei denen vorne der Professor steht und so tut, als würde das Land nur aus Geschichte bestehen, sind out», sagt Ury Steinweg. «Aktiv-Elemente» werden dagegen wichtiger: «Wanderungen, Radtouren, Fahrten mit dem Heißluftballon oder Reiten auf einem Elefanten können zum Rundreiseprogramm gehören.» TUI-Manager Oliver Dörschuck sieht noch zwei weitere Trends: Die Reisegruppen werden eher kleiner, das Spektrum der Zielgruppen wird größer. «Wir haben einerseits immer mehr aktiv reisende über 60-Jährige», sagt Dörschuck. «Andererseits sehen wir das stärkste Wachstum bei den 30- bis 59-Jährigen, vor allem bei Paaren in diesem Alter.» Von Andreas Heimann, dpa

dpa-infocom