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Vom Heißluftballon aus Arosas Pisten bestaunen

Arosa Es ist ein klarer Wintermorgen.

Einsam dreht ein Langläufer seine Runden auf dem zugefrorenen Obersee, und nur einige Hundebesitzer sind mit ihren Vierbeinern unterwegs.

Betriebsamer wird es in Arosa in der Schweiz erst später am Vormittag. Dann rollen immer mehr Jeeps auf die Eisfläche. Große Pakete und Körbe werden entladen. «Sie werden staunen, wie schnell aus einem kleinen Knubbel mit einem Volumen von 1,5 Kubikmetern ein Ballon wächst», sagt einer der Piloten. Schon nach einer halben Stunde ist ein Dutzend bunter Ballons prall mit heißer Luft gefüllt. Rasch werden die Seile gelöst und ein Ballon steigt langsam auf. Aus der Vogelperspektive erleben die Mitfahrer, wie schön diese Bergwelt mit ihren weißen Riesen ist.

Arosa, am Ende des Schanfiggtals auf 1800 Metern gelegen, hat seinen Besuchern aber noch viel mehr zu bieten. Schon die Anreise von Chur ist ein Erlebnis. Wer mit dem Auto kommt, meistert auf der 30 Kilometer langen Strecke 365 Kurven und überwindet dabei 1150 Höhenmeter. Eine bequeme Alternative ist die Fahrt mit der Rhätischen Bahn. Eine Stunde braucht der feuerrote Zug, um sich nach oben zu arbeiten. Dabei verschwindet er 19 Mal in schwarzen Tunnels und überquert zahlreiche Brücken, darunter den 62 Meter hohen Landwasserviadukt über die Plessur, eine technische Meisterleistung. In Arosa angekommen, öffnet sich das Tal.

Wie ein Spinnennetz überziehen Lifte und Bergbahnen die Südhänge der Skiarena und bieten rund 60 Kilometer präparierte Pisten. Die Gondeln der Weisshornbahn zum Beispiel bringen die Wintersportler in zwei Etappen auf den 2653 Meter hohen Gipfel. «Bevor Sie die Skier anschnallen, genießen Sie doch erstmal die wunderbare Aussicht auf die schneebedeckten Bergketten», rät der Skilehrer Rene Arn. Dann geht es die mittelschwere Abfahrt hinunter bis zur Mittelstation oder zur Tschuggenhütte. «Wir haben zwar auch einige schwarze Pisten wie die Abfahrt vom Hörnli. Doch wer zeigen will, was er kann, ist vielleicht anderswo besser aufgehoben», sagt Rene.

Auch wer nicht auf Skiern oder Snowboards stehen will, kommt in Arosa auf seine Kosten. Es gibt mehr als 60 Kilometer präparierte Wanderwege, viele davon schlängeln sich mitten durch die Skigebiete. Eine der schönsten Routen führt über die mächtige Schulter des Weisshorngipfels. Die Wanderer starten von der Bergstation und schlagen den Weg hinunter zur Sattelhütte ein. Über das Brüggerhorn führt der Pfad weiter bis zur Scheidegg. Von dort können sie direkt nach Prätschli laufen oder sich für eine längere Wanderung über den Aussichtspunkt Rot Tritt entscheiden. Beide Strecken locken mit Aussichten auf das Schanfigg bis zum Weissflühgipfel.

Begonnen hat die Tourismus-Karriere Arosas als Höhenluftkurort. Das Klima erwies sich als ideal für Tuberkulosekranke. 1888 wurde das erste Sanatorium eröffnet. Erst als Mitte der 1950er Jahre neue Medikamente auf dem Markt erschienen, wurde die Therapie umgestellt. Aus den Krankenhäusern wurden Hotels und aus den Pflegern Skilehrer.

Informationen: Schweiz Tourismus, Rossmarkt 23, 60311 Frankfurt, Telefon: 00800/100 200 30

Schweiz-Infos: www.myswitzerland.com

Arosa: www.arosa.ch Von Detlef Berg, dpa

dpa-infocom