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Iglu und «Harakiri»-Piste: Wintersport in Mayrhofen

Mayrhofen Die Sicht ist bestens auf dem Ahorn-Plateau.

In 2000 Metern Höhe geht langsam die Sonne unter, und die Berge der Zillertaler Alpen scheinen klarere Umrisse zu bekommen, je später der Abend wird.

Die Pisten oberhalb des Dorfes Mayrhofen sind inzwischen leer, die Skilifte haben den Dienst für den Tag bereits eingestellt. Nur ein paar Wintersportler sind noch oben auf dem Plateau geblieben - sie erwartet eine spezielle Nacht mit einem Iglu als Schlafstätte.

Die Gäste sind gespannt, was sie bei ihrer ersten Nacht in einem Iglu wohl erwartet. Kalt wird es sein, sicherlich - das glauben die meisten der gut drei Dutzend Touristen. Aber erstmal wird eingeheizt: mit Caipirinha und heißen Rhythmen, einem Abendessen im «Dining Iglu» und einem Gang in die Iglu-Sauna, die am Rand des Igludorfes «White Lounge» liegt. Auch in der Wintersaison 2009/10 wird es dieses Erlebnis wieder geben, voraussichtlich von Weihnachten bis Ostern.

Im Iglu ist es so heimelig, wie es bei vier Grad plus sein kann: Warme Schlafsäcke liegen auf eisigen Podesten, darunter dicke Schaffelle. Kerzen sorgen für Licht in den Unterkünften, die sogar Türen aus Holz haben. Skikluft aus, Schlafanzug an und so viel Wärme wie möglich in den Schlafsack mitnehmen - die Nacht kann beginnen. Die Eindrücke am Morgen danach sind gespalten - die einen haben in der kalten Bergluft und der absoluten Ruhe so gut geschlafen wie noch nie. Anderen war es zu kalt, zu hart, zu ruhig. Einigkeit herrscht aber über eines: Als erste durch den über Nacht gefallenen Schnee ins Tal zu gleiten - dieses Erlebnis könnte schöner nicht sein.

Wer nach der kühlen Nacht fit ist für Herausforderungen, dem steht in den Zillertaler und Tuxer Alpen so einiges zur Verfügung: Das gesamte Zillertal umfasst 649 Pistenkilometer mit 170 Liftanlagen. Allein oberhalb von Mayrhofen gibt es 159 Pistenkilometer und 53 Anlagen. Der «Superskipass» gilt für das ganze Zillertal. Einige Runden fordern auch die heraus, denen das Tal bisher etwas öde erschien - da ist etwa die «Höhenmeterfresser-Runde», bei der auf einer Tour bis zu 13 Kilometer Höhenunterschied zurückgelegt werden.

Und dann gibt es im Skigebiet am Penken noch die «Harakiri»-Piste, die nach Angaben der Bergbahnen die steilste in ganz Österreich ist. Mit bis zu 78 Prozent Gefälle ist sie steiler als die Anlaufspur einer Sprungschanze - da atmen selbst hervorragende Wintersportler tief durch, wenn sie am Beginn des Steilhangs stehen. Wer sich nicht sicher ist, ob diese Abfahrt richtig für ihn ist, kann auch üben: «Devil's Run» heißt die Piste Nummer 17, und der Steilhang am Schluss heißt bei den Einheimischen «Harakiri-Test». Und noch ein Areal für Unerschrockene haben die Mayrhofner zu bieten: Der «Vans Penken Park» lockt auf Lines und Obstacles und in einer Halfpipe die Freerider an.

Das Skigebiet mit einem Pistenstart in 1800 Metern Höhe gilt als schneesicher. Allerdings stehen auch mehr als 100 Schneekanonen bereit, die für eine hundertprozentige Beschneiung sorgen können. Von Mayrhofen aus sind außerdem Ausflüge zum Hintertuxer Gletscher möglich, dem einzigen Ganzjahresskigebiet Österreichs. In 3000 Metern über dem Meer ist dort sogar im Sommer das Skifahren möglich.

Informationen rund um Ferien in Mayrhofen: www.mayrhofen.at

Übernachten im Iglu: www.white-lounge.at Mayrhofen Anreise: Autofahrer verlassen die Inntalautobahn A12 an der Abfahrt Zillertal. Von dort sind es 30 Kilometer bis Mayrhofen. Die Anreise mit dem Zug führt zunächst mit der ÖBB zum Schnellzugbahnhof Jenbach und von dort aus mit der Zillertalbahn weiter nach Mayrhofen.

White Lounge: Das Igludorf der Mayrhofener Bergbahnen soll in der Saison 2009/10 ungefähr von Weihnachten bis Ostern in Betrieb sein.

Informationen: Ferienregion Mayrhofen/Hippach, Dursterstraße 225, A-6290 Mayrhofen, Telefon von Deutschland: 0043/5285/67 60 Von Verena Wolff, dpa

dpa-infocom