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Unvergesslich: «Vom Winde verweht» wird 70

New York Clark Gable und Vivien Leigh sind lange tot, ihre Romanze in dem Jahrhundertklassiker «Vom Winde verweht» ist so gut wie unsterblich.

Am 15. Dezember jährt sich die Leinwandpremiere des amerikanischen Bürgerkriegsdramas zum 70. Mal.

Noch heute behauptet sich das knapp vierstündige Epos unter den Top 10 der größten US-Filme aller Zeiten. Die Festivitäten um seine Uraufführung 1939 in Atlanta, der Metropole des Südstaates Georgia, beeindruckten Ex-Präsident Jimmy Carter als Kind so stark, dass er sie später als «das größte Ereignis des Südens zu meinen Lebzeiten» beschrieb. Ein Gouverneur von Georgia erklärte das Premierendatum zum Feiertag in seinem Staat.

Entsprechend üppig ist die «Ultimate Collector’s Edition» zum Jubiläum ausgefallen. Auf fünf DVDs wurde zahlreiches Bonusmaterial verteilt: Man erfährt Wissenswertes über die Entstehung des Films, darf sich über zahlreiche Trailer freuen, bekommt «Hollywood's Greates Year» vorgestellt und darf sich an dem TV-Special «Der Scarlett-OHara-Krieg» ergötzen.

Keine anderer Film hat das Mutterland des Kinos so fasziniert wie die knisternde Liebesbeziehung zwischen der ebenso heißblütigen wie stolzen Farmerstochter Scarlett O'Hara und dem draufgängerischen, aber unglaublich charmanten Kriegsgewinnler Rhett Butler. Zehn Oscars gewann «Vom Winde verweht», ein Rekord, der erst 20 Jahre später von «Ben Hur» übertroffen wurde.

Die legendäre Kussszene von Gable und Leigh blieb weit länger als Nummer 1 auf der Rangliste der «besten Filmküsse aller Zeiten». Erst dem zärtlichen Vampir Edward (Robert Pattinson) und der blutjungen Bella (Kristen Stewart) in «Twilight - Bis(s) zum Morgengrauen» gelang es, das Filmpaar der 1930er Jahre auszustechen. Gables letzte Worte an seine Geliebte, «Frankly, my dear, I don't give a damn» (Ehrlich gesagt, meine Liebe, das ist mir egal!), wurden noch 2005 bei einer Abstimmung des American Film Institute (AFI) zum besten Zitat in der Geschichte des Zelluloids gekürt.

Nicht einmal vier Millionen Dollar hatte der Hollywood-Riese Metro-Goldwyn-Mayer damals berappen müssen, um das Melodrama aus den Kriegstagen des 19. Jahrhunderts in Szene zu setzen. Mit Einnahmen von 400 Millionen Dollar weltweit - also dem Hundertfachen - wurde das Studio belohnt. Inflationsbereinigt spielte «Vom Winde verweht» allein in Nordamerika knapp 1,5 Milliarden Dollar (1 Milliarde Euro) ein. Kein Produzent, kein Regisseur oder Filmstar hat sich bisher an ein Remake des unübertrefflichen Klassikers getraut.

Dabei war seine Vorlage, der auch mit einem Pulitzerpreis geehrte 1000-Seiten-Schmöker, ein halbes Jahrhundert lang unangefochten der Bestseller aller Zeiten. Erst J.K. Rowlings Zauberlehrling Harry Potter machte ihm den Rang streitig. Der Autorin Margaret Mitchell, einer Lokalreporterin in Atlanta, war es nicht vergönnt, ihren literarischen Erfolg noch einmal zu wiederholen. Sie wurde schon 1949 - knapp 50-jährig - das Opfer eines Verkehrsunfalls, den ein betrunkener Taxifahrer verschuldet hatte.

Vier Jahrzehnte später ließen sich ihre Erben schließlich erweichen und erlaubten - nicht in Mitchells Sinne - eine Folge des Romans. Die ebenfalls aus dem Süden stammende Autorin Alexandra Ripley schrieb den zweiten Teil, «Rhett», der 1991 in den USA und weiteren 40 Ländern erschien. Obwohl er bei weitem nicht an den Verkaufsabsatz des Originals heranreichte, wurde er doch für das Fernsehen erfolgreich umgesetzt. 2011 endet das Urheberrecht für «Vom Winde verweht». Dann kann jedermann seiner Fantasie freien Lauf lassen.

www.warnervideo.com/gonewiththewind Von Gisela Ostwald, dpa

dpa-infocom