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Tui mit Gewinn nach Teilverkauf von Hapag-Lloyd

Hannover - Der weltgrößte Tourismuskonzern Tui hat trotz Flaute im Reisegeschäft in den letzten neun Monaten schwarze Zahlen geschrieben - Hauptgrund war aber der Teilverkauf der Reedereitochter Hapag-Lloyd.

Konzernchef Michael Frenzel bekräftigte bei der Bilanzvorstellung am Dienstag in Hannover zugleich, die Tui wolle sich in den nächsten Jahren vollständig von der notleidenden Containerreederei trennen und im Tourismus expandieren. Bei der Bilanz wurden nur neun Monate zugrunde gelegt, da die Tui ihr Geschäftsjahr an das touristische Jahr bis Ende September anpasst.

Das Reisegeschäft sei trotz der Belastungen durch die Wirtschaftskrise «im Kern gesund und zukunftsfähig», sagte der Tui-Chef. Der Konzern sei für die kommenden Jahre gut positioniert. Als Wachstumsmärkte sieht Frenzel neben Russland auch Indien, China und Lateinamerika. Im europäischen Reisegeschäft setze man auf «Klasse statt Masse», um sich von Wettbewerbern abzusetzen und Rendite zu sichern. Derzeit sei aber nicht die Zeit für größere Zukäufe, auf dem deutschen Markt würden Übernahmen voraussichtlich an den Kartellbehörden scheitern. In Russland soll im Frühjahr 2010 die neu gegründete Tochter Tui Russia an den Start gehen.

Unter dem Strich erzielte der Konzern im Rumpfgeschäftsjahr 2009 bis Ende September einen Gewinn von knapp 401 Millionen Euro, nach 45 Millionen im Vorjahreszeitraum. Ohne den Nettoerlös aus der 2009 verkauften Hapag-Lloyd-Mehrheit von 844 Millionen Euro wäre Tui aber in die roten Zahlen gerutscht. Vor allem der Verlust der Reederei im operativen Geschäft von 675 Millionen Euro drückte auf das Ergebnis. Wegen der weltweiten Wirtschaftskrise mit dem Einbruch des Welthandels waren Frachtmenge und die Preise massiv gesunken. «Die Lage war bedrohlich», sagte Frenzel.

Die Tui sprang ihrer früheren Tochter, an der sie noch 43 Prozent hält, mit insgesamt rund 2,5 Milliarden Euro zur Seite. Die gelte es nun möglichst bald zurückzuführen, sagte Frenzel. Für 2010 seien Erholungstendenzen in der Schifffahrt sichtbar. Insgesamt gehe man für das laufende Geschäftsjahr aber erneut von Verlusten für Hapag-Lloyd aus. Tui will sich von seinen restlichen Anteil trennen, aber nicht unter Wert verkaufen. Spätestens 2012 muss das Eigentümerkonsortium von Hapag-Lloyd die Tui-Anteile laut einer «Andienungsklausel» zu einem schon früher festgelegten Preis zurücknehmen.

Der Umsatz ohne Hapag-Lloyd sank wegen weniger Reisegästen in diesem Jahr um rund 14 Prozent auf 13,1 Milliarden Euro. Dennoch konnte das operative Ergebnis (EBITA) im Geschäft mit Pauschalreisen, Hotels und Kreuzfahrten um rund fünf Prozent auf 696 Millionen Euro gesteigert werden. Für das laufende Geschäftsjahr 2009/10 rechnet der Tui-Vorstand mit einer stabilen Entwicklung - auch wenn 2010 weiter durch die weltweite Wirtschaftskrise beeinträchtigt werden dürfte.

Die Entwicklung der Arbeitslosenzahlen und damit verbunden die Konsumfreude der Bevölkerung werde wesentlichen Einfluss auf die Entwicklung haben, sagte Frenzel. Unter dem Strich rechne man aber mit einem leicht steigenden operativen Ergebnis der touristischen Geschäftsbereiche, sagte Frenzel. Das Reiseveranstalter-Geschäft ist bei der Londoner Tochter Tui Travel gebündelt, an der der Konzern 54 Prozent hält. Ein Rückkauf weitere Anteile von Tui Travel, wie vor einiger Zeit im Gespräch waren, ist laut Frenzel derzeit kein Thema. Im Moment komme es darauf an, das Geld zusammenzuhalten, um die Verschuldung - derzeit noch 2,3 Milliarden Euro - zu verringern und das Rating zu verbessern.

dpa-infocom