pic Zählpixel
kalaydo leftkalaydo logo
RZ-Blog  |  Twitter  Mobil&RSS  |  Kontakt
suchen im
Lexikon
RZ-Online-Archiv
Zeitungs-Archiv
Internet
< Schnell-Navigation >
KinoWelt VideoWelt FotoWelt MeineWelt
Auto     » News     » Tests     » Liebhaber-Autos     » Aus zweiter Hand     » Auto-ABC     » Recht

Eine Frage der Isolierung: Winterurlaub im Reisemobil

München Ein Urlaub im Schnee hat für viele Menschen einen ganz besonderen Reiz.

Nicht nur Wintersportler zieht es rund um Weihnachten und Silvester in die Alpen oder Mittelgebirge.

Auch immer mehr Reisemobilisten begeistern sich für den Winterurlaub - egal, ob mit oder ohne Skier und Snowboard an Bord. Wer sich zum ersten Mal zum Wintercamping aufmacht, sollte aber ein paar Tipps beachten. Sonst ärgert er sich womöglich mehr über kalte Füße und eingefrorene Wasserleitungen, als sich über Schnee und Eiszapfen zu freuen.

Zunächst ist es wichtig zu wissen, welche Art Fahrzeug man eigentlich hat. Unterschieden wird bei Reisemobilen laut Ralph Binder vom Caravaning Industrie Verband (CIVD) in Frankfurt/Main zwischen wintertauglichen und winterfesten Modellen. Heute seien nahezu alle Reisemobile mindestens wintertauglich, sagt Binder - außer einigen günstigen Kastenwagen-Modellen mit schlecht isolierenden Blechwänden. Mit wintertauglichen Fahrzeugen könne man zwar auch im Winter Urlaub machen, so Binder. «Sie sind aber nicht für den Polarkreis geeignet.»

Das ist eher etwas für die winterfesten Fahrzeuge: Sie haben einen beheizten Doppelboden, in dem Wasser- und Abwasserleitungen sowie der Frischwassertank untergebracht sind. Leitungen und Tank können daher auch bei tiefen Frosttemperaturen nicht einfrieren, erläutert Binder. Außerdem sind diese Fahrzeuge besser gegen Kälte isoliert, da ihre Wände dicker sind. Und sie haben in der Regel eine Zusatzheizung. Urlauber können im Wohnraum also auch auf Socken herumlaufen, ohne gleich kalte Füße zu bekommen.

Die Heizungsanlagen heutiger Wohnmobile werden problemlos mit der Winterkälte fertig. «Sie schaffen es, ein auf Minusgrade ausgekühltes Fahrzeug innerhalb von zwei Stunden auf 20 Grad zu bringen», sagt Viktoria Groß vom Deutschen Camping Club (DCC) in München. Da die Heizung in der Regel mit Propangas betrieben wird, «sollte man sicherstellen, dass man an Gas herankommt», rät Groß. Der Verbrauch ist nicht zu unterschätzen: Nach Angaben des ADAC in München ist der Inhalt einer elf Kilogramm schweren Propangasflasche schnell aufgebraucht - sie reicht nur für etwa zwei bis drei Tage.

Viktoria Groß empfiehlt , zum Wintercamping einen Campingplatz anzusteuern: «Die Plätze bieten eine gute Infrastruktur. Die ist im Winter doppelt wichtig.» Nicht nur der Gasnachschub ist gesichert, Urlauber finden dort auch Annehmlichkeiten wie Restaurants oder eine Sauna, was gerade nach dem Skifahren von Vorteil ist. Außerdem gibt es oft Busverbindungen in die Skigebiete, so dass das Fahrzeug auf dem Stellplatz stehenbleiben kann. Wichtig sei jedoch, sich rechtzeitig Plätze zu reservieren, da sie im Winter schnell ausgebucht sind.

Vor dem Start muss das Reisemobil noch auf die winterlichen Bedingungen vorbereitet werden. Dazu gehört neben dem Aufziehen von Winterreifen - in einigen Wintersportregionen im Ausland besteht Winterreifenpflicht! - das Auffüllen von Frostschutz für das Kühlwasser und die Scheibenreinigungsanlage. Auch die Fahrzeugbatterien sollten noch einmal aufgeladen werden.

Mit an Bord sollten laut Viktoria Groß auch Schneeketten sein. Sinnvollerweise üben Reisemobilisten das Anlegen vor Fahrtbeginn, um sie im Ernstfall auf einer verschneiten Passstrecke schnell und ohne Probleme montieren zu können. Besitzern älterer, nicht winterfester Reisemobile empfiehlt Ralph Binder, die Wasseranlage abzuschalten und die Tanks zu leeren, damit nichts einfrieren kann.

Auf dem Campingplatz im Wintersportgebiet angekommen, sollten Reisemobilisten ein Auge auf die Lüftungsöffnungen ihres Fahrzeugs haben. Bei starkem Schneefall können diese zuschneien, warnt der ADAC. Damit die Zwangsbelüftung des Fahrzeugs funktioniert, müssen diese wieder freigelegt werden. Gegebenenfalls muss auch hin und wieder das Dach vom Schnee befreit werden. Insbesondere nasser Schnee kann schnell zu einer tonnenschweren Last werden.

Um Feuchtigkeit aus dem Inneren zu lüften, empfiehlt der ADAC, die Dachluke einen Spalt breit offen stehen zu lassen. Die Luft zirkuliert dann besser, und Feuchtigkeit und verbrauchte Luft werden nach oben abgeführt. Ein «Muss» für Wintercamper ist ein Vorzelt. Laut ADAC schützt es nicht nur vor Schneeverwehungen. Auch nasse Wintersportkleidung und Skier lassen sich dort lagern, so dass Feuchtigkeit im Innenraum vermieden wird.

Auch wenn alle Tipps beherzigt werden - ob Wintercamping dem Einzelnen gefällt, lässt sich vorher schwer beurteilen. Viktoria Groß empfiehlt, zum Austesten mit einem neuen Fahrzeug nicht gleich für 14 Tage in die Alpen zu fahren. Besser sei es, sich zunächst ein verlängertes Wochenende in den Mittelgebirgen oder an der See vorzunehmen. «Man kann ausprobieren, ob man damit klarkommt - und die Gasvorräte reichen für ein Wochenende aus, ohne dass man erfriert.» Von Felix Rehwald, dpa

dpa-infocom


Sie benötigen Flash Player 9, um den RZ-Video-Player ansehen zu können.
Regioticker
Eventkalender
rz lexikon
Energiesparen