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Wie werde ich...? Meteorologe

Offenbach/Berlin Wenn Jörg Kachelmann im Fernsehen das Wetter vorhersagt, hängen Tausende von Zuschauern an seinen Lippen.

Kein Wunder: Das Wetter kommt in den Nachrichten meist zwar zum Schluss - für viele ist es aber das Gesprächsthema Nummer eins.

Die meisten «Wetterfrösche» erhalten allerdings nicht so viel Aufmerksamkeit - in der Regel arbeiten Meteorologen eher im Hintergrund an Wetterkarten und analysieren Hochs und Tiefs. Weniger spannend ist das aber nicht.

Die Berufsbezeichnung ist nicht geschützt: «Jeder, der sich mit dem Wetter beschäftigt, gilt als Meteorologe», erklärt Uwe Kirsche vom Deutschen Wetterdienst in Offenbach. «Da werden gern alle in einen Topf gehauen, die sich irgendwie mit Wetter beschäftigen.» Man müsse schließlich nicht unbedingt studiert haben, um im Fernsehen das Wetter anzusagen. Trotzdem führt der Weg in die Meteorologie klassischerweise noch immer über ein Studium, das in Deutschland an über einem Dutzend Hochschulen angeboten wird.

Diplom-Meteorologen werden Absolventen künftig nicht mehr, weil auch dieser Studiengang auf Bachelor und Master umgestellt wurde. «Während der sechs Semester des Bachelor-Studiums werden die Grundlagen der Meteorologie vermittelt», erläutert Peter Nevir vom Institut für Meteorologie der Freien Universität Berlin. Sie reichen von der Klimatologie über Statistik bis zur synoptischen Meteorologie - also der «Zusammenschau» aller Wettervorgänge, mit deren Hilfe Wetteranalysen und -vorhersagen gemacht werden.

«Der Studiengang ist stark naturwissenschaftlich, also mathematisch und physikalisch, ausgerichtet», führt Nevir aus. Der Grundkanon sei immer ähnlich, auch wenn jede Universität andere Eigenheiten und Schwerpunkte habe. «Wer darüber hinaus nach dem Bachelor noch den Master anhängt, kann seine Kenntnisse in unterschiedlichen Bereichen vertiefen.»

Um Meteorologe zu werden, ist Nevir zufolge aber nicht nur naturwissenschaftliches Verständnis nötig. «Wichtig sind auch analytische Fähigkeiten, strukturelles Denken, ein sauberer Umgang mit Daten - und natürlich Teamfähigkeit», zählt der Experte auf. «Es ist schließlich ein sehr kommunikativer Beruf, bei dem man nicht nur allein im stillen Kämmerlein vor sich hinarbeitet, sondern immer mit Kollegen zu tun hat.»

Die Arbeitsfelder von Meteorologen sind vielfältig: So gehört nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg nicht nur die Prognose des Wetters dazu. Zu ihren Aufgaben zählt auch, die Erdatmosphäre zu beobachten und zu erforschen, Wetterkarten zu erstellen und Schadstoffe in der Luft zu erfassen. Darüber hinaus können Meteorologen den Angaben zufolge an der Entwicklung von meteorologischen Messinstrumenten mitarbeiten.

Auch die Betätigungsfelder auf dem Wettermarkt sind breit gestreut und beschränken sich nicht nur auf die Forschung und den öffentlichen Dienst etwa beim Deutschen Wetterdienst, dem größten Arbeitgeber für Meteorologen in Deutschland. «Meteorologen arbeiten auch bei privaten Wetterfirmen, die unter anderem die Vorhersagen für Tageszeitungen oder das Fernsehen herstellen», erläutert Kirsche. «Außerdem sind ihre Kenntnisse in der Industrie, der Bauwirtschaft oder bei Versicherungen gefragt, wo Gutachten über meteorologische Aspekte von der Klimaentwicklung bis hin zum Umweltschutz hergestellt werden.»

Anwärter auf den Job als Meteorologe hegen in der Regel eine langjährige Begeisterung für die Materie - Bewerber, die «just for fun» einmal in den Bereich hineinschnuppern wollen, gibt es laut Kirsche eigentlich nicht. «Für diesen Beruf entscheiden sich nur Menschen, die das schon immer machen wollten und die eine Leidenschaft für das Wetter haben», sagt er. «Das ist hierzulande so abwechslungsreich, dass es für die Vorhersagemeteorologie besonders interessant ist.» Im stets sonnigen Saudi-Arabien hingegen wäre ihm der Beruf womöglich zu langweilig. Meteorologie ist keine reine Männerdomäne Trotz des naturwissenschaftlich orientierten Studiums ist die Meteorologie inzwischen keine reine Männerdomäne mehr. Seit einigen Jahren finden sich immer mehr weibliche Wetterexperten. «Bei rund der Hälfte der Bewerbungen handelt es sich um Frauen», sagt Uwe Kirsche vom Deutschen Wetterdienst in Offenbach. An den Hochschulen sieht das nicht anders aus, wie Peter Nevir von der Freien Universität Berlin erläutert: «Bei den Studierenden ist das Verhältnis mittlerweile ungefähr 50 zu 50.» Von Aliki Nassoufis, dpa

dpa-infocom


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