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Beruf & Bildung     » News     » Recht     » Weiterbildung     » Wie werde ich…?

Wie werde ich...? Feuerwehrmann

Berlin Feuerwehrleute gelten oft als Helden. Jedes Kind kennt das rote Feuerwehrauto und das Martinshorn.

Entsprechend hoch ist das Prestige der Einsatzkräfte: Sie haben den Beruf mit dem höchsten Ansehen in Deutschland.

Das hat eine repräsentative Umfrage im Auftrag des Deutschen Beamtenbundes ergeben. Der Job ist aber kein Kinderspiel - denn beim Einsatz geht es oft genug um Leben und Tod. «Feuerwehrleute müssen Allrounder sein», sagt Ludwig Geiger, Vizepräsident des Deutschen Feuerwehrverbandes in Berlin. Für Heldentum haben die meisten Feuerwehrleute wenig übrig: Sie sehen sich eher als Helfer und Dienstleister.

Auf die Leiter krabbeln und «Wasser marsch» rufen - so einfach sind viele Einsätze leider nicht. «Wir werden mit Leid, Tod und Elend konfrontiert», gibt Ausbilder Peter Sommer von der Berliner Feuerwehr zu bedenken. Die meisten Einsätze seien Rettungsdienste. Deutlich seltener geht es darum, Brände zu löschen, Wasser aus Kellern zu pumpen oder sich um Unfälle zu kümmern.

Arbeit gibt es bei Berufs- und Werkfeuerwehren. Aber auch Aufsichtsbehörden und Feuerwehrschulen beschäftigen hauptamtlich Feuerwehrleute. Die meisten arbeiten etwa als «Truppmann» oder Sachbearbeiter im mittleren feuerwehrtechnischen Dienst, die Chefs kleinerer Dienststellen und Einsatzleiter im gehobenen Dienst. Im höheren Dienst sind etwa Amts- und Referatsleiter tätig.

Der Beruf ist eine Männerdomäne. Frauen müssen bei den anstrengenden Einsätzen mithalten können. «Ich sollte genauso fit sein wie die Kollegen», sagt Susanne Klatt, Vorsitzende des Netzwerkes Feuerwehrfrauen in Dortmund.

Der Vorsatz «Ich will Feuerwehrmann werden!», wie man ihn vom kleinen Drache Grisu aus dem Trickfilm kennt, geht nicht immer in Erfüllung. Der obligatorische Sporttest beendet das Rennen für viele Kandidaten. Bewerber müssen bei den Aufnahmeprüfungen Autoreifen wechseln, auf 30 Meter hohe Drehleitern klettern oder eine schwere Übungspuppe per Krankentrage transportieren. Für höhere Laufbahnen können Vorträge gefordert sein oder Assessment-Center eingesetzt werden. Außerdem müssen Bewerber zur amtsärztlichen Untersuchung. Gute Blutwerte sind dabei ebenso wichtig wie das Belastungs-EKG.

Die formalen Voraussetzungen sind je nach Bundesland unterschiedlich. Ein Abschluss als Rettungssanitäter oder im Handwerk ist für den mittleren Dienst gern gesehen. Ein Studium in einer technischen oder naturwissenschaftlichen Fachrichtung braucht es für den gehobenen und höheren Dienst. Die Ausbildung dauert 18 bis 24 Monate. Zu Beginn erhalten angehende Feuerwehrleute zwischen 820 Euro und 1100 Euro. Danach ist die Anstellung nicht sicher, denn die Berufsfeuerwehren bilden zunehmend nach Bedarf aus, erläutert Ludwig Geiger. Einheitlich geregelt ist das Gehalt der Feuerwehrbeamten: Es gelten die jeweiligen Tarifverträge.

Trotz 24-Stunden-Schichten und einer 48-Stundenwoche inklusive Bereitschaftszeiten schätzt Susanne Klatt den Beruf als familienfreundlich ein. «Nach einer Schicht sind meist zwei Tage frei.» Auch Teilzeitarbeit ist möglich. Sie würde den Beruf wieder wählen. Ein Grund dafür sei, dass die Arbeit immer abwechslungsreich bleibt: «Kein Einsatz ist wie der andere.»

Deutscher Feuerwehr Verband: www.dfv.org

Netzwerk Feuerwehrfrauen e. V.: www. netzwerk-feuerwehrfrauen.de Feuerwehr ist Männersache Bei der Feuerwehr gibt es bislang nur wenige Frauen: Ihr Anteil bei der Berufsfeuerwehr beträgt 1,28 Prozent, wie das Netzwerk Feuerwehrfrauen errechnet hat. 550 Frauen arbeiten hauptamtlich in dem Beruf. Bundesweit haben die Feuerwehren in Deutschland mehr als 1,3 Millionen Mitglieder. Rund 100 Städte haben laut dem Deutschen Feuerwehrverband in Berlin eine Berufsfeuerwehr mit insgesamt 27 600 Kräften. Dazu kommen rund 30 000 Mitarbeiter privater Feuerwehren und mehr als eine Million freiwillige Feuerwehrleute. Von Katlen Trautmann, dpa

dpa-infocom


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