pic Zählpixel
kalaydo leftkalaydo logo
RZ-Blog  |  Twitter  Mobil&RSS  |  Kontakt
suchen im
Lexikon
RZ-Online-Archiv
Zeitungs-Archiv
Internet
< Schnell-Navigation >
KinoWelt VideoWelt FotoWelt MeineWelt
Computer     » News   » Spiele & Soft    » Surftipps    » PC-Tipps    » Multimedia

AOL startet mit Börsengang in ungewisse Zukunft

New York (dpa) ­ Die einstige Elefantenhochzeit der Internet- Branche ist endgültig geschieden: AOL ist mit der Rückkehr an die New Yorker Börse am Donnerstag wieder komplett vom Medienkonzern Time Warner getrennt.

Gemeinsam sind die so unterschiedlichen Unternehmen nicht glücklich geworden, doch auch allein sieht zumindest der einstige Internet-Pionier schwierigen Zeiten entgegen. Experten vermuten, dass er in den nächsten fünf Jahren mit weiter sinkenden Gewinnen rechnen muss. Der jung-dynamische Konzernchef Tim Armstrong steht vor einer schwierigen Aufgabe.

Mit seiner Zugangssoftware ebnete AOL in den 90er Jahren Millionen von Menschen den Weg ins Internet. Die Verbindungsgebühren brachten Milliardeneinnahmen. Derart aufgehübscht versuchte der Konzern auf dem Höhepunkt des Dotcom-Booms den deutlich größeren Medien-Giganten Time Warner zu kaufen. Inhalte plus Zugang - das rechtfertigte im Jahr 2000 eine Fusion im Wert von zeitweise 160 Milliarden Dollar.

Doch dem Höhenflug folgte der Absturz. Die Börsen-Blase platzte genauso wie die Träume, zwei so grundverschiedene Unternehmen wie Time Warner und AOL zu vereinen. Nach Abschreibungen und Wertberichtigungen wies der neue Konzern im Geschäftsjahr 2002 einen Rekordverlust von 99 Milliarden Dollar aus.

Bald begann auch das profitable Geschäft mit Internetzugängen zu erodieren. Die deutsche Tochter-Gesellschaft hat diese Sparte bereits an Telecom Italia verkauft, in den USA zahlen noch rund 5,4 Millionen Abonnenten ihre Gebühren. Zum Vergleich: Zu besten Zeiten waren es einmal knapp 27 Millionen.

Künftig will AOL nicht mehr die Tür zum Internet öffnen, sondern Werbung vermarkten. Dafür hat der Konzern aus dem US-Staat Virginia in den vergangenen Jahren neben dem bekannten Portal AOL.com etliche Websites aufgebaut und angekauft: Von Technik-Blogs wie Engadget über Klatsch-Seiten wie TMZ bis hin zu Lifestyle-Nachrichten für Frauen. Auch das Online-Netzwerk Bebo gehört dazu. Neben eigenen Inhalten vermarktet AOL fremde Websites.

Mit dieser Mischung aus Nischen- und Massenangeboten hat AOL das größte Werbenetzwerk in den USA - das bescheinigen die Marktforscher von Comscore. Dennoch ist der Umsatz dieser Sparte im abgelaufenen Quartal um 18 Prozent auf 415 Millionen Dollar gesunken. Der Umsatz aus dem Zugangsgeschäft fiel sogar um 28 Prozent auf 332 Millionen Dollar. Analysten gehen davon aus, dass der Umsatz auch in den nächsten Jahren weiter sinken wird.

Denn im Geschäft mit Internetzugängen bröckeln die Margen weiter. Und bei der Online-Werbung ist die Konkurrenz riesig - nicht nur der alte Rivale Yahoo verkauft Bannerwerbung (Display Ads), sondern mittlerweile auch Google. Ebenso zweigen die derzeit populären Online-Netzwerke wie Facebook Aufmerksamkeit und Werbe-Budgets ab.

Firmenchef Tim Armstrong hat in den vergangenen Monaten bereits die neuen Zeiten eingeläutet. Er will die Kosten um jährlich 300 Millionen Dollar senken und streicht daher 2500 der 6900 Stellen. Ein neues System soll den Verkauf von Werbeanzeigen effizienter gestalten als bislang. Und ein neues, fetziges Logo soll Geschmack auf die «weltweit aufregendsten Online-Inhalte und Erlebnisse» machen.

Armstrong hat Erfahrung mit Online-Werbung - beim Suchmaschinen- Primus Google baute er das erfolgreiche System mit Textanzeigen mit auf. Vielleicht hat der 38-Jährige bei AOL ähnlichen Erfolg. Der Konzern könnte es gebrauchen. Von Christof Kerkmann, dpa

dpa-infocom


Sie benötigen Flash Player 9, um den RZ-Video-Player ansehen zu können.
Regioticker
Eventkalender
rz lexikon
Energiesparen