pic Zählpixel
kalaydo leftkalaydo logo
RZ-Blog  |  Twitter  Mobil&RSS  |  Kontakt
suchen im
Lexikon
RZ-Online-Archiv
Zeitungs-Archiv
Internet
< Schnell-Navigation >
KinoWelt VideoWelt FotoWelt MeineWelt
Geld & Recht       » News       » Steuer-Tipps

Vor Weihnachten hat Spenden-Werbung wieder Konjunktur

Trier In der Vorweihnachtszeit flattern oft gleich mehrere Spendenbriefe am Tag ins Haus.

Alle möglichen Organisationen bitten um Geld - für Hunger leidende Kinder, verwahrloste Tiere oder Opfer von Naturkatastrophen.

Denn klar ist: «Vor Weihnachten gibt es eine erhöhte Spenden- und Hilfsbereitschaft», sagt Claudia Bies, die bei der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) Trier mit Kollege Sven Brauers über die Spenden in Rheinland-Pfalz wacht. Doch Spender müssen aufpassen, dass die gute Gabe auch wirklich ankommt. Sie sollten sich auf keinen Fall von Hochglanzbroschüren und Mitleid erweckenden Bildern beeindrucken lassen, rät die Juristin. Und: «Ganz genau hinschauen, wofür das Geld eingesetzt wird.»

Nicht selten wird in den Spendenaufrufen mit Druck gearbeitet. Es gibt Fälle, in denen neben einem Foto von einem halb verhungerten Kind aus Afrika steht: Mit einer kleinen Spende können Sie helfen, dass das Kind jetzt noch einen Monat länger lebt. Wenn Sie ein bisschen mehr geben, lebt es noch zwei Monate. «Die Oma, deren Enkeln es gut geht, sagt sich dann, ich kann doch nicht dafür verantwortlich sein, dass das Kind morgen stirbt», sagt Bies. Aber eigentlich weiß die Frau gar nichts über die Organisation, an die sie Geld schickt. Und auch nicht, wie viel ihrer Spende tatsächlich ihren Zweck erreicht.

«Wir raten zu informierten Spenden» , sagt Verwaltungswirt Sven Brauers von der Spendenaufsicht. Es sei gut, wenn der Spender bei der Organisation nachfrage oder etwa einen Tätigkeitsbericht anfordere. Allgemein gelte: Je unbekannter eine Organisation sei und je weiter weg das Geld eingesetzt werde, desto geringer sei die Chance, die Verwendung des Geldes zu überprüfen. «Und desto höher ist die Gefahr, dass ein großer Teil des Geldes nicht für den eigentlichen Zweck verwendet wird, sondern zum Beispiel für Hochglanzbroschüren oder Geschenke, die teils mitgeschickt werden», sagt Bies.

Der «Spenden-TÜV» der ADD will, dass das gespendete Geld auch ankommt. Aktiv werden die Kontrolleure etwa, wenn es Beschwerden aus der Bevölkerung gibt. Zum Beispiel, wenn man sich bei der Spenden-Akquise bedrängt oder überrumpelt fühlt. Oder bei mehrfachen Abbuchungen von Förderbeiträgen.

«Die Bevölkerung gibt inzwischen fleißig Hinweise», sagt Brauers, der seit 2000 im Amt ist. Bei Info-Ständen und Haustürsammlungen sollte man sich bei Zweifeln die Sammlungserlaubnis zeigen lassen. «Jede Sammlung mit direkter Ansprache - Aug' in Aug' - ist erlaubnispflichtig», sagt Bies. Weil da ein ganz anderer Druck aufgebaut wird. «Das ist anders, als wenn eine Spendendose beim Bäcker steht, wo ich wegschauen kann.» Generell gut sei es, auch regionale Organisationen wie beispielsweise das Tierheim zu unterstützen. Da sehe man, was mit dem gespendeten Geld passiert.

Die Spendenaufsicht der ADD ist bundesweit eine Besonderheit. «Es ist unser großer Vorteil, dass wir eine landesweite Zuständigkeit haben - und landesweite Verbote aussprechen können», sagt Referatsleiterin Bies. Neun Bundesländer haben ihre Sammlungsgesetze inzwischen abgeschafft. Und in den anderen Ländern gibt es keine landesweite Anlaufstelle. Stattdessen sind Kreis- und Stadtverwaltungen oder Bezirksregierungen zuständig.

Tipps für Spender vom Deutschen Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI): http://dpa-q.de/spendentipps Von Birgit Reichert, dpa

dpa-infocom


Sie benötigen Flash Player 9, um den RZ-Video-Player ansehen zu können.
Regioticker
Eventkalender
rz lexikon
Energiesparen