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Behinderte Eichhörnchen finden in Eckernförde ein Zuhause

Eckernförde Aufgeregt schnuppert Luna an der Nuss. Die Eichkatze versucht sie in der Jacke der Besucherin zu verstecken.

Luna ist eines von zehn behinderten Eichhörnchen aus ganz Deutschland, die in Eckernförde ein neues Zuhause gefunden haben.

Die Stadt wollte für ihr Wappentier etwas Besonderes machen und stellte Geld und Platz für das bundesweit einzige Dauergehege für behinderte Eichhörnchen zur Verfügung. «Es gibt schon oft behinderte Tiere», sagt Moni Rademacher, die dritte Vorsitzende des deutschlandweit organisierten Eichhörnchen Notrufs und ehrenamtliche Leiterin des Eckernförder Projekts. In der freien Natur hätten sie keine Überlebenschance, in dem hundert Quadratmeter großen und bis zu sieben Meter hohen Gehege können sie ihre Instinkte und artgerechten Triebe in geschützter Umgebung ausleben.

«Und Besucher können hier die Tiere ganz nah erleben und etwas über ihr Verhalten und ihren Lebensraum lernen», schwärmt Rademacher. Und Besuch ist in der Eichhörnchenstation ausdrücklich erwünscht. Vor allem Schulklassen und Kindergartengruppen nutzen die Gelegenheit, die quirligen Nagetiere in Ruhe beobachten zu können.

Etwas abgelegen und für Besucher nicht zugänglich liegt auf dem weiträumigen Gelände des Umwelt Info Zentrums am Stadtrand von Eckernförde ein weiteres Gehege, in dem gesunde Findel-Eichhörnchen nach dem Aufpäppeln wieder ausgewildert werden. Bundesweit gibt es mehr als 50 solcher Auffangstellen mit Auswilderungsgehegen und gut 30 Notkontakte, wo gefundene Tiere eine Nacht bleiben können. Das Eckernförder Team nimmt verwaiste, kranke und verletzte Eichhörnchen aus dem Gebiet zwischen dänischer Grenze, Neumünster und Timmendorfer Strand auf. Finanziert wird es durch private Geld- und Futterspenden.

Dieses Jahr wurden bisher bundesweit etwa 1600 Eichhörnchenbabys gefunden. «Manchmal sind das sogar Tiere, die sind erst einen Tag alt, die haben noch die Nabelschnur», berichtet Rademacher, die allein dieses Jahr etwa 80 Findeltiere aufgepäppelt hat. Manchmal falle ihr die Trennung nach den intensiven Wochen mit den Winzlingen, die am Anfang alle zwei Stunden gefüttert werden müssen, schon schwer. Aber auf der anderen Seite sei es schön zu sehen, wie die Tiere immer selbstständiger werden und sich hinaus wagen. «Wir versuchen, immer auszuwildern», sagt Rademacher. «Besser, das Tier hat zwei schöne Jahre in Freiheit, als zehn Jahre bei uns.»

Mit etwa acht Wochen sind die jungen Eichhörnchen alt genug, um von ihren «Pflegeeltern» ins Auswilderungsgehege umzusiedeln. In dem 50 Quadratmeter großen und vier Meter hohen Gehege werden sie langsam auf die Freiheit vorbereitet und vom Menschen entwöhnt. «Kontakte mit Menschen soll es hier so gut wie keine geben», beschreibt Rademacher das Vorgehen. Vier Wochen später ist es dann soweit, mit etwa zwölf Wochen können die Wildtiere in die Natur entlassen werden. Bis dahin haben die Tiere gelernt, Nester - die sogenannten Kobel - zu bauen, Nüsse zu knacken und Wintervorräte anzulegen. Auch Luna und die anderen gehandicapten Nager verstecken eifrig Nüsse, Eicheln und Samen für den Winter. Und da muss manchmal auch ein Mantelkragen herhalten.

Eichhörnchenprojekt: Hans-Christian-Andersen-Weg, Eckernförde, Telefon: 04351 / 720255, Notruf-Telefon: 0700 / 200 200 12 (0,12 EUR aus dem deutschen Festnetz), Öffnungszeiten Dienstag bis Sonntag 10.00 bis 16.00 Uhr

Weitere Infos zum Projekt: www. eichhoernchen-notruf.de Das Europäische Eichhörnchen Das Europäische Eichhörnchen (Sciurus Vulgaris) lebt in den Wäldern Europas und Asiens. In Deutschland hat sich das Nagetier zum Kulturfolger entwickelt und ist immer mehr in Städten, Gärten und Parks zu beobachten. Eichhörnchen sind Einzelgänger, die Reviergröße richtet sich nach dem Nahrungsangebot. Wo es viel zu Fressen gibt, dulden sich auch mehrere Eichhörnchen auf engem Raum.

Der Speiseplan der meist rot oder schwarz gefärbten Tiere variiert je nach Jahreszeit von Knospen, Zweigen und jungen Trieben im Frühjahr bis zu Nüssen, Bucheckern oder Samen später im Jahr. Sie fressen aber auch Pilze, Insekten und Schnecken. Da Eichhörnchen keinen Winterschlaf halten, legen sie im Herbst Vorräte für die kalte Jahreszeit an. Auf der Suche nach ihren Vorräten laufen sie dann alle Verstecke ab und finden die vergrabenen Nüsse mit Hilfe ihrer guten Nase.

Hauptfeinde der Eichhörnchen sind Baummarder, aber auch Katzen, Krähen, Greifvögel und Luchse haben es auf sie abgesehen. Zum Problem wird auch der zunehmende Autoverkehr und die Verarmung der Wälder durch intensive Forstwirtschaft. Eichhörnchen können zwischen sechs und zwölf Jahren alt werden. Von Birgitta von Gyldenfeldt, dpa

dpa-infocom



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