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Mainz 05

Der Spitzenreiter in der Heimtabelle

Mainz Im Sommer, unmittelbar nach der Beurlaubung von Aufstiegstrainer Jörn Andersen und der Inthronisierung von A-Junioren-Coach Thomas Tuchel, hätte dieses Szenario niemand für möglich gehalten: Der FSV Mainz 05 steht einen Spieltag vor Vorrundenende in der Fußball-Bundesliga auf dem achten Tabellenplatz und an erster Stelle in der Heimtabelle. Ein großer Erfolg.

Da ein Aufsteiger immer nach unten schauen muss, sind auch die Punktabstände interessant. Der FSV Mainz 05 hat vier Zähler Rückstand zum international bedeutsamen vierten und fünften Rang (Werder Bremen und Hamburger SV), aber schon elf Zähler Vorsprung vor dem Abstiegsrelegationsplatz 16 (VfL Bochum). Auch diese Bilanz hätte im Sommer kein Experte, der ernst genommen werden will, vorausgesagt. Die Mannschaft von Thomas Tuchel hat alle Erwartungen übertroffen.

Der ehrgeizige Jungtrainer hat bei Dienstantritt als eines seiner wichtigsten Ziele verkündet, das Bruchwegstadion wieder zu einer Bastion machen zu wollen. Die 90 Minuten in Mainz sollten für jeden Bundesligisten eine unbequeme, harte Zeit werden, erklärte der 36-Jährige.

Die Heimergebnisse: 2:2 gegen den wahrscheinlichen Wintermeister Bayer Leverkusen, 2:1 gegen den Branchenriesen FC Bayern, 2:1 gegen Hertha BSC, 2:1 gegen den millionenschweren Mäzenatenklub TSG Hoffenheim, 3:0 gegen den Mitaufsteiger SC Freiburg, 1:0 gegen den Mitaufsteiger 1. FC Nürnberg, 1:1 gegen den international ambitionierten Hamburger SV, 1:1 gegen den Champions-League-Achtelfinalisten VfB Stuttgart.

Fünf Siege, drei Remis , keine Niederlage. 18 Punkte. Heim-Spitzenreiter vor Leverkusen (17 Punkte)) Bayern (16) Schalke, HSV, Dortmund und Gladbach (je 14). Einige Spektakel im Festspielhaus am Bruchweg. Stimmung in der Bude. Stabile Defensive, wilde Zweikämpfe, technisch gepflegter Angriffsfußball, Tempo, Chancen, Tore. Mehr geht nicht.

Und dennoch war beim letzten Vorrunden-Heimspiel gegen den VfB Stuttgart in der Halbzeitpause ein Murren nicht zu überhören auf den Tribünenrängen. 0:1 stand es. Die 05er waren nicht sonderlich gut in Schwung gekommen. Der Gast, neu justiert vom neuen Trainer Christian Gross, hatte eine von zwei Chancen genutzt. Die Mainzer hatten ihre drei klaren Chancen vergeigt. Passiert. Aber das Niveau am Bruchweg ist inzwischen im obersten Regalfach angesiedelt. Da löst ein normales Spiel mit den normalen Schwierigkeiten in der Offensive bei einigen Leuten schon missbilligende Verwunderung aus. An diesem 16. Spieltag kam nur eine einzige Mannschaft zu einem Heimsieg: Borussia Mönchengladbach schlug Hannover 96 mit 5:3 - und benötigte dafür drei (!) spektakuläre Eigentore der Gäste. Der VfL Bochum ging gegen die Bayern unter (1:5). Der SC Freiburg schaffte kein Tor gegen den 1. FC Köln (0:0). der Deutsche Meister VfL Wolfsburg ging gegen Borussia Dortmund ein (1:3). Werder Bremen hatte kaum Torchancen gegen den Kindergarten aus Schalke (0:2). Die TSG Hoffenheim hatte kaum Torchancen gegen Eintracht Frankfurt (1:1). Und der FSV Mainz 05 hat bei einem Chancenverhältnis von 6:2 eben mal "nur" 1:1 gegen den VfB Stuttgart gespielt. Die Bewertung ist immer eine Frage der Perspektive.

"Für die Spieler hatte ich mir noch mal einen Sieg gewünscht, als Verstärkung", erklärte Tuchel am Sonntag. Kennzahlen bei Ballbesitz und Chancenverhältnis seien gut gewesen. Das hätte der Trainer auch gewürdigt im Falle einer Niederlage. "Ein 1:1 fühlt sich so aber natürlich ganz anders an. Wir haben unsere Heimserie behauptet und können mit breiter Brust nach Schalke fahren."

Diese Mannschaft hat ein Gesicht. Eine Idee. Ein Spielkonzept. Einen Spielstil. Der greift nicht immer. Gerade dann, wenn zum Ende der Vorrunde, die sehr viel Konzentration abverlangt hat, die mentalen und körperlichen Kräfte nachlassen, die Leichtigkeit etwas verfliegt. Dann birgt die auf langen Passfolgen basierende Herangehensweise Fehlerquellen.

Bei den großen Heimsiegen sind die 05-Profis immer in Führung gegangen. Das war die entscheidende emotionale Verstärkung. Zuletzt gab es Rückstände, und dann artete das Geschehen in Arbeit aus. Dann wirkte der kombinatorische Ansatz zuweilen etwas zu kompliziert, zu verkopft.

Zehn gute Pässe, ein missratener - und ab geht es wieder 30, 40 Meter zurück, dem einfach konternden Gegner hinterher. Und dann immer wieder der neue Anlauf im Aufbauspiel. "Ich will daran jetzt aber nichts ändern", erklärt Tuchel. "Die Mannschaft hat den Glauben an unsere Art und Weise. Diese Art macht uns aus." Der 05-Coach: "Unser Weg ist gut, und dieser Weg, das sind wir. Dieser Weg hat uns Punkte gebracht. Und das waren keine glücklichen Punkte."

Der entscheidende Unterschied zuletzt , sagt Tuchel, das sei der erste Ball gewesen. "Wenn wir gegen Stuttgart unsere erste Chance nutzen, dann bin ich überzeugt davon, dass wir dieses Spiel gewonnen hätten." Die Aufgabe am Freitagabend lautet also: Stabile Defensive in Schalke, gute Ballbesitzzeiten - und in Führung gehen. (Reinhard Rehberg)

RZO


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