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TuS Koblenz

Koschinat will jetzt genau hinschauen

Koblenz -Spannende Zeiten bei Fußball-Zweitligist TuS Koblenz: Nach der Einigung über die Trennungsmodalitäten mit Trainer Uwe Rapolder bereitet dessen Vertreter Uwe Koschinat die Mannschaft auf das Spiel gegen den FSV Frankfurt vor, parallel dazu hat der Aufsichtsrat die Weichen für die nächsten Wochen gestellt.

Der Tag danach brachte vor allem für Uwe Koschinat und Wolfgang Loos jede Menge Arbeit mit sich. Koschinat, 38, Co-Trainer, ist im wahrsten Sinne des Wortes über Nacht zum Übergangs-Chef ernannt worden, der den Profis von TuS Koblenz neues Leben einhauchen soll. Und Geschäftsführer Loos kommt beim Fußball-Zweitligisten mehr denn je die Rolle des Krisen-Managers zu. Nach der Trennung von Trainer Uwe Rapolder bemüht sich der Klub darum, den Weg zurück in den Alltag zu finden - sofern das nach den Turbulenzen der vergangenen Tage überhaupt möglich ist.

"Ich habe der Mannschaft gesagt , dass es jetzt keine Alibis mehr gibt", berichtete Loos, nachdem er den kompletten Kader vor dem Training um 14 Uhr über den Stand der Dinge informiert hatte. Demnach übernimmt Koschinat wie erwartet in dieser Woche die sportliche Verantwortung und wird das Team auf das abschließende Hinrunden-Spiel gegen den FSV Frankfurt vorbereiten. Loos selbst wird ebenfalls enger an die Mannschaft rücken und alle Trainingseinheiten begutachten, zudem nimmt er am Freitag mit auf der Bank Platz. Parallel dazu wird er bei der DFL eine Ausnahmegenehmigung für Koschinat beantragen, der noch nicht den Fußballlehrer-Schein besitzt.

Gleichwohl hat das Koblenzer Urgestein Koschinat aber klare Vorstellungen. "Es geht für mich zunächst einmal darum, genau zu beobachten, wie jeder Einzelne mit der Situation umgeht." Der Schwebezustand um Rapolder, so lässt er durchblicken, ist nicht spurlos an den Profis vorbeigegangen, denn, so der Interims-Chef, "es sind auch nur Menschen". In den wenigen Tagen bis zum Frankfurt-Spiel will er an einigen "Stellschrauben" drehen, natürlich soll das Ganze in einem Sieg münden. "Wir bereiten uns darauf vor, als wäre es ein Endspiel", sagt Koschinat. In der aktuellen Situation setzt er vor allem auf die einfachen Dinge. Aggressivität, Zweikampfstärke sind gefragt, auch ruhende Bälle sollen ein Faktor werden. "Wir können mit drei Punkten gegen Frankfurt viel reparieren", weiß Koschinat.

Am Abend zuvor war der Co-Trainer von Loos darüber informiert worden, dass er in dieser Woche die Geschicke leiten soll. In einem ZweiStunden-Telefonat wurden Strategie und Zeitplan festgezurrt. Und zwar unmittelbar, nachdem Aufsichtsrats-Chef Walterpeter Twer eine gütliche Einigung mit Rapolder erzielt hatte. Der Coach, so ließ Twer durchblicken, geht mit einem goldenen Handschlag - aber auch die TuS-Führung kann nach der sauberen Trennung frei von Altlasten den Blick nach vorn richten.

Konkret heißt das: Der ursprünglich bis Juni 2011 datierte Vertrag mit dem 51-Jährigen wird zum 31. Dezember aufgelöst, im Gegenzug kann sich Rapolder mit einer Abfindung im sechsstelligen Bereich trösten. Offenbar hatte er in seinem Arbeitspapier eine Klausel, die ihm bis zu einer Million Euro zugesichert hätte, "aber er ist uns entgegengekommen", sagt Twer, "wir haben eine für alle faire Lösung gefunden." Eigentlich wollten die Beteiligten nicht über Zahlen reden, aber dann sickerte durch, dass es über 600 000 Euro sein sollen, die in sechs Raten gezahlt werden. "Das Geld haben wir", beruhigt der TuS-Chef, auch wenn Loos von einer "belastenden Position" in der Bilanz spricht.

Ohnehin ist Twer guter Dinge, dass der Mannschaft alsbald die Wende zum Guten gelingt. "Es ist genug Qualität im Kader, um die Klasse zu halten", redet er die zuletzt gebeutelten TuS-Profis stark und sieht deshalb auch keinen größeren Handlungsbedarf in der Winterpause. Was im Übrigen auch die Botschaft an den neuen Cheftrainer sein wird, der spätestens nach der kurzen Weihnachtspause am 29. Dezember seinen Dienst antreten soll.

Bis dahin sollen sich auch hinter den Kulissen die Wogen geglättet haben. Denn, auch das wurde in diesen Tagen deutlich, es rumort abseits des Platzes (wieder einmal) gewaltig. "Es kann nicht sein, dass es Heckenschützen innerhalb des Vorstands gibt", griff Loos eines der Präsidiums-Mitglieder an - ohne Namen zu nennen. Gemeint haben dürfte er Vize-Präsident Gerd Kohns, der Gerüchte über Rapolder gestreut haben soll. "Wir werden nur dann zur Ruhe kommen, wenn wir im Verein mit einer Stimme sprechen", ergänzt Loos. Das hört sich nicht eben danach an, dass die abendliche Aufsichtsrats-Sitzung zu einer Quelle trauter Harmonie wurde. (Sven Sabock)

RZO


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