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Millionen-Betrug bei Formel-1-Sponsoring

Düsseldorf Ein Millionen-Betrugsskandal um einen Ex- PR-Manager des Henkel-Konzerns hat die Formel 1 erfasst.

Henkel erklärte einen zwischen seinem früheren PR-Mann und dem Rennstall Brawn GP geschlossenen Sponsoring-Vertrag über 90 Millionen Euro für nichtig. .

Brawn fährt von 2010 an unter dem Namen Mercedes Grand Prix. Derzeit wird über das spektakuläre Formel-1-Comeback von Rekordweltmeister Michael Schumacher bei Mercedes spekuliert.

Wegen der von Brawn Mitte November angemahnten Zahlung der ersten Sponsoring-Tranche zog Henkel vor Gericht und reichte Klage ein. Die Staatsanwaltschaft Düsseldorf bestätigte, das gegen den 42-jährigen PR-Mann Kai von B. in Zusammenhang mit dem Vertrag ermittelt werde. Das «Handelsblatt» berichtete, dass es wegen des Vertrags, dessen Summe auch im Milliardenzirkus Formel 1 erheblich sei, Streit zwischen Daimler und dem Waschmittel-Konzern gebe.

«Mercedes Grand Prix ist an einer einvernehmlichen Einigung bezüglich des im Sommer mit BrawnGP abgeschlossenen Sponsoring-Vertrags interessiert», sagte ein Mercedes-Motorsportsprecher. «Die dazu erforderlichen Gespräche sollen vertraulich geführt werden.»

Henkel teilte hingegen mit: «Henkel ist nicht bereit, aufgrund in betrügerischer Absicht erstellter Dokumente Zahlungen für ein nicht beabsichtigtes Formel-1-Sponsoring zu übernehmen.» Brawn habe den Millionen-Vertrag mit der niederländischen Briefkastenfirma eines einschlägig bekannten Betrügers abgeschlossen. Kai von B. habe dafür eine Garantieerklärung abgegeben. Brawn habe die Sorgfaltspflicht bei Abschluss des Deals verletzt.

Millionen-Verträge gingen grundsätzlich in den Vorstand und würden von Gremien geprüft und abgenickt, sagte ein Henkel-Sprecher. Es sei «völlig unüblich», dass «ein Mitarbeiter aus der fünften Managementebene eines DAX-Konzerns Dokumente dieser Dimension ohne Einschaltung anderer Stellen» alleine verhandeln oder unterzeichnen dürfe.

Dem «Handelsblatt» zufolge wurde die Brawn GP im Mai dieses Jahres beim Rennen in Monaco von einer Sponsoring-Agentur angesprochen. Dabei sei es um 30 Millionen Euro pro Saison gegangen. Schnell sei klar geworden, dass es sich bei dem potenziellen Sponsor um Henkel handele. Im Juni habe Kai von B. die Brawn-Führung in die Henkel- Zentrale nach Düsseldorf eingeladen. Ende Juli sei der Vertrag unterzeichnet worden.

Im September soll Brawn den Daimler-Chef Dieter Zetsche über den Deal mit Henkel informiert haben, schreibt die Zeitung weiter. Zetsche habe sich direkt bei Henkel-Chef Kasper Rorsted erkundigt, der aber jedes Interesse an der Formel 1 bestritten habe. Dadurch sei das Geschäft aufgeflogen.

Der Brawn-Sponsoring-Vertrag ist nach Angaben des Sprechers der Düsseldorfer Staatsanwaltschaft, Johannes Mocken, ein «Nebenkomplex» in den Ermittlungen gegen Kai von B. Gegen den Ex-Manager, der vor seinem Job bei Henkel Chefredakteur lokaler Radiosender war, wird seit Wochen wegen Betrugs und Urkundenfälschung ermittelt. Er soll mit seinem Komplizen, über dessen Briefkastenfirma laut Henkel der Sponsoring-Vertrag abgeschlossen wurde, zudem Forderungen an Henkel in Höhe von rund 20 Millionen erfunden und verkauft haben.

Dabei soll auch die Unterschrift von Rorsted gefälscht worden sein. Der PR-Mann aus Ostwestfalen hatte Mitte Oktober Selbstanzeige erstattet und Henkel verlassen. Henkel habe Daimler Ende Oktober - noch vor Bekanntgabe des Mercedes-Einstiegs bei Brawn - über die Betrugsvorgänge informiert, teilte das Unternehmen mit.

Mocken sagte, es sei noch nicht klar, welche Geschäftsbeziehungen zwischen Daimler und Henkel zustande gekommen seien. Derzeit werde geprüft, ob sich eine Straftat daraus ergebe. Im Falle eines Betruges müsste aus dem Sponsoring-Vertrag nicht nur ein Schaden für Henkel, sondern auch ein Profit für den Verdächtigen entstanden sein. Die Ermittler gehen davon aus, dass der verdächtige PR-Mann immer wieder Provisionen kassiert hat. Unklar ist aber, ob es einen direkten Zusammenhang zu dem Sponsoring-Vertrag gibt.

dpa-infocom


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