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Müde Mauresmo hört auf: Es waren magische Jahre

Paris Die frühere Weltranglisten-Erste Amelie Mauresmo hängt mit 30 Jahren den Schläger erschöpft an den Nagel. «Ich spiele seit 25 Jahren.

Ich fühle, dass ich am Ende eines Weges angelangt bin», erklärte die Gewinnerin von zwei Grand-Slam-Turnieren in der Nähe von Paris.

Sie sei sowohl körperlich als auch mental müde. «Habe überhaupt keine Lust mehr auf Training», räumte sie ein. Auf ihre Tennis-Karriere blick Mauresmo aber mit Freude und Stolz zurück: «Ich hatte zehn unglaubliche Jahre. Das war magisch.»

Ihre beste Saison hatte die Französin 2006, im Jahr nach ihrem Masters-Triumph, als sie mit den Australian Open und in Wimbledon zwei Grand-Slam-Turniere gewann. Beide Male setzte sie sich im Finale gegen die Belgierin Justine Henin-Hardenne durch. Damals war sie auch lange Zeit Nummer eins der Weltrangliste, die sie erstmals 2004 erobert hatte. Bekannt war die 1,75 Meter große Spielerin vor allem wegen ihrer körperlichen Fitness und der bei den Damen seltenen einhändigen Rückhand.

Mauresmo lag zuletzt auf Platz 21 der WTA-Rangliste. Sie hatte ihr letzes Profiturnier Anfang September bei den US Open bestritten. In New York unterlag sie in Runde zwei der Kanadierin Aleksandra Wozniak, damals 39. der Welt, mit 4:6, 0:6. War es das, ein «Adieu» mit einem 0:6, kein Abschiedsspiel?: «Vielleicht», sagte die Weinliebhaberin im Interview der Zeitung «20minutes» knapp. Eine «Abschiedstour» komme nicht infrage. «So bin ich nun mal, mache keine halben Sachen», sagte sie, obwohl sie zugab, dass die Entscheidungsfindung sie an den «Rand der Depression» gebracht habe.

Geboren am 5. Juli 1979 in Saint-Germain en Laye in der Nähe von Paris, begeisterte sich Amelie schon als Vierjährige für die Heldentaten ihres Landmannes Yannick Noah. Kurz nachdem der heutige Popstar 1983 die French Open gewonnen hatte, nahm Amelie ihren ersten Schläger in die Hand. 1993 wurde sie mit 14 Profi, den ersten Finaleinzug feierte sie 1998 in Berlin, als sie sensationell die Nummer zwei und drei der Rangliste, Lindsay Davenport und Jana Novotna, bezwang und unter die ersten 100 eindrang.

Ein Jahr später kam Mauresmo dann beruflich groß heraus: Sie erreichte zunächst das Finale der Australian Open, wo sie Martina Hingis unterlag, gewann in Bratislava ihren ersten von insgesamt 25 Profititeln - und offenbarte sich als zweite Tennisspielerin nach Martina Navratilova öffentlich als Lesbierin.

Das Sportblatt «L'Equipe» bezeichnete den Rücktritt als «traurig», feierte aber Mauresmo in der Onlineausgabe als «größte französische Tennis-Meisterin nach Suzanne Lenglen». Lenglen hatte die Tennis in den 1920er Jahren beherrscht und 25 der heutigen Grand-Slam-Titel gewonnen. Auch ihr früherer Trainer Yannick Noah zog Bilanz: «Das war eine fantastische Karriere. In der Erinnerung bleibt vor allem (der Titel in) Wimbledon, aber das ganze Abenteuer war märchenhaft».

dpa-infocom


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