pic Zählpixel
kalaydo leftkalaydo logo
RZ-Blog  |  Twitter  Mobil&RSS  |  Kontakt
suchen im
Lexikon
RZ-Online-Archiv
Zeitungs-Archiv
Internet
< Schnell-Navigation >
KinoWelt VideoWelt FotoWelt MeineWelt
Sportsline ·  » 

Von 0 auf 100: Bodmer fliegt in die Weltspitze Von Eric Dob

Von 0 auf 100: Bodmer fliegt in die Weltspitze

Kuusamo Nach dem besten Saisonstart seit neun Jahren waren Deutschlands Skispringer um Senkrechtstarter Pascal Bodmer in Feierlaune, doch Zeit für eine rauschende Party blieb dem unbekümmerten Neuling und seinen Kollegen nicht.

Bereits am folgenden brach das Team von Kuusamo nach Lillehammer auf, wo der überraschende Höhenflug zum Auftakt des Olympia-Winters mit zweiten Plätzen durch Bodmer und die Mannschaft seine Fortsetzung finden soll. «Wir haben eine bewegte Zeit hinter uns, deshalb freue ich mich sehr über das tolle Ergebnis. Wir haben jetzt gute Voraussetzungen. Mal sehen, wer auf dieser Welle bleiben kann», bilanzierte der sichtlich gelöste Bundestrainer Werner Schuster.

Zwei Podestplätze zum Weltcup-Auftakt hatte es zuletzt im Jahr 2000 gegeben, als Martin Schmitt in Kuopio vor Sven Hannawald gewann. Anno 2009 avancierte der erst 18 Jahre alte Bodmer zum Mann der Stunde und stellte Vizeweltmeister Schmitt, der 13. wurde, mit seiner Gala-Vorstellung in den Schatten. «Das war super, einfach sensationell. Pascal hat das eiskalt durchgezogen», lobte Schmitt. Mit seinem kometenhaften Aufstieg in die Weltspitze verblüffte Bodmer nicht nur die Konkurrenz, sondern auch sich selbst. «Ich bin überglücklich. Damit habe ich nicht gerechnet», gestand der «Rookie» im deutschen Weltcup-Team.

In seinem Sog meldete sich Routinier Michael Uhrmann nach zweijähriger Leidenszeit mit Rang vier eindrucksvoll zurück. «Das ist das beste Ergebnis seit meiner Verletzung bei der WM 2007. Darauf habe ich lange hingearbeitet», meinte der Bayer. Dem um lediglich 1,0 Punkte verpassten Podestplatz trauerte der Familienvater nicht lange hinterher: «Ich werde weiterarbeiten, dann kommt diese Chance bestimmt noch einmal.» Bodmers Husarenstück begeisterte auch ihn. «Dass er Talent hat, weiß jeder. Aber dass er so einschlägt, war nicht absehbar», sagte Uhrmann.

Mit Sprüngen auf 133 und 141 Meter düpierte Bodmer die Stars der Branche und musste lediglich dem Norweger Björn Einar Romören den Vortritt lassen. «Mit jedem Konkurrenten, der kürzer sprang, ist meine Freude größer geworden. Dieser Erfolg ist das Größte für mich. Ich lehne mich jetzt aber nicht zurück, schließlich habe ich ja nicht gewonnen. Das bleibt das Ziel», kündigte Bodmer keck weitere Großtaten auf der Schanze an.

Schon im Team-Wettbewerb, als das DSV-Quartett nur knapp den Sieg verpasste, hatte der Bundeswehr-Angestellte seine Mannschaftskollegen mitgerissen. «Pascal musste nicht mitgezogen werden, sondern er hat das Team gezogen. Und er hat eine klare Meinung, mit der er nicht hinterm Berg hält. Solche Leute brauchen wir», lobte Schuster.

Erstmals seit 2001, als der damals 18-jährige Stephan Hocke für eine Saison in die erweiterte Weltspitze sprang, hat der deutsche Skisprung wieder ein verheißungsvolles Talent. «Pascal ist unbeschwert, hat eine gewisse Bauernschläue und scheut sich nicht, hohe Ziele zu formulieren», beschrieb der Bundestrainer den neuen Stern am Springerhimmel.

«Im Gesamt-Weltcup will ich mich unter den Top 15 platzieren und bei Olympia unter die besten Zehn kommen», sagte Bodmer. Die Bodenhaftung will er aber nicht verlieren: «Es ging hier rasend schnell von 0 auf 100, aber es kann genauso schnell wieder runtergehen. Das will ich vermeiden.»

dpa-infocom


Sie benötigen Flash Player 9, um den RZ-Video-Player ansehen zu können.
RZ-Blog