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Friesinger verzweifelt - Desaster für Männer

Salt Lake City/Berlin Anni Friesinger-Postma ist der Verzweiflung nahe, bei den deutschen Eisschnellläufern brennt nach dem Team-Debakel kurz vor Weihnachten der Baum: Die letzten Weltcup-Rennen vor den Olympischen Spielen haben für Frust gesorgt.

«Es sollte ein wunderbar glänzendes Jahr werden mit Hochzeit und Olympiasieg, bisher ist es das Seuchenjahr. So viel Pech, wie ich in den vergangenen drei Monaten hatte, haben andere nicht in drei Jahren», beklagte die 16-malige Weltmeisterin Friesinger-Postma, nachdem auch die Olympia-Generalprobe im Olympic Oval von Salt Lake City auf Platz 11 über 1000 Meter mit einem erneuten Nackenschlag endete.

«Ich laufe immer nur mit dem Druck: Hoffentlich passiert nichts, ich bin im Kopf nicht frei. Es fehlt jegliche Dynamik. Das ist einfach nur doof», meinte die Inzellerin niedergeschlagen. Aber die Kämpferin weiß auch: «Panik bringt jetzt gar nichts.» Bis zum Sommer sei alles relativ problemlos gelaufen, dann kam der Bänderriss im linken Knöchel, das operierte recht Knie verkraftete die Belastungen nicht, die Schweinegrippe warf sie zurück. «Nach einer Vorbereitung mit so vielen Malheuren habe ich einfach zu viele Blockaden.»

Ihr Trainer Gianni Romme hofft in der wettkampffreien Zeit auf eine erfolgreiche Behandlung des Knies bei Spezialisten. «Ihre Grundlagen sind gut. Aber wenn sie sich nicht bewegen kann, wie sie will, wird es ganz schwer. Ein wenig Zeit haben wir ja noch», meinte der Niederländer. Nach dem Weihnachtsfest mit Ehemann Ids Postma in ihre Wahlheimat Salzburg wird sich Anni Friesinger versuchen, auf der Freiluftbahn im Südtiroler Klobenstein neue Kraft für Olympia zu tanken. Dort sind auch Testrennen geplant, weil für sie die Sprint-WM (16./17. Januar) aufgrund der Probleme und Reise-Strapazen wegfällt. Erst in der unmittelbaren Olympia-Vorbereitung in Erfurt soll es mit Friesinger auch ein Training für den Mannschafts-Wettbewerb geben.

Mit hängenden Köpfen schlichen auch die deutschen Herren aus der Arena und verkrochen sich betroffen in den Katakomben. Mit Platz zehn vergaben sie die letzte Chance, sich für das Team-Rennen in Vancouver zu qualifizieren. Nach hohem Anfangstempo im Bereich des Weltrekordes fiel das Trio mit den drei Erfurtern Patrick Beckert, Robert Lehmann und Jörg Dallmann in der Schlussrunde völlig auseinander, weil Dallmann nicht folgen konnte und schon in der letzten Kurve angeschoben werden musste.

«Ich bin enttäuscht und sauer. Es sind wieder Fehlentscheidungen getroffen worden, die Trainer haben viel Unruhe gestiftet», beklagte sich Lehmann, der im 5000-Meter-Rennen für das Team geschont wurde und so auch um seine Einzel-Qualifikation für Olympia kam. Doch er suchte die Schuld nicht nur bei anderen: «Ich hätte selbst schon in Heerenveen alles klar machen müssen.»

Damit fahren nur vier deutsche Herren zu Olympia - so wenige wie seit 38 Jahren nicht mehr. In Sapporo waren 1972 an der Seite von 500-m-Olympiasieger Erhard Keller nur weitere drei Läufer am Start. Das Modell der Zentralisierung unter Leitung von Bundestrainer Bart Schouten steht damit auf dem Prüfstand.

«Jeder muss sich jetzt fragen, was er falsch gemacht hat. Die Jungs, und natürlich auch die Trainer», räumte der Niederländer ein. An Rücktritt aber denkt er nicht. «Ich gebe nicht auf», sagte er. «Im Erfolg haben alle recht, beim Misserfolg ist es umgekehrt. Ich werde mich nicht an der Demontage beteiligen», sagte Eisschnelllauf-Präsident Gerd Heinze, räumte aber ein, dass die Situation genauestens analysiert werden müsse.

Nach der Abreise von Marco Weber wegen familiärer Probleme, der Virus-Erkrankung von Tobias Schneider und den Achillessehnen-Probleme von Stefan Heythausen liefen die letzte drei Verbliebenen und konnten diesem Druck nicht standhalten. «Wir sind unter den Möglichkeiten geblieben, hatten das Glück nicht auf unserer Seite», so Heinze.

dpa-infocom


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