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Pechstein veröffentlicht Protokolle von WM-Proben

Berlin Der Nürnberger Pharmakologe Professor Fritz Sörgel hat keine Schlüsse aus den Veröffentlichungen der Messprotokolle der Eisschnelllauf-Olympiasiegerin Claudia Pechstein gezogen.

«Bis zum heutigen Tag hat nach meiner Kenntnis niemand eine schlüssige Erklärung abgegeben, wie solche Retikulozytenwerte innerhalb weniger Tage physiologisch zu erklären sind. Nur das zählt für mich», sagte Sörgel der Deutschen Presse-Agentur dpa. Er nannte den Fall Pechstein «ein Verwirrspiel».

Zuvor hatte Claudia Pechstein den Wissenschaftler und andere Experten indirekt aufgefordert, sich zu äußern, nachdem die Berlinerin auf ihrer Homepage die Messprotokolle der Weltmeisterschaft Anfang Februar in Hamar veröffentlicht hatte. Die dort festgestellten überhöhten Retikulozyten-Werte hatten zur zweijährigen Sperre der 37-Jährigen geführt. Pechstein beteuert ihre Unschuld. Sie geht gegen die Bestätigung der Sperre durch den Internationalen Sportgerichtshof CAS vor dem Schweizer Bundesgericht vor.

Durch den Schritt zur «völligen Transparenz» hofft Pechstein, ihre Kritiker zu überzeugen. Sie hatte den Anti-Doping-Experten Werner Franke und Sörgel aufgefordert, sich die Protokolle anzuschauen. «Natürlich sind diese Werte nicht nur für die Professoren Sörgel und Franke gedacht. Jeder Mediziner, Wissenschaftler und Anti-Doping-Experte ist hiermit 'eingeladen', sich mein Innerstes anzuschauen und zu erläutern, ob anhand dieser Werte tatsächlich der indirekte (Doping-)Beweis geführt werden kann», schrieb Pechstein.

Dazu erklärte Sörgel weiter: «Zunächst halte ich fest, dass keines der Gutachten unterschiedlichster Wissenschaftler das Gericht überzeugt hat. Mein Vorschlag mit der Quarantäne wurde als nicht durchführbar betrachtet. Alle anderen Maßnahmen, inklusive der Kosten, zusammen gezählt, hätte diese Quarantäne finanziell wie organisatorisch leicht ermöglicht. Wir hätten dann heute eventuell klare Verhältnisse. So ist dieser Fall inzwischen zu einem Verwirrspiel geworden, an dem sich viele beteiligen.» Sörgel werde sich «nicht weiter beteiligen und weiter provozieren» lassen.

«Ohne Kenntnis der tatsächlichen Dokumente, die angeblich - auch vom CAS anerkannte - fehlerhafte Laborvorgehen nachweisen und den Beurteilungszeitraum eingrenzen, kann ich mich nicht weiter äußern», erklärte der Nürnberger Wissenschaftler weiter, der grundsätzliche Kritik am CAS-Verfahren äußerte: «CAS-Verhandlungen sollten öffentlich sein. Unter den Richtern sollte zumindest ein Wissenschaftler sein, wie bei Handelsgerichten oder Arbeitsgerichten eben auch Praktiker als Beisitzer tätig sind. Die Dopingwissenschaft gehört in die medizinischen Fakultäten, und sollte dort auch Anerkennung erhalten.»

Der Darmstädter Anti-Doping-Experte Klaus Pöttgen hatte aus medizinischer Sicht erhebliche Zweifel am CAS-Urteil gegen Pechstein geäußert. Sörgel hatte danach erklärt, es gebe immer eine gewisse Unsicherheit. Sie sei im Fall Pechstein jedoch sehr klein.

dpa-infocom


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