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Sommerkataloge: Preissenkung und Last-Minute-Trend

Worms/Berlin In vielen Firmen läuft vor Weihnachten traditionell die Urlaubsplanung für das folgende Jahr.

Passend dazu sind die Sommerprogramme der Reiseveranstalter frisch auf dem Markt.

An beidem hat sich 2009 nichts geändert: Kollegen brüten über Terminkalendern, die Reisebüroregale biegen sich unter der Last der neuen Kataloge. Doch wann gebucht wird und wohin die Reise geht, ist in diesem Jahr eine noch spannendere Frage als sonst. Die Reisebranche hofft auf möglichst viele Frühbucher. Doch auch 2010 könnte - wie 2009 - ein Jahr mit vielen Last-Minute-Reisenden werden.

In den Reisebüros gebe es gerade einen «ungeheuren Durchhänger», sagt Prof. Adrian von Dörnberg, Tourismusexperte an der Fachhochschule Worms. In der Krise reisten viele Menschen anders als früher, und zwar «zum Teil komplett an den traditionellen Strukturen der Reiseindustrie vorbei. Der selbst organisierte Urlaub nimmt zu.»

Die Reiseanbieter versuchen, der Krise vor allem mit günstigeren Preisen zu begegnen. In vielen beliebten Feriengebieten werden die Katalogveranstalter billiger, häufig im Schnitt um 5 bis 6 Prozent, so bei TUI, Neckermann, Thomas Cook Reisen und den Marken der Rewe-Touristik (ITS, Jahn Reisen, Tjaereborg, Dertour, Meier's Weltreisen und ADAC Reisen). Bei FTI sind es im Schnitt minus 7, bei Alltours 7,5 und bei Öger Tours 8 Prozent.

Teurer wird das Reisen nur vereinzelt. Die ITS-Autoreisen innerhalb Deutschlands etwa kosten bis 3 Prozent mehr. Bei Mietwagen als «Reisebaustein» legt Dertour im Schnitt 10 Prozent drauf, weil das Angebot weltweit knapper geworden ist. Österreich- und Schweiz-Urlaub wird bei der TUI leicht teurer.

Frühbucherrabatte sollen dafür sorgen, dass viele Touristen möglichst früh ihren Sommerurlaub buchen. Verlassen wollen sich die Unternahmen darauf aber nicht. So geht die Rewe-Pauschaltouristik davon aus, dass es auch 2010 wieder «ein großes, vielleicht sogar weiter wachsendes Segment an Kurzfristbuchern» geben wird. Nach Angaben des Deutschen Reiseverbandes (DRV) in Berlin entfielen im September 2009 fast 43 Prozent aller Reisebürobuchungen auf Abreisen im gleichen Monat oder im Oktober. Das Verbraucherverhalten habe sich geteilt in «Kurzfrist-Entscheider und Langfrist-Planer», so der DRV.

Doch nicht alle Veranstalter erleben solche Entwicklungen. Bei Dertour, Meier's Weltreisen und ADAC Reisen habe sich im Sommer 2009 die Vorausbuchungsfrist im Schnitt nur um 2,8 Tage verkürzt, sagt Geschäftsführer Michael Frese. Wer weiß, wohin er reisen will, buche weiterhin entschlossen - gerade auch teure Leistungen: Die Zahl der gebuchten Hotelnächte im Vier- und Fünf-Sterne-Bereich sei bei den Marken gestiegen und im Zwei- und Drei-Sterne-Bereich gesunken.

Den Bereich der Luxusreisen sieht zwar auch Prof. von Dörnberg als «relativ stabil». Neben etablierten Marken wie Airtours und Dertour Deluxe tummeln sich hier aber immer mehr Anbieter: Zum Beispiel hat Alltours jetzt elf Fünf-Sterne-Hotels in die neue Kategorie «Premium Deluxe» einsortiert. FTI startet mit 244 Hotels unter «Gold by FTI» sogar eine eigene Marke. «Da wird's deutlich enger», sagt von Dörnberg - zumal es auch immer mehr «hybride Urlauber» gebe, die in einem Jahr eine teure Kreuzfahrt auf einem Luxusschiff unternehmen und im Jahr darauf mit Fahrradurlaub in der Toskana zufrieden sind.

Bei den Reisezielen erwartet der Tourismusforscher, dass die Deutschen auch 2010 gerne Urlaub im eigenen Land machen. Positiv sehe es auch für die Türkei sowie die per Auto zu erreichenden Länder wie Österreich, Dänemark und «vielleicht auch wieder Italien» aus. Weiter zunehmen dürften laut von Dörnberg die Internetbuchungen - wobei klar sein müsse, dass «online nicht gleich billiger» bedeute. Die Sommerferien 2010 in den 16 Bundesländern Die Schulferien im Sommer 2010 erstrecken sich nach Angaben der Kultusministerkonferenz über 82 Tage. Hier die Termine:

Bremen, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen (24. Juni bis 4. August)

Sachsen (28. Juni bis 6. August)

Rheinland-Pfalz (5. Juli bis 13. August)

Hessen und Saarland (5. Juli bis 14. August)

Hamburg (8. Juli bis 21. August)

Berlin und Brandenburg (8. Juli bis 21. August)

Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern (12. Juli bis 21. August)

Nordrhein-Westfalen (15. Juli bis 27. August)

Baden-Württemberg (29. Juli bis 11. September)

Bayern (2. August bis 13. September).

Die drei bevölkerungsreichsten Bundesländer überschneiden sich damit vom 2. bis 27. August mit ihren Ferien. Von Christian Röwekamp, dpa

dpa-infocom