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Wo die Hippies heimisch sind: Mendocino in Kalifornien

Mendocino Was vereint den FC St. Pauli mit dem Schlagersänger Michael Holm? Der 60er Jahre-Hit «Mendocino».

Die Fans des Hamburger Fußballclubs haben den Schlager zum Pokalschlachtruf umgemodelt.

Die Menschen in Mendocino würden sich über die grölende Menge sehr wundern. Ihr Leben in dem nordkalifornischen Örtchen läuft so beschaulich ab, dass die Zeit fast stillzustehen scheint.

Mendocino ist ein Ort an der Westküste der Vereinigten Staaten, inmitten des Mendocino County. In dem gut 10 000 Quadratkilometer großen Gebiet leben nur 86 000 Einwohner, das macht gerade einmal 9 Menschen pro Quadratkilometer. Bevor Mendocino erreicht wird, passiert der Urlauber zahllose Gehöfte, die alle eines eint: ein leicht morbider Charme. Auf den Grundstücken stehen oft Wohnmobile statt Häuser, im Sand scharren Hühner, auf den Wiesen zupfen angeleinte Ziegen mit spitzen Lippen Gras. Die Bewohner tragen Stirnband und Zopf, egal ob Männlein oder Weiblein. Mendocino war eine Hippie-Hochburg - und ist es offensichtlich immer noch.

Mendocino selbst hat gut 800 Einwohner und ist eigentlich kein richtiges Dorf, sondern eher ein Siedlungsgebiet mit weit auseinanderliegende Häusern. Nur direkt am Meer steht ein Grüppchen Holzhäuser mit Bauerngärten aus der viktorianischen Zeit. Mendocino ist als Künstlerkolonie bekannt und zieht in den Sommermonaten zahllose Ausflügler an, die in den Andenkenlädchen kramen. Zu kaufen gibt es neben Keramik und Gemälden zum Beispiel Wallekleidchen im Hippie-Stil, Lederbänder für das Handgelenk und Topflappen mit Peace-Zeichen.

Was Hippies in den 60er Jahren anzog - der Frieden, die tiefen Wälder, die Weinberge und die malerisch zerklüftete Küste mit ihren einsamen Stränden -, lockt auch Touristen. Und so haben sich in den vergangenen Jahrzehnten in der Einsamkeit im Norden von Kalifornien auch einige schöne Hotels angesiedelt. Ein besonders hübsches Beispiel ist das «Agate Cove Inn». Acht der zehn liebevoll eingerichteten Zimmer des 25 Jahre alten Hotels befinden sich in Cottages in einem zwei Hektar großen Garten. Von dort aus ist fast überall das Meer zu sehen, mit etwas Glück lassen sich auch Wale blicken.

Ebenfalls direkt am Meer liegt die Howard Creek Ranch. Die historische Farm im Mendocino County ist 60 Hektar groß und hat sowohl Strände als auch Berge im Hinterland zu bieten. Die Inhaber des Inn, Charles and Sally Grigg, bewirtschaften die Farm seit mehr als 20 Jahren und haben für ihren Garten bereits Preise gewonnen. Das «Stanford Inn» ist ebenfalls eingebettet in einen wunderschönen Garten mit Wildkräutern, Früchten und Gemüse. Das selbst gezogene Grün wird in der vegetarischen Küche des Hotels verarbeitet, auch Einheimische essen in dem Gourmetrestaurant gerne Citrus Polenta und als Nachtisch Vollkornpfannkuchen mit Beeren.

Die Region erinnert klimatisch an ein warmes Deutschland und ist daher perfekt für den Weinanbau. Das benachbarte Napa Valley ist in aller Munde, Wein aus Mendocino dagegen kennen wenige. Dabei hat die Region sieben Anbaugebiete, die bekannteste Winzerei ist Fetzer. Nachts können die Temperaturen im Mendocino County auch im Sommer auf frische Temperaturen im niedrigen zweistelligen Bereich fallen. Was am Morgen oft zu dichtem Nebel an der Küste führt.

Im Laufe des Tages aber erwärmt die Sonne die Luft auf gut 30 Grad, und der Syrah, der Pinot Noir, Zinfandel und selbst Riesling und Gewürztraminer gedeihen auf das Prächtigste. Die meisten Winzer - rund 85 Prozent - in den Hügeln von Mendocino produzieren biodynamisch. Die Winzerei Lolonis zum Beispiel arbeitet auf ihren 410 Hektar seit gut 50 Jahren ohne Chemie und ist damit die älteste Öko-Winzerei der Vereinigten Staaten.

Reise-Infos über Kalifornien: www.visitcalifornia.de Von Hilke Segbers, dpa

dpa-infocom