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Wissenschaft

Selbst die Tiefsee reagiert auf Klimaschwankungen

Washington (dpa) ­ Selbst die tropische Tiefsee reagiert auf die Temperatur der Erde.

Während der vergangenen vier Eiszeitalter sank ihre Artenvielfalt immer wieder auf das Niveau nördlicher Breiten. Das schließen amerikanische Biologen aus Bohrungen vor der brasilianischen Küste.

Überall auf der Erde und selbst in der Tiefsee findet sich eine zunehmende Artenfülle, je näher man von den Polen zum Äquator kommt. Dieser Trend besteht seit mindestens 36 Millionen Jahren, berichtet Moriaki Yasuhara vom Smithsonian Institute in Washington in den «Proceedings» der amerikanischen Akademie der Wissenschaften (PNAS; online vorab). Neue Bohrungen aus der tropischen Tiefsee zeigen jetzt aber, dass die Tiefsee erheblich instabiler ist und stärker auf Temperaturschwankungen reagiert als bisher vermutet.

Die Wissenschaftler fanden, dass die Schlüsselgruppe der winzigen Muschelkrebse, die in der Tiefsee als verlässlicher Anzeiger für die Artenvielfalt gilt, in den vergangenen 500 000 Jahren stark schwankte. Während der Eiszeitalter sank ihre Artenvielfalt auf ein Fünftel, verglichen mit den dazwischen liegenden Warmzeiten. Die Tiergesellschaften im tiefen Meer wurden weltweit gleichartiger und pendelten sich auf einen Wert ein, der eher für nördliche Breiten typisch ist.

Während die Forscher eine solche Reaktion auf die Eiszeiten erwartet hatten, überraschte es sie, das auch die tropische Tiefsee so stark beeinflusst wurde. Statistische Untersuchungen zeigten den Forschern, dass die Ursache für diese Schwankungen eher die Temperatur ist als ein Nachlassen der allgemeinen biologischen Produktivität. Dies zeigt die mögliche Verletzlichkeit der Ökosysteme selbst in den dunklen Tiefen der Meere.

dpa-infocom