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Russland genehmigt Ostseepipeline

Zug/Lubmin - Der Baustart für die Erdgas-Ostseepipeline im Frühjahr 2010 wird immer wahrscheinlicher. Nach Schweden, Finnland und Dänemark erteilten am Freitag die russischen Behörden die Genehmigung für ihren Abschnitt der insgesamt 1223 Kilometer langen Trasse.

Die Genehmigung sei Ergebnis umfassender Umweltverträglichkeitsprüfungen durch die russischen Behörden, sagte Nord Stream-Geschäftsführer Matthias Warnig. Das russisch-europäische Firmenkonsortium will im Frühjahr 2010 mit dem Bau des 7,4 Milliarden Euro teuren Projektes beginnen.  

Bisher fehlen für den Bau noch die Genehmigung für den 81 Kilometer langen deutschen Trassenabschnitt und die wasserrechtliche Genehmigung aus Finnland. «Wir sind zuversichtlich, dass die übrigen Genehmigungen in den nächsten Wochen erteilt werden», sagte Warnig. Eine erste Teilgenehmigung von deutscher Seite für die rund 50 Trassenkilometer in den vorpommerschen Küstengewässern soll am Montag in der Staatskanzlei in Schwerin übergeben werden. Die Genehmigung für den Bereich außerhalb der deutschen küstennahen Gewässer muss das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrografie erteilen.

Für die Ostseepipeline hat Nord Stream nach eigenen Angaben Bürgschaften beim Bund in Höhe von 2,6 Milliarden Euro beantragt. Diese sind laut Unternehmen bereits vom Haushaltsausschuss genehmigt. Eine 1,6 Milliarden-Euro-Bürgschaft bei der Euler Hermes Kreditversicherung soll Aufträge von Nord Stream an deutsche Unternehmen absichern.

Nord Stream hatte im Wert von einer Milliarde Euro Rohre bei dem Mülheimer Rohrhersteller Europipe bestellt. Darüber hinaus habe Nord Stream eine Bürgschaft über eine Milliarde Euro im Rahmen des Programms «Ungebundene Finanzkredite» beantragt. Mit diesen Garantien unterstütze die Bundesregierung förderungswürdige oder im besonderen staatlichen Interesse der Bundesrepublik liegende Vorhaben im Ausland.

Auch in Italien hat Nord Stream um Garantien von einer halben Milliarde Euro bei der staatlichen italienischen Exportkreditagentur Sace gebeten. Damit würden unter anderem Aufträge an das Verlegeunternehmen Saipem abgesichert. Das Unternehmen soll für eine Milliarde Euro die Rohre in der Ostsee verlegen. Nord Stream zufolge haben zur Beteiligung an der Finanzierung der ersten rund 3,9 Milliarden Euro teuren Projektphase 29 internationale Banken Angebote in Höhe von sechs Milliarden abgegeben. Die Vertragsverhandlungen stünden kurz vor dem Abschluss.

Das Firmenkonsortium Nord Stream will Ende 2011 das erste Gas vom russischen Wyborg bis nach Lubmin bei Greifswald fließen lassen. Mit der Inbetriebnahme eines zweiten Leitungsstranges ein Jahr später erreicht die Trasse eine Gesamtkapazität von 55 Milliarden Kubikmeter Gas pro Jahr. Mehrheitseigner von Nord Stream ist der russische Energiekonzern Gazprom. Die Unternehmen BASF/Wintershall AG und Eon Ruhrgas AG halten je 20 Prozent der Anteile. Die niederländische Gasunie ist mit neun Prozent beteiligt.

Fr, 18. Dez. 2009, 15:54 © Rhein-Zeitung & dpa-infocom
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