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Zeitweise geschlossen: Mit dem Cabrio durch den Winter

Nürtingen Ein Cabrio ist gleichbedeutend mit Sommer: Denn zur Fahrt mit geöffnetem Verdeck gehören angenehme Temperaturen.

Bekanntlich löst sich ein Cabrio aber im Herbst und Winter nicht in Luft auf.

Was für die Eigner bedeutet, dass sie den Wagen während der kalten Jahreszeit geschützt abstellen - oder sich mit Themen beschäftigen müssen, die Fahrern herkömmlicher Limousinen herzlich egal sind. Dabei geht es vor allem darum, ob eine Stoffmütze für den Wagen bei Frost, Schnee und Eis eine besondere Behandlung benötigt. Zu klären ist außerdem, wie die Hydraulik eines Klappdachs oder elektrischen Verdecks auf den Betrieb bei Minustemperaturen reagiert.

Tatsächlich kommt es beim Umgang mit dem Cabrio auf verschiedene Details an. So ist zunächst zu klären, ob es sich um ein Kunststoffverdeck oder eines mit äußerer Stoffschicht handelt. Ebenfalls wichtig ist die Frage, ob die Heckscheibe aus Glas oder noch aus empfindlichem Kunststoff besteht.

«Gerade bei Verdecken mit Kunststoffscheibe sollte bereits bei Temperaturen ab plus fünf Grad auf das Öffnen verzichtet werden», rät Thomas Härtel, Geschäftsführer des Verdeckspezialisten Eurotop in Nürtingen. Denn das Kunststoffmaterial solcher Scheiben verhärtet sich bei sinkenden Temperaturen. Durch die Bewegungen beim Öffnen kann es dann brechen oder platzen. Mit der Folge, dass eine kostspielige Reparatur notwendig wird.

Auch wenn das Verdeck dicht bleibt, gilt bei Kunststoffscheiben besondere Vorsicht: Sind sie vereist, darf nicht zum Eiskratzer gegriffen werden - auch das führt zu Beschädigungen. Heckscheiben aus Glas können dagegen im Grunde wie jede andere Scheibe am Auto behandelt werden. Eine kleine Einschränkung gilt dennoch: Wird statt auf einen Eiskratzer auf Enteisungsspray gesetzt, sollte darauf geachtet werden, dass das Verdeck selbst möglichst wenig von dem Spray abbekommt - in der Regel wird zwar nichts passieren, aber Chemie ist grundsätzlich nicht gerade das, was einem dünnen Verdeck hilft.

Chemie und Verdeck führen noch in einem anderen Punkt zu Diskussionen: So wird oft darauf hingewiesen, dass ein Stoffverdeck imprägniert werden sollte. Auch Automobilclubs wie der ADAC in München empfehlen, bereits im Herbst das Cabriodach zu imprägnieren. Thomas Härtel hält davon allerdings nicht sehr viel: «Wir imprägnieren gar nichts.» Denn auch wenn ein Stoffverdeck nach einem Regenguss völlig durchnässt aussieht, ist es deshalb nicht gleich undicht - dafür sorgt nämlich eine Schicht unterhalb des sichtbaren Stoffgewebes.

Dass eine Imprägnierung Schmutz abhält, ist für Härtel auch kein Grund, auf chemische Hilfsmittel zu setzen. Sieht ein Verdeck nach dem Wintereinsatz verschmutzt aus, reichen nach Angaben des Experten einfache Mittel: Lauwarmes Wasser mit einem Schuss Geschirrspülmittel hilft, das Verdeck wieder zu reinigen. Dabei muss aber vorsichtig vorgegangen werden - eine Bürste mit Drahtborsten ist nicht gut für das Verdeck, eine Bürste mit weichen Naturborsten sollte es sein.

Zur Vorbereitung auf den Winter ist auch den vielen Dichtungen des Daches etwas Aufmerksamkeit zu schenken. Damit diese geschmeidig bleiben, sollten sie mit Pflegemitteln behandelt werden. «Am einfachsten geht das sicherlich mit Silikonspray, der Klassiker wiederum ist Hirschtalg», erläutert Sabine Götz vom Automobilclub AvD. Im Handel finden sich aber auch zahlreiche andere Mittel. Sinn der Behandlung ist, dass die Dichtungen geschmeidig bleiben. Außerdem soll so das Festfrieren der Türen an den Dichtungen verhindert werden - was beim Öffnen zu Beschädigungen führen kann.

Bei Schnee und Eis ist besonders im Zusammenhang mit den weichen Stoff- oder Kunststoffverdecken Vorsicht geboten: Allgemein gilt, dass ein steif gefrorenes Dach nicht geöffnet werden sollte. Hat es geschneit und der Schnee liegt in einer dicken Schicht auf dem Verdeck, dann muss er - wie auch bei jedem anderen Auto - vor der Abfahrt erst einmal entfernt werden. Die Fachleute raten, hier mit einem weichen Besen oder weicher Bürste das Dach sanft zu räumen.

Und kommt es im Winter nach langer ungemütlicher Phase auch einmal zu einem schönen Tag, darf ein Verdeck nicht einfach geöffnet werden, wenn es noch nass ist: Es kann sonst zu Stockflecken oder auch bleibenden Falten im Stoff kommen.

Ein Sonderfall sind die festen Klappdächer moderner Cabrio-Coupés. Bei denen gibt es in Sachen Pflege und Schneeräumung zwar weniger zu beachten als bei den weichen Verdecken. Allerdings sollte auch hier zunächst aufmerksam die Bedienungsanleitung gelesen werden: Oft wird empfohlen, das Dach mit seinem aufwendigen Mechanismus bei Temperaturen unterhalb von Null Grad nicht mehr zu öffnen. Daran sollte man sich halten - damit auch im nächsten Sommer wieder alles gut klappt. Von Heiko Haupt, dpa

dpa-infocom


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