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Mobile Navis sind schnell veraltet

München/Hamburg Fortschritt ist eine feine Sache - den Käufern von PCs und Unterhaltungselektronik kommt er jedoch manchmal vor wie die Pest des Digitalzeitalters.

Kaum haben sie sich einen Rechner, eine Digitalkamera oder sonst ein schickes Technikspielzeug angeschafft, ist das Zeug schon wieder veraltet. Die Hersteller haben längst eine noch schnellere und leistungsfähigere Gerätegeneration herausgebracht. Das Dilemma trifft auch auf mobile Navigationsgeräte zu: Auch wenn die Anbieter mit einigen Update-Tricks versuchen, die Haltbarkeit ihrer Lotsen hinauszuzögern - irgendwann bleibt Autofahrern nichts anderes übrig, als ihr Gerät wegzuschmeißen und sich ein neues zuzulegen.

«Die Innovationszyklen sind definitiv kürzer geworden», bestätigt Roland Stehle von der Gesellschaft für Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik (gfu) in Nürnberg. Außerdem seien die Geräte nicht mehr lange im Markt: Wenn es hoch kommt, dauere es gerade noch ein knappes Jahr, bevor der Nachfolger vorgestellt wird, haben die Ausrichter der Elektronikmesse IFA festgestellt. Es ist noch gar nicht lange her, da war es üblich, dass einzelne Geräte viele Jahre im Programm blieben.

Dass es sich mit den mobilen Navigationssystemen anders verhält, hat neben dem Fortschritt einen weiteren Grund: Sie sind längst ein Massengeschäft geworden. Laut gfu wurden im Jahr 2008 rund 4,28 Millionen Geräte abgesetzt. Das ist gegenüber dem Vorjahr ein Plus von 17,1 Prozent. Kein Wunder also, dass die Hersteller in immer kürzeren Abständen mit Innovationen bei den Käufern punkten wollen. Doch aus deren Sicht ist das nicht immer von Vorteil: «Wir bemängeln, dass die Geräte mittlerweile zu Wegwerfprodukten geworden sind», sagt Stefan Grabmaier, Projektleiter Navi-Test beim ADAC.

Nach spätestens einem Jahr sei das Kartenmaterial nicht mehr ohne Probleme zu gebrauchen. Spätestens dann sei ein Update ratsam. Manche Firmen bieten zwar einen solchen Service an - einige gleich als Paket beim Kauf des Geräts, andere nachträglich gegen Extra-Gebühren. Das Problem an der Sache ist laut Stefan Grabmaier jedoch, dass ein neues Gerät mit aktueller Navigationssoftware und neuesten Karten oft billiger ist als ein Update des alten. Für besonders ärgerlich hält es Grabmaier, wenn Navi-Hersteller schon nach kurzer Zeit den Support für ein Gerät einstellen.

Die Länge der Produktzyklen hängt allerdings auch vom Gerätetyp ab, erläutert Michael Hoffmann vom Navi-Anbieter Navigon aus Hamburg. Die meistverkauften Geräte im mittleren Preissegment erhielten nach ein bis anderthalb Jahren einen Nachfolger - meist zu den Messen IFA und CeBIT. Die teureren Modelle blieben länger im Programm.

Je nach Gerätetyp bieten die Firmen auch verschiedene Update-Möglichkeiten an: Bei Navigon etwa lassen sich teure Modelle laut Hoffmann gratis mit Kartendaten oder neuen Navigations-Features aktualisieren. Neue Kartendaten stehen dabei vierteljährlich zur Verfügung. Bei Einstiegsmodellen sind Updates kostenpflichtig, bei Modellen aus dem mittleren Segment gibt es sie mit Rabatt. Die Navigationssoftware lässt sich Hoffmann zufolge immer kostenlos aktualisieren. Das sei vergleichbar mit den kostenlosen Updates bei PC-Betriebssystemen.

Die Hardware der aktuellen Geräte ist laut Michael Hoffmann in der Regel darauf ausgelegt, dass auch spätere Programmversionen noch problemlos auf ihr laufen. Das hat auch Stefan Grabmaier festgestellt - für reine Navigationszwecke sei die Hardware ausreichend ausgelegt. Probleme kann es hingegen bei aufwendigen Zusatzfunktionen wie der 3D-Darstellung in fotorealistischer Optik geben, wenn das Gerät keine leistungsstarken Chips auf der Platine hat.

Kaufinteressenten, die sich fragen , wie lange ein Gerät wohl hält, gibt der ADAC-Experte mit auf den Weg, sich zunächst über die eigenen Bedürfnisse klar zu werden - und darüber, welche Summe sie ausgeben wollen. Soll es ein Gerät sein, das vor allem für Navi-Zwecke ohne viel Zusatz-Schnickschnack genutzt wird, empfiehlt Grabmaier eines aus dem 100-Euro-Segment mit Update-Service: «Das ist ok. Damit fährt man zwei bis fünf Jahre gut.» Von Felix Rehwald, dpa

dpa-infocom


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