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Dubai Motor Show: Ein «PS-Märchen im Morgenland»

Dubai In Europa hätte es für die Sportwagenhersteller und Tuner 2009 kaum schlechter laufen können.

Doch das Jahr endet für sie nun mit einem kleinen Lichtblick. Denn noch immer ist die Motorshow in Dubai (16. bis 20. Dezember) ein «PS-Märchen im Morgenland».

Zwar gibt es auf den Marmorböden der Messehallen auch ein paar bodenständige Autos zu sehen. Die meisten Scheichs aber begeistern sich hier für die Supersportwagen und Luxuslimousinen.

Weil vor allem Autos hoch im Kurs stehen, die neu und selten sind, geben in den zehn Hallen Kleinserienherstellern den Ton an. So steht hier der von Bertone entworfene Supersportwagen Mantide auf Basis der Corvette, von dem nur fünf Exemplare gebaut werden sollen. Das erste dieser Karbon-Coupés ist für einen Stückpreis von rund 1,6 Millionen Dollar (1,1 Millionen Euro) schon verkauft, sagte ein Firmensprecher.

Kaum größer sind die Stückzahlen bei dem neuen dänischen Sportwagenhersteller Zenvo, der in Dubai den ST-1 präsentiert hat. 850 000 Euro teuer und auf 15 Exemplare limitiert, fährt er mit einem 810 kW/1104 PS starken V8-Motor und erreicht 375 Stundenkilometer (km/h). Ebenfalls in die Kategorie der neuen Supersportwagen zählt der in England entwickelte und in Dubai nur als 3D-Grafik gezeigte Arash AF-10 mit knapp 441 kW/600 PS. Er soll im Sommer für rund 600 000 Dollar (etwa 412 000 Euro) in den Handel kommen.

Der Kepler Motion wiederum soll das bisher sportlichste Hybrid-Auto sein: Die Hinterachse wird von einem auf rund 405 kW/550 PS getunten V6-Motor von Ford angetrieben, während an der Vorderachse ein Elektromotor mit 184 kW/250 PS wirkt. Zusammen beschleunigen sie den Kepler in weniger als drei Sekunden auf Tempo 100 und ermöglichen mehr als 300 km/h.

Neben Sportwagen sind in der Golfregion auch große Geländewagen begehrt. Nicht umsonst ist bei Mercedes zum Beispiel der G 55 AMG hier das meistverkaufte Modell. Auf der Messe zeigen die Schwaben eine Sonderedition des Fahrzeugs. Den Vogel allerdings schießt Brabus ab und zeigt mit dem GLK V12 den nach Angaben von Pressesprecher Sven Gramm «schnellsten Geländewagen der Welt»: 552 kW/750 PS reichen für eine Höchstgeschwindigkeit von 322 km/h und machen den GLK hier zum Bestseller: Kaum auf dem Stand, ist der Wagen auch schon verkauft.

Ebenfalls ein Thema sind gepanzerte Autos. Die Firma Alanqua aus dem Nachbaremirat Abu Dhabi macht daraus jetzt ein eigenes Geschäft und wird mit vier extremen Geländewagen zum ersten Autohersteller der Emirate. Angetrieben vom getunten Motor der Corvette und gestaltet wie die Requisiten eines Mad-Max-Films, stellen die umgerechnet bis zu 400 000 Euro teuren Allradler selbst einen Hummer in den Schatten.

Neben Leistung und Exklusivität ist es vor allem der schillernde Look, der die Käufer in Dubai begeistert. Davon leben Menschen wie Badawi Kodeissy selbst in Zeiten der auch am Persischen Golf spürbaren Krise ganz ordentlich. Er vertritt zehn europäische Edel- und Extremtuner und verkauft zu Preisen zwischen einer halben und 1,5 Millionen Euro Autos vom Bronze schillernden Rolls-Royce bis zum Bugatti im kompletten Karbon-Ornat. «Die Kunden hier wollen einfach ein einzigartiges Auto, etwas Neues und etwas, das sofort ins Auge sticht», sagt Kodeissy. Gezeigt werden auf der Messe ein giftgrüner BMW X6 und auch ein Porsche Cayenne, dessen Glitzerlack in den Farben des Regenbogens schimmert.

Die Mercedes-Tochter AMG stellt in Dubai einen in satten Goldtönen lackierten SLS ins Rampenlicht. «Weil sich gläubige Moslems nicht selbst mit Gold schmücken dürfen, steht diese Farbe bei ihren Autos hoch im Kurs», erläutert Sprecher Pietro Zollino den Lack. Gemessen am Lexus RX nebenan ist der SLS allerdings eine kleine Leuchte: Der japanische Geländewagen wird während der Messe von Spezialisten aus Paris komplett mit Blattgold überzogen. Das hat aber seinen Preis, sagt Jean-Christophe Rousseau von der Firma Gold Emotion: Für 200 Gramm Goldfolie und vier Tage Arbeit verlangt er rund 40 000 Euro.

Überraschen mag nach all diesen Beispielen, dass auch das Thema Umwelt auf der Messe in Dubai präsent ist. Immer wieder gibt es Tipps zum Energiesparen, und mit mehr als höflichem Interesse begleiten die Messegäste die Arabien-Premiere von Hybridmodellen wie der Mercedes S-Klasse, dem BMW 7er oder dem X6. Doch so richtig nachhaltig ist der Trend noch nicht, sagen Messebeobachter: «Denn warum sollte man sich hier für Spritsparautos interessieren, wenn eine Tankfüllung nur 20 Euro kostet und die meisten Kunden direkt an der Quelle sitzen?»

Portal der Automesse: www.dubaimotorshow.com Von Thomas Geiger, dpa

dpa-infocom


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