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BMW 5er GT: Sonderling im Smoking

Hamburg Limousine, Kombi, Geländewagen, Van oder Coupé - an diese Segmente haben sich Autokäufer über Jahrzehnte gewöhnt. Doch unter dem Schlagwort «Crossover» treibt die Suche nach neuen Nischen mittlerweile seltsame Blüten.

Eine völlig neue Fahrzeuggattung

Die Hersteller wollen Fahrzeuggattungen vereinen, die gegensätzlicher kaum sein könnten. Der jüngste und zugleich ungewöhnlichste Vorstoß in diese Richtung kommt Ende Oktober aus München: Rund fünf Jahre nach der Idee zum «Raumfunktionalen Konzept» geht bei BMW dann endlich der 5er GT an den Start. Der mindestens 55 200 Euro teure Sonderling im Smoking gilt den Bayern als Destillat aus dem Komfort einer Luxuslimousine, der Variabilität eines Kombis und der erhabenen Sitzposition eines Geländewagens und soll eine völlig neue Fahrzeuggattung begründen.

Die besten Plätze sind in der zweiten Reihe

Optisch nahe an 7er und X6 gerückt und in der Preisliste mit einem ausstattungsbereinigten Aufschlag von rund 2500 Euro in der Nähe des 5er Touring positioniert, bietet der Gran Turismo tatsächlich ein paar neue Möglichkeiten. Vor allem die Passagiere im Fond werden diesen fünf Meter langen und 1,90 Meter breiten 5er schätzen lernen. Bei 3,07 Metern Radstand räkeln sie sich in bequemen Einzelsesseln (Aufpreis: 1750 Euro), genießen mehr Beinfreiheit als im Erste-Klasse-Abteil, lassen ihre Lehnen nach hinten surren und haben so viel Kopffreiheit, dass es sogar für einen Hut reichen würde.

Eine Mischung aus Luxus und Lkw

Ein weiteres Plus ist der Kofferraum des GT. Zwar muss man das Gepäck über eine hohe Ladekante wuchten, doch kann man danach variabel stauen: Je nach Bestuhlung schluckt der Luxuslaster zwischen 440 und 1700 Litern und überrascht mit ein paar neuartigen Details. So kann man nicht nur die Heckklappe in zwei Teilen bis zur Unterkante des Fensters oder bis weit hinauf ins Dach öffnen, sondern innen auch eine variable Trennwand einziehen. Anders als bei Vans und Kombis bleiben Krach und Kälte damit zuverlässig ausgesperrt.

Freiheit im Fond erfordert Kompromisse

All diese Freiheiten erfordern aber Zugeständnisse. Innen machen die vor allem Passagiere der ersten Reihe, die kleine Türen haben und auf den großen Verstellweg ihrer Sitze verzichten müssen. Außen ist vor allem die Toleranz der anderen gefragt, die sich erst einmal an die unkonventionelle Mischung aus einem beschnittenen 7er und einem tiefer gelegten X6 gewöhnen müssen. Da kann sich das Designteam noch so viel Mühe geben: Auch fließende Linien, muskulöse Flanken und fein modellierte Flächen zaubern aus einem Koloss kein Kleinod.

Unter dem Blech ist dieser 5er ein 7er

So unkonventionell die Konstruktion, so gewöhnlich ist die Technik. Schließlich stand bei der Entwicklung vor allem der neue 7er Pate. Von ihm übernehmen die Bayern nicht nur die Instrumente, das Infotainment und die Assistenzsysteme, sondern auch die serienmäßige Luftfederung an der Hinterachse oder die Option auf eine Aktivlenkung mit Steuereingriff im Heck. Sie lässt den Riesen überraschend handlich erscheinen, hält in engen Kurven die Nähe zur Ideallinie und garantiert auch auf Landstraßen ungewöhnlich viel Fahrspaß - nur die Dynamic-Performance-Control und der Allradantrieb fehlen.

Viel Komfort für die weite Reise

Auf kurvigen Landstraßen wird man den GT allerdings seltener sehen. Ähnlich wie die R-Klasse von Mercedes ist der Raumriese ein Gleiter für die weite Reise. Dazu passen das komfortable Fahrwerk, die Luftfederung mit Niveauregulierung an der Hinterachse und die gute Schalldämmung. Gestört wird der Genuss nur durch die Windgeräusche, die jenseits von 100 km/h ungebührlich laut werden.

Der Sechszylinder ist schnell und sparsam

Auch zwei der zunächst drei Motoren stammen aus dem 7er. Sowohl den 180 kW/245 PS starken Diesel im 530d (ab 55 200 Euro) als auch den V8-Benziner mit 300 kW/407 PS im 75 300 Euro teuren 550i kennt man vom Flaggschiff der Bayern. Und auch die neue Achtgang-Automatik baut BMW schon im 7er ein. Neu ist allerdings der Basis-Benziner im 535i für 55 700 Euro, der mit Benzindirekteinspritzung und zwei Turboladern auf 225 kW/306 PS kommt.

Dickschiff mit Sprinterqualitäten

Obwohl der GT rund 300 Kilogramm schwerer ist als ein normaler Kombi und so fast zwei Tonnen auf die Waage bringt, hat der drei Liter große Sechszylinder mit maximal 400 Nm überraschend leichtes Spiel: Nur 6,3 Sekunden vergehen bis Tempo 100, und selbst das Limit von 250 km/h ist kein Problem. Noch überraschender sind aber der Verbrauch von 8,9 Litern (CO2-Ausstoß: 209 g/km). Für so eine Größe ist das beinahe sparsam.

Fazit: Gewöhnungsbedürftig, aber praktisch

An Form und Format des 5er GT muss man sich erst gewöhnen. Und der Preis ist in diesen Zeiten auch für Besserverdiener eine Prüfung. Doch bietet der GT neben ausgezeichneten Fahrleistungen und überraschend sparsamen Motoren tatsächlich eine Reihe neuer Möglichkeiten. Fragt sich nur, ob die bislang überhaupt jemand vermisst hat?

DATENBLATT: BMW 535i GT
Motor und Antrieb: Reihensechszylinder-Benzindirekteinspritzer mit Doppelturbo
Hubraum: 2979 ccm
Max. Leistung: 225 kW/306 PS bei 5800 U/min
Max. Drehmoment: 400 Nm bei 1200-5000 U/min
Antrieb: Heckantrieb
Getriebe: Achtgang-Automatik
Maße und Gewichte
Länge: 4998 mm
Breite: 1901 mm
Höhe: 1669 mm
Radstand: 3070 mm
Leergewicht: 1940 kg
Zuladung: 630 kg
Kofferraumvolumen: 440-1700 Liter
Fahrdaten
Höchstgeschwindigkeit: 250 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h: 6,3 s
Durchschnittsverbrauch: 8,9 Liter/100 km
Reichweite: 790 km
CO2-Emission: 209 g/km
Kraftstoff: Super
Schadstoffklasse: EU5
Kosten
Basispreis der Modellreihe: 55 200 Euro
Grundpreis des 535i GT: 55 700 600 Euro
Typklassen: liegen noch nicht vor
Kfz-Steuer pro Jahr: 238 Euro/Jahr
(alle Daten laut Hersteller, GDV, Schwacke)
Wichtige Serienausstattung
Sicherheit: ESP, Front-, Seiten- und Vorhang-Airbags
Komfort: Klimaanlage, variable Laderaumtrennung, geteilte Heckklappe

dpa-infocom


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