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Nissan Cube: Kasten mit Kultfaktor

Hamburg Die Würfel sind gefallen: Nissan bringt den Cube zum Jahresende auch nach Deutschland. Der Kasten mit Kultfaktor soll es nicht nur mit Autos wie dem Daihatsu Materia und dem Kia Soul aufnehmen, sondern sogar im Revier des Mini räubern.

Wo er auftaucht, zücken Passanten die Kameras

Die Chancen dafür stehen nicht schlecht: Immerhin hat es die erste Auflage in Japan zum Auto des Jahres gebracht und wiederholt die Zulassungsstatistik gestürmt. Auch wenn beim Fahren Welten zwischen einem Mini und dem Cube liegen. Zumindest in der Außenwirkung kann der 3,98 Meter kurze Würfel aus Japan problemlos mithalten. In den USA, wo die zweite Generation bereits verkauft wird, ist er deshalb an jeder Kreuzung der Star und sticht im Fotofinish der Handykameras selbst potente Sportwagen aus.

Design wie beim Kult-Computerhersteller Apple

Das verdankt der technisch einfach gestrickte Fünftürer natürlich insbesondere seinem auffälligen Design, das sich augenscheinlich am Stil der Kultmarke Apple orientiert. Vor allem in weiß wirkt der Cube deshalb wie eine Mischung aus iPhone und iMac auf Rädern. Der Schlitz unter dem Kühlergrill könnte auch ein CD-Laufwerk sein, und die dunklen Scheiben reihum gingen auch als Touchscreen durch.

Gewollter Bruch mit dem rechten Winkel

Bei aller Liebe zur Kante haben die Designer allerdings mit dem rechten Winkel gebrochen: Jede Ecke ist sanft gerundet, die Symmetrie wurde aufgelöst. Zwar sind Breite und Höhe mit etwa 1,70 Meter beinahe identisch, so dass der Cube von hinten tatsächlich an einen Würfel erinnert. Doch weil die Heckklappe an der Seite angeschlagen ist und die Rückscheibe gegenüber ums Eck läuft und mit den Fenstern an der Flanke verschmilzt, wirkt der Wagen verwegener und interessanter als etwa ein Renault Kangoo oder ein Fiat Qubo.

Schauen macht mehr Spaß als fahren

Ganz so gut wie er aussieht, fährt der Cube allerdings nicht. Unter der Haube steckt in den USA ein 1,8 Liter großer Benziner mit 91 kW/124 PS und 172 Nm, der allenfalls durchschnittliche Fahrleistungen ermöglicht. Doch bei einem Tempolimit diesseits unserer Richtgeschwindigkeit stört sich daran keiner. Und mit einer Beschleunigung von Null auf 100 in knapp zehn Sekunden kann man gut leben. Da stören eher die sehr weichgängige Lenkung und der unerwartet große Wendekreis. Dass man trotzdem gut in die Lücken kommt, liegt an den kurzen Überhängen und der übersichtlichen Karosserie. In Europa wird es den US-Motor nicht geben. Dort plant Nissan mit einem 81 kW/110 PS-Benziner und einem Diesel mit 78 kW/106 PS.

Der Innenraum ist zur lustigen Lounge geworden

Aber eigentlich spielt die Motorisierung beim Cube keine Rolle: Für den Spaß braucht es keine schnellen Sprints und flotte Kurven. Da reicht schon eine kurze Sitzprobe in der lustigen Lounge, zu der die Designer den Innenraum verwandelt haben. Das Armaturenbrett ist geschwungen wie der Tresen einer Szenebar, die Beleuchtung so bunt und wechselhaft wie bei einem Popkonzert, und die Dekors mit konzentrischen Kreisen sind so abgedreht wie das CD-Cover einer Hippie-Band. Dazu gibt es jede Menge witziger Details wie den Teppich, der auf dem Armaturenbrett das Handy hält, oder die bunten Gummibänder in den Türen, mit denen man allerlei Kleinkram fixiert.

Viel Platz, aber auch viel Kunststoff

Aber selbst in ganz gewöhnlichen Disziplinen steht der Cube gut da: Das Platzangebot ist vorn wie hinten üppig, und mit der verschiebbaren Rückbank findet man leicht den individuellen Kompromiss zwischen Komfort und Kofferraum. Nicht viele Kleinwagen sind innen so pfiffig, patent und praktisch. Da können sich Mini & Co. durchaus eine Scheibe von abschneiden. Allerdings können auch die Nissan-Entwickler noch etwas lernen: zum Beispiel die Liebe zum Detail und das Feingefühl bei der Materialauswahl. Denn so frech und farbenfroh der Charakter ist, so trüb und dröge sind viele Kunststoffe. Auch das Finish der US-Autos könnte vornehmer sein. Bis der Cube zu uns kommt, sollten die Japaner da nachbessern, wenn der Image-Schub nicht nach hinten losgehen soll.

Fazit: Quadratisch, praktisch, gut

Natürlich ist das auch eine Frage des Preises, der in den USA wie immer deutlich niedriger ist. Die Basisversion gibt es dort bereits für umgerechnet knapp 10 000 Euro. Das Topmodell kostet kaum 14 000 Euro. So billig wird es bei uns wohl kaum gehen: «Der Preis orientiert sich an Kia Soul, Toyota Urban Cruiser und dem Mini», heißt es bei Nissan Deutschland in Brühl. Unter 15 000 Euro dürfte der Cube deshalb nicht zu haben sein, und für den Diesel werden wahrscheinlich knapp 20 000 Euro fällig. Trotzdem ist der Cube ein Sympathieträger, der beim zweiten Anlauf auch in Europa das Zeug zum Kultauto hat. Denn für den Zauberwürfel auf Rädern gilt, was auch manche Schokolade für sich reklamiert: quadratisch, praktisch, gut.

Datenblatt: Nissan Cube (US-Version)
Motor und Antrieb: Vierzylinder-Benziner
Hubraum: 1798 ccm
Max. Leistung: 91 kW/124 PS bei 5200 U/min
Max. Drehmoment: 172 Nm bei 4800 U/min
Antrieb: Frontantrieb
Getriebe: Sechsgang-Schaltgetriebe
Maße und Gewichte
Länge: 3980 mm
Breite: 1695 mm
Höhe: 1680 mm
Radstand: 2530 mm
Leergewicht: 1253 kg
Zuladung: k.A.
Kofferraumvolumen: bis 1620 Liter
Fahrdaten
Höchstgeschwindigkeit: k.A.
Beschleunigung 0-100 km/h: ca. 9,5 s
Durchschnittsverbrauch: 9,0 Liter/100 km
Reichweite: 550 km
CO2-Emission: 211 g/km
Kraftstoff: Normalbenzin
Wichtige Serienausstattung
Sicherheit: Front-, Seiten- und Vorhang-Airbags, Traktionskontrolle
Komfort: Klimaanlage, elektrische Fensterheber, Zentralverriegelung

dpa-infocom


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