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Dachdämmen nach der Energie-Einspar-Verordnung

Darmstadt/Berlin Noch immer gibt es sehr viele alte Häuser, deren Dächer nicht gedämmt sind: Das kostet Energie und belastet den Geldbeutel des Eigentümers.

Wer selber dämmen will, muss die Bausubstanz des Hauses kennen und sollte sich von einem Fachmann beraten lassen. Seit Oktober gilt außerdem eine neue Fassung der Energie-Einspar-Verordnung (EnEV) mit verschärften Dämmvorschriften.

Richtiges Dämmen in Eigenregie setzt Fachwissen voraus. «Um späteren Schäden vorzubeugen, sollten Heimwerker sich vor der Arbeit mit der Bauphysik des gedämmten Daches auseinandersetzen», rät Jens Knissel vom Institut Wohnen und Umwelt in Darmstadt. Durch Feuchtigkeit, die in die Dämmschicht eindringt, und durch Wärmebrücken leide nicht nur die Dämmwirkung. Neben Schimmelbildung und Wasserschäden könnten auch gravierende Langzeitschäden, etwa Schwammbildung am Dachstuhl, die Folge sein.

«Vor dem Dämmen sollte man überprüfen, ob unter den Dachziegeln eine Unterspannbahn unter den Dachziegeln eingebaut ist», erklärt Thomas Kwapich von der Deutschen Energie-Agentur (dena) in Berlin. Die Unterspannbahn sei nötig, um die darunterliegende Konstruktion vor Nässe zu schützen. In manchen alten Gebäuden fehle eine solche Unterspannbahn unter den Ziegeln. Dann muss nachgerüstet werden.

«Als Material für Heimwerker sind flexible Matten und Keile aus Mineralfasern für die Montage zwischen und unter Sparren vorteilhaft», erläutert Michael Pommer von der DIY-Academy in Köln. Denn diese Materialien passten sich unebenen und etwas verzogenen Hölzern optimal an. Materialien aus Mineralfasern wie Glas- und Steinwolle seien zu empfehlen, denn sie dämmen gut und seien praktisch nicht entflammbar.

Auch ökologische Alternativen wie Flachs, Hanf und Schafswolle eignen sich für die Heimwerker-Montage. «Solche Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen haben auch bautechnische Vorteile», sagt der Architekt und Fachbuchautor Thomas Drexel aus Augsburg.

Sie hätten auch im Sommer den Vorteil , durch ihre größere Wärmespeicherfähigkeit die Raumtemperatur niedrig zu halten. Pommer empfiehlt bei Dachgeschossen, die als Wohnraum dienen, eine Isolierung zwischen den Sparren. Falls der Platz zwischen den Sparren nicht ausreicht, könne auch unter den Dachsparren zusätzlich gedämmt werden. «Um zu ermitteln, wie viel Platz für eine mögliche Zwischendämmung zur Verfügung steht, misst man die Sparrentiefe», erläutert Pommer.

Reicht die Sparrentiefe für die in der Energie-Einsparverordnung (EnEV) vorgeschriebene Dicke der Dämmung nicht aus, könne diese unter den Sparren auf das erforderliche Maß vergrößert werden. «Errechnet werden sollte die Dämmstärke möglichst zum Beispiel von einem Energieberater», rät Knissel.

«Dämmschichten müssen nach dem Einbau an der Innenseite gegen eindringende Feuchtigkeit durch eine lückenlose, luftdichte Schicht geschützt werden», betont Kwapich. Denn wenn Luft aus dem Innenraum in die Wärmedämmschicht gelangt, kühlt sie sich ab. Dabei werde Feuchtigkeit frei. Dadurch besteht die Gefahr, dass Bauteile durchfeuchten. Auch bei der Wahl der passenden Dampfsperre sollte sich der Heimwerker von einem Fachmann beraten lassen. Dachdämmen nach der Energiesparverordnung Die seit Oktober geltende verschärfte Energie-Einspar-Verordnung EnEV schreibt bei der Sanierung von Dachschrägen einen U-Wert von maximal 0,24 W/(m²K) vor. Die dafür notwendige Dämmstärke ist laut der dena in Berlin abhängig von der Konstruktion (Sparrenbreite und -abstand) und der Wärmeleitgruppe (WLG) des Dämmmaterials. Sind die Sparren im Dach nicht ausreichend tief, um die angegebene Dämmstärke zu erreichen, sind die EnEV-Anforderungen auch dann erfüllt, wenn die höchstmögliche Dämmschichtdicke eingebaut wird.

Herkömmliche Dämmmaterialien haben die WLG 040. Im Handel gibt es allerdings bereits Produkte, die über bessere Dämmeigenschaften verfügen, etwa Klemmfilze (Mineralfaserplatten) oder Hartschaumplatten mit WLG 035 und 032. Ein Dachsanierung mit Zwischensparrendämmung kann zum Beispiel folgendes beinhalten: Eine Holzwerkstoffplatte von fünf Zentimetern, eine Dampfsperre sowie Holzsparren mit einer Dämmstärke von 18 Zentimeter bei WLG 040, von 16 Zentimetern bei WLG 035 oder 14 Zentimetern bei WLG 032. Von Stephanie Hoenig, dpa

dpa-infocom


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