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Wildschweine im Wohngebiet: Stabile Zäune für Gärten

Berlin Sie kommen nachts und meist im Dutzend: Immer öfter verlassen Wildschweinrotten ihre Reviere im Frankfurter Stadtwald, im Berliner Grunewald oder im Königsforst bei Köln und durchwühlen Gärten und Parks in Wohngebieten.

Stabile Zäune und geschlossene Mülltonnen sollen die Schwarzkittel fernhalten. Werden die Tiere zu aufdringlich, sollte ein Fachmann gerufen werden. «Betroffen von der Wildschwein-Plage sind deutschlandweit Städte, wo Grünstreifen in die Wohnviertel hineinragen und im Umland viele Wildschweine leben», erläutert Andreas Kinser von der Deutschen Wildtier Stiftung in Hamburg. Dazu kommt, dass die Zahl der Tiere stetig steigt und sie in den Wäldern nicht mehr genug Futter finden.

In der waldnahen Wohnvierteln gibt es davon jede Menge: «Maden, Engerlinge und Regenwürmer stehen ganz oben auf dem Speiseplan», sagt Marc Franusch, Sprecher der Berliner Forsten. Solche Leckerbissen finden sich vor allem im lockeren, gut gewässerten Gartenboden. Die Allesfresser nehmen aber auch Blumenzwiebeln, verrottende Äpfel vom Kompost oder Speisereste aus der Mülltonne. Außerdem seien die Tiere in der Stadt sicher vor Jägern und ziehen sich auch am Tage oft nicht mehr in den Wald zurück, erläutert Kinser. Stattdessen werden sie in Grünanlagen, ungenutzten Grundstücken und Schrebergärten heimisch.

Zerwühlte Beete, verbeulte Zäune und zerfetzte Müllsäcke: «Ein einziges Wildschwein kann eine gepflegte Wiese zum Acker machen», sagt Franusch. In Berlin erhalten Betroffene beim Wildtiertelefon Informationen zum Umgang mit den Borstentieren. In anderen Städten ist die Vorgehensweise weniger organisiert. «In Akutsituationen ist die Polizei der erste Ansprechpartner», sagt Torsten Reinwald vom Deutschen Jagdschutz-Verband (DJV) in Bonn. Aber auch der Jäger des angrenzenden Reviers oder der Förster können helfen.

«Der wichtigste Schutz ist ein stabiler, intakter Zaun mit einbetonierten Pfeilern», rät Alexander Wiech vom Eigentümerverband Haus & Grund Deutschland. Wildschweine können springen. Deshalb sollte der Zaun mindestens 1,50 Meter hoch sein. Am unteren Rand sollte zusätzlich Maschendraht gespannt werden. «Damit die Tiere sich nicht unter dem Zaun durchwühlen, muss er gut vierzig Zentimeter ins Erdreich ragen», ergänzt Magnus Wessel vom NABU in Berlin.

Füttern sei tabu. Denn daran gewöhnen sich die Tiere schnell. Sie werden zutraulich und kommen immer öfter. Auch die geschlossene Mülltonne sollte erst kurz vor dem Leeren vor das Haus gestellt werden. Picknickreste im Park locken die Borstentiere genauso wie Gartenabfälle, die hinter dem Haus entsorgt werden. Sie gehören auf den Kompost, der allerdings gut abgedeckt sein muss und keine Speisereste enthalten darf, sagt Wessel.

Wenn alle Abwehrmaßnahmen nicht fruchten, die Wildschweine ganz besonders zahm sind oder sich in eine Garage verirrt haben - dann sollten der Stadtjäger oder die Forstverwaltung alarmiert werden. «Oft ist es damit getan, vor Ort zu beraten oder auch mal ein Tier zu verjagen. Nur im Notfall wird von der Schusswaffe Gebrauch gemacht», sagt Franusch. Das erfordere in der Stadt eine Ausnahmegenehmigung. Die Berliner Stadtjäger haben die Erlaubnis: 900 von 3300 im Stadtgebiet gezählten Wildschweine mussten sie schon erschießen. Optimale Lebensbedingungen In Deutschland leben 2,5 bis 4 Millionen Wildschweine, schätzt der NABU. Natürliche Feinde der Borstentiere wie Wölfe oder Bären gibt es hier kaum noch. Die Lebensbedingungen hingegen sind optimal. Auch die milden Winter begünstigen die schnelle Vermehrung. «Viele junge oder schwache Tiere können überleben», sagt Torsten Reinwald vom Deutschen Jagdschutz-Verband (DJV). Von Eva Neumann, dpa

dpa-infocom



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