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Ruhige Nacht: So leuchtet der Weihnachtsbaum sicher

Berlin/Hamburg Sanft schlummert der Hausherr vor dem Fernseher, während hinter ihm die vertrockneten Zweige des Weihnachtsbaums zu glimmen beginnen. Trotz aller Warnungen passiert das noch allzu oft.

«In der Adventszeit entstehen in deutschen Haushalten jedes Jahr um die 36 Millionen Euro Schaden in etwa 15 000 Fällen», schätzt Katrin Rüter de Escobar vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) in Berlin. Meist seien Brände die Ursache, die von Weihnachtsbäumen oder Kränzen aufs Mobiliar übergreifen. Wer aber ein paar grundsätzliche Regeln einhält, kann eine solche Katastrophe leicht verhindern.

Wichtig ist zunächst der sichere Stand des Weihnachtsbaums. Dafür muss niemand mehr unter die Tanne kriechen. «Heute sind auf dem Markt fast nur noch Christbaumständer mit Seiltechnik erhältlich», sagt Lothar Beckmann von der Stiftung Warentest in Berlin. Damit lässt sich der Baum bequem per Fußhebel fixieren. Teuer müssen diese Ständer nicht sein. «Auch im Discounter-Bereich kann man da heute Schnäppchen machen», sagt Beckmann. Es lasse sich aber darüber streiten, ob die Ein-Seil- oder die Vier-Seil-Variante besser ist.

Susanne Woelk, Geschäftsführerin der Aktion «Das Sichere Haus» (DSH) in Hamburg, empfiehlt die Ein-Seil-Technik, bei der das Seil direkt durch alle Spannkrallen verläuft. So ließen sich auch unregelmäßige Stämme perfekt senkrecht stellen. Und sie sei sicherer als die Variante mit vier Seilen, bei der jede Kralle von einem Seil gefasst wird - allerdings nur, wenn Maximalhöhe und -Durchmesser beachtet werden.

Die meisten Weihnachtsbaumständer sind mittlerweile mit einem Wassertank kombiniert, der den Baum stabilisiert und bewässert. «Wenn der Baum in die beheizte Wohnung kommt, geht es ihm dort wie einem Blumenstrauß», erklärt Beckmann: «Ohne Bewässerung trocknet er schnell aus, nadelt und ist viel brennbarer.» Daher sollten Verbraucher den Stamm beim Händler nicht anspitzen lassen, sondern selbst frisch ansägen - so nehme der Baum das Wasser optimal auf.

Um ein Umkippen zu vermeiden, sollte der Baum nicht im Luftzug zwischen Tür und Fenster stehen. Im Zweifelsfall ist es besser, ihn zusätzlich an der Wand zu befestigen, etwa mit Blumendraht - allerdings nur so, dass er für Kinder nicht zur Stolperfalle wird.

Ist der Baum mit echten Wachskerzen geschmückt, müssen auch Vorhänge, Gardinen, Papier und Polstermöbel außer Reichweite sein. Wer verspielte Haustiere hat, hängt das Lametta besser nicht an die untersten Zweige oder stellt den Baum auf ein stabiles Tischchen. Beim Anzünden gilt die Faustregel, an der Spitze zu beginnen und sich nach unten vorzuarbeiten. Beim Löschen der Kerzen geht es andersherum.

Wer Lichterketten bevorzugt, sollte zu Qualitätsprodukten greifen, rät Stefanie Drückler vom TÜV Rheinland Product Safety in Köln. Nur Ketten mit dem GS-Zeichen für «geprüfte Sicherheit» seien von neutralen Prüfern getestet worden. Auch Name und Adresse des Herstellers sollten in deutscher Sprache auf der Verpackung stehen.

Seriöse Hersteller legen zudem Reservelämpchen bei. Geht ein Lämpchen an der Kette kaputt, sollte es nicht nur aus ästhetischen Gründen schnell ausgetauscht werden. Denn sonst erhitzen sich die übrigen Lämpchen umso mehr, die Brandgefahr steigt. «Baumschmuck aus Filz oder Stroh gehört deshalb nicht in die Nähe von Lichterketten», warnt Beckmann. Drückler empfiehlt vor allem Familien Ketten mit LED-Leuchtdioden oder mit Transformatoren, die im Niedrigstrombereich arbeiten. Sie seien sicherer - und verhindern ein böses Erwachen. Von Gian-Philip Andreas, dpa

dpa-infocom



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