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Theodor Dingermanns Studenten stimmen mit TED ab

Frankfurt/Main Wenn Theodor Dingermann die Meinung seiner Studenten kennenlernen will, macht er es wie das Fernsehen: Er lässt sie in seinen Vorlesungen per TED (Tele-Dialog) abstimmen.

Am liebsten stellt ihnen der Professor für Pharmazeutische Biologie der Frankfurter Universität dabei Fragen, die sie verblüffen. «Welches Insulin würden Sie einem Arzt empfehlen?», nennt der 61-Jährige als Beispiel. Der längste Antwort-Balken erscheine dann regelmäßig beim «gentechnisch aus menschlichen Zellen» gewonnenen Hormon. «Das ist eine emotionale, aber keine rationale Antwort», sagt Dingermann. Denn das Insulin sei fachlich das gleiche wie das aus Bäckerhefe oder Bakterien gewonnene.

Das interaktive TED-System hat Dingermann von den 15 000 Euro gekauft, die er mit einem Sparkassenpreis für exzellente Lehre vor zweieinhalb Jahren bekam. Der Einsatz dieser Technik, mit der seine Studenten im Hörsaal auch ihre Lernfortschritte überprüfen, trug mit dazu bei, dass er vom «Unicum»-Magazin und der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG gerade zum «Professor des Jahres 2009» in der Kategorie Naturwissenschaften/Medizin gewählt wurde. Bei dem bundesweiten Wettbewerb werden Professoren ausgezeichnet, die sich vorbildlich für die berufliche Zukunft ihrer Studenten einsetzen.

Die Lehre macht dem kommunikativen Rheinländer auch nach 19 Jahren am Main noch sichtlich großen Spaß. Das lebendige Gespräch mit verschiedenen Professionen und die verständliche Erklärung schwieriger Sachverhalte sind die Leidenschaft des schlanken grauhaarigen Mannes. Er hat mehrere Lehrbücher geschrieben, ist Chefredakteur zweier Fach-Zeitschriften und hat zahlreiche Vorträge und Fachartikel verfasst. «Die Lehre ist mein Hobby», sagt er selbst. «Nach der Uni möchte ich mich ganz der Erwachsenenbildung widmen.»

Ob Empfehlung der Impfung gegen Schweinegrippe oder sein Verständnis für Studentenproteste - Dingermann bezieht zu vielen aktuellen Themen Stellung. Er ist auch Mitglied zahlreicher Gremien - vom Wissenschaftlichen Beirat der Bundes Apothekerkammer über die Deutsche Pharmazeutische Gesellschaft bis zur Gesellschaft Deutscher Chemiker. Von der Aufgeschlossenheit des Apothekers und Biochemikers gegenüber anderen Disziplinen und Berufsgruppen profitieren auch seine Studenten. Durch seine vielfältigen Kontakte kann der Netzwerker seinen Absolventen hin und wieder eine Tür für einen Job in der Industrie oder bei einer Behörde öffnen.

Dingermanns Begeisterung für den Einsatz von Technik in der Lehre ermöglicht es den angehenden Akademikern auch mal, eine Vorlesung und einen Vortrag ihres Professors als Podcast von seiner Uni-Homepage herunterzuladen und auf dem Computer oder dem MP3-Player zu hören. Ins Examen dürfen, ja müssen sie sogar ihr Laptop mitnehmen: «Da können sie im Internet alles nachschauen», sagt Dingermann. Er stelle extra auch Prüfungsfragen, «die in keinem Lehrbuch stehen», erzählt der mehrfach ausgezeichnete Wissenschaftler. «Sie sollen auch keine Angst haben, sich künftig mit Fragen zu beschäftigen, die sie im Studium nicht kennengelernt haben. In den Biowissenschaften geht heutzutage alles so schnell.»

Weitere Infos über Professor Dingermann: dpaq.de/dingermann

«Professor des Jahres 2009»: www.professordesjahres.de Von Ira Schaible, dpa

dpa-infocom


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