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Von Obama lernen: Schlagfertigkeit trainieren

Hamburg Schlagfertigkeit hat nicht unbedingt etwas mit Zurückschlagen zu tun.

«Viele wollen allerdings vor allem dann schlagfertig sein, wenn sie sich zur Wehr setzen müssen».

Das sagte der Managementtrainer Valentin Nowotny dem dpa-Themendienst. «Dabei ist aus dem Blick geraten, dass Schlagfertigkeit auch ein Gestaltungsmittel ist.» Schlagfertig sei gerade nicht der, der ständig bereit ist zuzuschlagen, sondern der, in kreativer Weise schnell reagiert. «Man soll dabei nicht versuchen, auf Kosten des anderen zu punkten», sagt der Business Coach aus Hamburg.

Schlagfertigkeit ist nach Nowotnys Überzeugung nicht einfach angeboren. «Man kann das trainieren und an der eigenen Kommunikationsfähigkeit arbeiten.» Auch ansonsten eher schüchterne Persönlichkeiten sollten es nicht von vorneherein für aussichtslos erklären. Ähnlich wie im Fußball sei dabei wichtig zu überlegen, wie ein Konter idealerweise aufgebaut wird. Helfen kann dafür, sich an Vorbildern zu orientieren: «Das kann ein Talkmaster sein, ein Schauspieler oder Politiker wie Angela Merkel oder Barack Obama.»

Empfehlenswert sei, sich ein Vorbild nach persönlichen Vorlieben zu suchen und es dann gezielt zu beobachten, rät Nowotny - bei einem Politiker zum Beispiel bei einer längeren Rede im Fernsehen: Wie reagiert er auf spontane Zwischenrufe? Wie, wenn er vom Redetext abweicht? Wann lächelt er? «Je besser ich mein Vorbild kenne, umso eher kann ich bestimmte Muster übertragen», sagt der Managementtrainer. «Ich kann mich fragen 'Wie würde er jetzt reagieren?'» Zwar lassen sich in der Regel nicht Zitate oder längere Passagen einfach kopieren. «Ich muss das auf die jeweilige Situation wie ein Mitarbeiter- oder Kundengespräch übertragen.»

Es sei aber durchaus legitim, sich für bestimmte Situationen schon Formulierungen zurechtzulegen. «Viele rhetorisch gute Leute machen das», sagt Nowotny. Besonders griffige, gelungene Formulierungen könne man auch durchaus von seinem Vorbild übernehmen. «Es muss natürlich an die jeweilige Situation angepasst werden. Schlagfertigkeit ist immer auch kreativ.» Wem es noch an Übung fehlt, kann Formulierungen, die er gut findet, auch aufschreiben. «Gerade, wenn man nicht der kommunikative Typ ist, kann man auch im Alltag üben», sagt Nowotny, «zum Beispiel an der Kasse im Kaufhaus einfach einmal eine ungewöhnliche Replik versuchen und ausprobieren, was passiert.»

dpa-infocom


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