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Europäer genießen bald mehr Browser-Freiheit

Brüssel Alternativen zum Internet Explorer (IE), dem Webbrowser von Microsoft mit einem weltweiten Marktanteil von 63,6 Prozent, gibt es seit geraumer Zeit.

Stärkster Konkurrent ist Firefox, ein Open-Source-Projekt der nichtkommerziellen Mozilla Foundation.

Laut aktueller Analyse des US-Marktforschungsinstituts Net Applications kam der Firefox im November 2009 weltweit auf einen Marktanteil auf 24,7 Prozent. In Deutschland soll die quelloffene Software laut verschiedenen Untersuchungen sogar den Internet Explorer überholt haben.

Den dritten Platz weltweit mit 4,3 Prozent belegt der Safari-Browser von Apple, der auf Windows-PCs, aber vor allem auf den Macintosh-Rechnern zum Einsatz kommt. Platz vier hat mittlerweile der Suchmaschinengigant Google mit seinem Browser Chrome erobert (3,9 Prozent). Das norwegische Softwarehaus Opera landet schließlich mit 2,3 Prozent auf Platz fünf. Opera hatte mit einer Klage gegen Microsoft das Anti-Kartellverfahren in Brüssel ausgelöst.

Anfang 2010 sollen die PC-Anwender , die einen Internet Explorer einsetzen, in einem Auswahlfenster nicht nur auf die vier wichtigsten Alternativen Firefox, Safari, Chrome und Opera hingewiesen werden. Insgesamt zwölf Browser, inklusive IE, sollen auf der Basis der Marktanteile in der Europäischen Union aufgelistet werden, teilte am Mittwoch ein Microsoft-Sprecher in Brüssel mit. Diese Top-Liste wird zweimal im Jahr ermittelt. Die Reihenfolge der präsentierten Programme auf dem Bildschirm soll jeweils durch einen Zufallsgenerator entschieden werden.

Damit hätten auch technisch unbedarfte Anwender die Möglichkeit, mit einem Mausklick die Installation des Alternativ-Browsers in Gang zu setzen. Außerdem können sie dann festlegen, welche Suchmaschine Anfragen in dem Suchschlitz des Browsers beantworten soll.

Das Auswahlfenster («Ballot Screen») soll über die Windows-Update-Funktion auf die Computer kommen und wird auf allen (neuen und älteren) PCs erscheinen, die mit dem IE als vorinstalliertem Standard-Browser ausgeliefert werden. Im Rahmen der EU-Einigung haben außerdem nun alle PC-Hersteller die Möglichkeit, einen beliebigen anderen Browser als Standard-Software zum Betrachten von Webseiten zu installieren.

Unter den Microsoft-Wettbewerbern bereitet sich insbesondere Google auf die neuen Auswahloptionen der Microsoft-Kunden vor. In YouTube-Videos und Anzeigen («Für alle, die schnell im Web sind.») preist der Suchmaschinenanbieter seinen Browser in der Web- Gemeinschaft an. Chrome bildet auch das Fundament eines Betriebssystems für einfache Mobilrechner, mit dem Google im kommenden Jahr gegen Microsoft antreten möchte.

dpa-infocom


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