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Twitter-Account zu verkaufen? – BMW fragt nicht nach @bmw

Koblenz Jim O`Donnell, Präsident von BMW Nord Amerika, wusste nicht, welchen Spaß Brian M Westbrook beim gemeinsamen Foto hatte. Brian M. Westbrook ist bei Twitter @bmw – dem Autokonzern ist das irgendwie entgangen.

Unter dem Account @bmw verschickte Brian M. Westbrook auch das Foto, das ihn und O`Donnell bei der großen Eröffnung der BMW-Niederlassung in Seattle zeigt. Text dazu: „Welten treffen aufeinander.“ .

Mit den Buchstaben BMW aus seinen Initialen hat sich Mr. Westbrook am 15. März 2007 bei dem Kurznachrichtendienst angemeldet, als in Deutschland noch fast niemand von Twitter gesprochen hat. Und unter diesem Account schreibt er bis heute. Ein Marketing-GAU für eine Weltmarke, und in München war er bisher offenbar noch kein großes Thema. Brian M. Westbrook hat mit Jim O´Donnell nicht über Twitter geplaudert, und BMW hat noch nie mit ihm über einen Verkauf gesprochen.

Andere tun das schon: „Verkaufen und Verraten“ ist derzeit die Maxime von Robert Basic. Bei Twitter steht sein vergleichsweise beliebter Account @robgreen zum Verkauf, und der Verkäufer Robert Basic (das ist kein Künstlername, er ist in Kroatien geboren), sorgt damit bewusst für Aufruhr. 5000 Follower hat er, die plötzlich dann nicht mehr lesen würden, was er schreibt, sondern mitverkauft würden an jemand anderen. Seiner Bekanntheit schadet das in jedem Fall nicht – selbst wenn Twitter dazwischenfunken sollte. Da ist wieder der Punkt mit den Allgemeinen Geschäftsbedingungen.

Auch wenn Basic, der bereits seinen Blog Basicthinking verkauft hatte, nun sogar schon die Beschimpfung „Social-Media-Nutte“ lesen musste (http://www.techfieber.de/2009/12/18/social-media-nutte-robert-basic-verkauft-twitter-account/) und er die persönlichen Anfeindungen beklagt: „Ich bleibe (…) dabei, dass ein Käufer mit Verständnis für Informationsbedürfnisse seinen Spaß und Erfolg mit dem Account haben wird“, schreibt er auf seiner Seite http://blog.buzzriders.com/2009/12/18/verkauf-des-twitter-accounts-robgreen/ Aus einer willkürlich herausgegriffenen Zahl leiten aufgeregte Beobachter schon ab, dass er 50.000 Euro dafür haben will. Doch er verrät nicht, wo der Mindestpreis liegt, den er bei der zum 29. Dezember laufenden Auktion erzielen will. In jedem Fall verfolge er entspannt die Reaktionen, twitterte er.

Viele andere verfolgen die A(u)ktion gespannt. Denn zum Verkauf von Accounts bei Internetplattformen gibt es weder eine übliche Rechtspraxis noch eine gesicherte Rechtsprechung, schreibt der Stuttgarter Jurist Carsten Ulbricht in einem Beitrag auf der Seite www.rechtzweinull.de (http://www.rechtzweinull.de/index.php?/archives/126-Rechtliche-Probleme-beim-Verkauf-eines-Twitter-Accounts.html).Ulbricht betont dort aber, dass zumindest nach deutschem Recht der Käufer nur dann wirksam zum Zug kommen kann, wenn der Plattformbetreiber ausdrücklich zustimmt. Seine Erklärung: Schließlich ist der bestehende Nutzer ja mit der Anmeldung einen Vertrag mit der Plattform eingegangen, der nicht einfach automatisch auf einen anderen übergehe. Deshalb wäre ein Verkauf ohne die Zustimmung von Twitter nur dann sinnvoll möglich, wenn im Vertrag die Haftung des Verkäufers dafür ausgeschlossen wird. In der Praxis sei das wohl auch kein Problem, so lange Twitter nichts von dem Handel erfährt. Twitter dürfte keinen Wind davon bekommen haben, dass die Deutsche Post plötzlich den Account allesnebenan übernommen hatte. Das erfährt man vom Fotografen Marc Thomalla, der den Account sein eigen nannte und auf eine Anfrage der Post 150 Euro forderte.

Twitter dürfte aber zumindest davon erfahren haben, dass vor ein paar Tagen ein holländischer Teenager nach einem BBC-Bericht seinen Account @breakingsnews mit 1,5 Millionen Followern an MSNBC verkauft hat. Eine offizielle Reaktion ist nicht bekannt.

Brian M. Westbroook antwortet schmallippig auf die Frage, ob er zum Verkauf des BMW-Accounts an den Automulti bereit wäre: „Please review Twitter's Terms &amp;amp; Conditions“, man möge sich doch die Geschäftsbedingungen von Twitter anschauen. Nicht einmal die Frage, ob er sich über die Untätigkeit von BMW wundert, beantwortet er anders. Der Blick auf die Geschäftsbedingungen reiche doch dazu. Er lässt aber nichts auf BMW kommen: „Es gibt eine Menge Organisationen, die den offensichtlichen Accountnamen nicht registriert haben“, sagt er fast entschuldigend. Und BMW? Auf die Anfrage unserer Zeitung bei der Pressestelle bei BMW kam nach einigem Hin und Her aus dem Urlaub der Rückruf einer freundlichen Pressesprecherin, die wenig sagen kann: BMW nehme Twitter ernst, versichert sie. Zur IAA habe es ja auch einen BMW-IAA-Account gegeben, zwei Mini-Accounts für die junge Zielgruppe gebe es schließlich auch. Aber was mit www.twitter.com/bmw ist, dass könne nur Tony Douglas beantworten, verantwortlich für New Emerging Media und in der Branche durchaus anerkannt. Doch der ist nicht erreichbar. „Vielleicht kommt der Punkt, wo wir sagen, dass wir uns da auch stärker engagieren“, sagt die Pressesprecherin.

Lars Wienand

RZO


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