pic Zählpixel
kalaydo leftkalaydo logo
RZ-Blog  |  Twitter  Mobil&RSS  |  Kontakt
suchen im
Lexikon
RZ-Online-Archiv
Zeitungs-Archiv
Internet
< Schnell-Navigation >
KinoWelt VideoWelt FotoWelt MeineWelt
Garten & Umwelt     » News     » Gartenwelt     » Umwelt     » Zeit für…

Herbstschönheit mit besonderem Aroma: Der Amberbaum

Bonn Das Farbenspiel ist überwältigend: Weinrot, Purpur, Orange, Gelborange und Violett mischen sich auf den Blättern des Amberbaums (Liquidambar styraciflua) zu einem Herbst-Spektakel.

Schöner färbt sich kaum ein anderer Baum. Zwar wird die Art selbst sehr mächtig. Aber es gibt kleinwüchsigere Sorten, die sich auch für normale Hausgärten eignen. Sie sind zwar etwas schwerer zu finden, aber die Suche lohnt sich.

Amberbäume sind seit Jahrtausenden begehrt. Der Name verrät den Grund dafür: «Liquid» bedeutet flüssig, und «Amber» ist der Name für das aromatische Harz. Werden Stamm oder Zweige verletzt, tritt er als wohlriechender, dicker Saft aus. Auch beim Zerreiben der Blätter vernimmt die Nase den besonderen Duft.

In Mitteleuropa und Kleinasien liefert der Orientalische Amberbaum (Liquidambar orientalis) einen Duftstoff, der - auch unter dem Namen Storax - seit der Zeit der alten Ägypter kultische Handlungen begleitete. Noch heute zieht der Rauch von verbranntem Storax durch griechisch-orthodoxe Kirchen.

Gern wird der süßliche , vanille-ähnliche Duft, in dem sich Zimtsäure, Styracin, Vanillin, Cinnamein und vieles andere mischen, in der Aromatherapie eingesetzt. Dort gilt der duftende Stoff als Mittel zum Beruhigen und Entspannen. Auch Husten, Krämpfe und Schmerzen sollen sich mit ihm stillen lassen. Außerdem verleiht er verschiedenen Tabak-Sorten sein Aroma, und in der Parfum-Herstellung dient er als Fixateur, der Düfte weniger flüchtig macht.

Für den Garten eignet sich der Orientalische Liquidambar allerdings weniger. Er ist nicht ausreichend frosthart. Das gilt auch für seinen fernöstlichen Verwandten Liquidambar formosana. Zuverlässige Härte besitzt der amerikanische Liquidambar styraciflua, aus dessen Harz Kaugummi gewonnen wird. Der Amberbaum trägt dicke, bizarre Korkleisten auf Stamm und Ästen. Damit unterscheidet er sich deutlich von anderen Bäumen. Im Winter, wenn die Bäume kahl sind, macht das seinen besonderen Schmuck aus.

Aber welcher Amberbaum sollte es denn nun sein für den eigenen Garten? Die Art selbst wird 10 bis 20 Meter hoch und 6 bis 12 Meter breit. Die meisten Sorten wie 'Ellen' besitzen mit etwa 5 Meter Höhe schon eher Hausgarten-Größe. 'Ellen' fällt im Frühjahr durch weinrote Triebspitzen und rötlich getöntes, junges Laub auf. 'Lane Roberts' entwickelt eine auffallend schöne, rote Herbstfärbung. 'Aurea' ist eine alte Sorte mit goldgelb gefleckten Blättern, die sich im Herbst zu Rosa und Burgunder verfärben. 'Variegata' bildet das cremeweiße Gegenstück. 'Silver King' wirkt edel durch den feinen silberweißen Rand um seine Blätter. 'Rotundiloba' überrascht mit abgerundeten Blattspitzen.

Wer sehr wenig Platz hat, holt sich den Zwerg-Amberbaum 'Gum Ball' in den Garten. Er stammt von einem Hexenbesen ab und wächst dicht verzweigt und ballförmig rund. Seine Blätter sind etwas kleiner als die normaler Amberbäume. Außerdem blüht er nicht und lässt auch keine kugeligen Früchte fallen, die manchmal lästig sein können. Je nach Veredlungsstelle trägt 'Gum Ball' seine perfekt geformte runde Krone knapp über dem Boden und reicht dann bis 150 Zentimeter hoch - oder er wird auf einen etwa mannshohen Hochstamm veredelt.

Wenig Platz beansprucht 'Moraine' mit seiner schlank-pyramidalen Form. 'Parasol' macht seinem Namen Ehre und wächst langsam zum runden bis ellipsenförmigen Schirm heran. 'Pendula' schließlich heißt eine Trauerform des Amberbaums. Sie wächst als zierliche Säule, die ihre Zweige weich herabfallen lässt.

Alle Amberbäume sind zur Freude jedes Gartenbesitzers von Natur aus sehr gesund. Befall mit Schädlingen tritt kaum auf. In der Jugend sind sie allerdings etwas frostempfindlich. Amberbäume sollten daher nur im Frühjahr gepflanzt werden, damit sie voll eingewurzelt in den Winter gehen können.

An einem geschützten Gartenplatz übersteht der Amberbaum die empfindlichen Jugendjahre am besten. In höherem Alter liegt die kritische Grenze bei minus 28 Grad. Dann können Knospen und junge Triebe erfrieren, und der Baum bleibt im Frühjahr kahl. Tot ist er trotzdem nicht. Bis zum Juni kann es dauern, bis er aus schlafenden Knospen austreibt und sich wenig später in gewohntem Glanz zeigt. Der richtige Standort für den Amberbaum In ihrer Heimat stehen Amberbäume auf feuchten, nährstoffreichen Böden entlang der Flussläufe. Daher sollte auch der Standort im Garten nahrhaften Boden besitzen, der aber nicht ganz so feucht sein muss. Der Amberbaum reift dann in den wechselhaften mitteleuropäischen Sommern besser aus. Wichtig für das Ausreifen ist außerdem ein Standort in voller Sonne. Sie ruft gleichzeitig die schönste Herbstfärbung hervor. Von Helga Panten, dpa

dpa-infocom



Sie benötigen Flash Player 9, um den RZ-Video-Player ansehen zu können.
Regioticker
Eventkalender
rz lexikon
Energiesparen