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Neue Sorten: Wein aus dem eigenen Garten

Veitshöchheim/Neustadt Im Sommer bietet ihr saftig-grünes Laub angenehmen Schatten oder verschönert Hauswände.

Im Herbst laden die süßen Beeren zum Naschen ein. Die anspruchslosen Weinreben halten seit einigen Jahren vermehrt Einzug in Hausgärten.

«Das liegt zum einen an einer zunehmenden Experimentierfreude der Hobbygärtner und zum anderen daran, dass es mittlerweile viele neue Sorten gibt, die gegen die wichtigsten Krankheiten - wie Echten und Falschen Mehltau - widerstandsfähig sind», erläutert Gottfried Röll von der Bayerischen Gartenakademie in Veitshöchheim.

Wie alle Obstarten brauchen Reben so viel Sonne wie möglich, damit ihre Früchte gesund und süß werden. «Ein windgeschützter Standort beispielsweise an einer nach Süden oder Südwesten ausgerichteten Hauswand ist ideal», sagt Röll. Selbst ein Südbalkon kann ein guter Platz sein: Im Kübel gezogen ist das Gehölz hier ein prima Sichtschutz und Schattenspender. Erhält die Pflanze hingegen nur Morgen- oder Abendsonne, können nasse Blätter langsamer abtrocknen. Das erhöht die Anfälligkeit für Pilzkrankheiten.

An den Boden stellen Reben keine große Ansprüche. «Sie gedeihen auf allen Bodenarten, die nicht zu viel Kalk enthalten oder zu sauer sind. Ein ph-Wert zwischen fünf und 7,5 ist ideal», erläutert Werner Fader, Agrarwissenschaftler und Autor aus Neustadt an der Weinstraße. Allerdings muss der Boden locker und durchlässig sein.

Zur Kultivierung brauchen Reben einen festen Halt. Das muss jedoch nicht zwingend eine Hauswand oder Gartenmauer sein. Auch am frei stehenden Spalier, einem Lattengerüst, einem Pfahl oder der Pergola am Sitzplatz machen sich die Gehölze gut. «Wichtig ist, dass der Rebstock gut durchlüftet ist», empfiehlt Fader.

Bei der Sortenwahl müssen viele Aspekte berücksichtigt werden. Sie wird zunächst durch das Klima in der Region eingeschränkt. «Es macht keinen Sinn, in Norddeutschland spät reifende Sorten zu pflanzen», warnt Hartmut Schmidt, Betreiber einer Rebschule im bayerischen Obernbreit. «Diese bekommen nur in den Weinbaugebieten ausreichend Sonne, um aromatische Früchte zu entwickeln.» Frostharte und gegen Mehltau widerstandsfähige Sorten sind dagegen eine gute Basis für die Anzucht. «Beim Kauf sollte man unbedingt darauf achten, dass man ein veredeltes Gehölz erwirbt», rät Röll.

Rebstöcke werden am besten im Herbst oder Frühjahr gepflanzt. In das Loch wird der Wurzelballen so hineingesetzt, dass die Veredelungsstelle etwa zwei Zentimeter über der Erdoberfläche ist. «Wenn das Pflanzloch halb mit Substrat verfüllt ist, wird mit vier bis fünf Litern Wasser reichlich angegossen. Dann wird das restliche Loch mit Muttererde aufgefüllt», sagt Schmidt. Werden mehrere Stöcke gesetzt, so ist ein Abstand von 1,5 bis 2 Metern empfehlenswert.

Einmal gepflanzt, braucht ein Rebstock nicht mehr viel Pflege: Einmal im Jahr wird er geschnitten. Dabei ist eine Anleitung aus einem Gartenbuch sehr hilfreich. Ansonsten gilt das Augenmerk den Laubarbeiten: «Geiztriebe werden ausgebrochen. Die übrigen Triebe werden senkrecht in die Unterstützungsvorrichtung eingeordnet und zu lange, hängende Triebe an der Spitze gekappt», rät Fader. Eventuell von Mehltau befallenes Laub sowie überschüssiges Blattwerk in den Fruchtzonen muss abgeschnitten werden, um Fäulnis zu vermeiden. Ab Beginn der Traubenreife halten engmaschige Netze gefräßige Vögel und Wespen fern. Und dann kommt bald die Ernte.

Bayerische Gartenakademie: www.lwg.bayern.de/gartenakademie Widerstandsfähige Traubensorten für den Hausgarten - Muscat bleu: süße blaue Beere mit intensivem Muskatton; kräftiger Wuchs; langes Erntefenster (Anfang bis Ende September)

- Palatina: fruchtig-süße grün-gelbe Trauben; starker, aufrechter Wuchs; Ernte Anfang bis Mitte September

- New York (Lakemont): kernlose, kleine, grün-gelbe Beeren; fein-mildes Aroma; Ernte Mitte bis Ende September

- Angela: sehr große, leicht fruchtige Trauben, sehr späte Reife (Anfang Oktober), nur für Weinbauklima geeignet Von Eva Neumann, dpa

dpa-infocom



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