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Winterschutz für Nässe-empfindliche Pflanzen

Bonn Kälte schreckt Bitterwurz (Lewisia) nicht. Minus 25 Grad Celsius hält er in seiner nordamerikanischen Heimat ohne Weiteres aus.

Aber in Deutschland fällt die Pflanze manchmal schon nach einem milden Winter zusammen.

Den Aurikeln geht es nur wenig besser. Auch Fackellilien, die eigentlich so robuste Dachwurz und viele andere können auch nach mäßig kalten Wintermonaten eingehen. Es ist die Winternässe, die ihnen zusetzt. Sie sind den raschen Wechsel zwischen milden, regenreichen Tagen und oft schneearmer Kälte nicht gewöhnt.

Winter in ihrer Heimat - in den Alpen, in Nordamerika, in den asiatischen Steppen - bedeutet eine dichte, permanente Schneedecke. Sie bildet eine Schutzschicht, unter der zwar eine hohe Luftfeuchtigkeit, aber nie Nässe herrscht. Dort gibt es kein stehendes Wasser zwischen den Blättern und um den Wurzelhals. Fäulnis, wie sie in unseren Wintern so häufig auftritt, stellt sich dort nicht ein. Damit sie auch bei uns überleben, lautet das oberste Gebot: Regennässe fernhalten.

Eine der wichtigsten Voraussetzungen ist ein guter Wasserabzug im Boden. In Gärten mit Sandböden ist das kein Problem. In lehmige Böden lässt sich Kies und Sand einarbeiten, um das Versickern beschleunigen. Grundsätzlich sollten empfindliche Pflanzen etwas erhöht eingesetzt werden, damit das Wasser rasch abfließt. Gute Standorte sind Kiesbeete am Haus und Plätze unter dem Dach oder Balkon, die nicht ständig dem Regen ausgesetzt sind.

Bei schweren Lehm- oder Tonböden kann zusätzlich eine Drainage notwendig sein, die das Wasser mit Schlitzrohren oder Steinpackungen auffängt und in eine Mulde, den Teich oder den Vorfluter ableitet. Trotzdem wachsen Arten wie Fackellilien (Kniphofia), Montbretien (Crocosmia) oder Lilienschweif (Eremurus) besser in großen, mit gut durchlässiger Erde gefüllten Kübeln. Damit sind sie mobil, können im Sommer an gewünschter Stelle im Garten eingesenkt und im Winter an einen vor Regen geschützten Platz gerückt werden.

Empfindliche Gräser wie das elegante Pampasgras (Cortaderia) leiden, wenn Nässe in das Innere der Pflanze, also tief zwischen die Halme dringt. Damit sie gut durch den Winter kommen, reicht es meist, die Halme hoch zu nehmen und zusammen zu binden. Der Regen läuft dann außen herunter.

Ein ähnlicher Schutz vor Winternässe hilft auch winterharten Palmen wie Hanfpalme (Trachycarpus fortunei) oder Zwergpalme (Chamaerops humilis). Dringt Wasser dorthin, wo die jungen Wedel entspringen, und gefriert, kann es das Zentrum regelrecht sprengen. Aus diesem Grund befestigen Palmen-Freunde auch mal einen Regenschirm zwischen den Wedeln. Einfacher ist es, die Wedel locker zum Büschel zusammenzufassen und ein paar Tannenzweige - mit den Spitzen nach unten -, ein Bündel Stroh oder Schilf darum herum zu binden. Auch so wird das Regenwasser abgeleitet. Die Wurzeln sollten mit einer dicken Mulchschicht geschützt werden.

Bei alpinen und dickfleischigen Arten ist der Wurzelhals, also der Übergang zwischen Wurzeln und Trieb, besonders empfindlich. Er bekommt eine Packung aus Sand oder feinem Kies. Sie trocknet rascher ab als der Gartenboden und hält winterharte Kakteen, Mittagsblumen (Delospermum) oder die winterharte Agave (Agave megalacantha) gesund. Bei den meisten Steingartenpflanzen ist das ohnehin sinnvoll. Denn Sand und Kies speichern im Sommer die Wärme gut. Pflanzen, die mit dickfleischigen Rosetten dem Boden aufliegen, wie das bei Dachwurz und Lewisie der Fall ist, können auch schräg oder senkrecht in die Fugen einer Mauer gepflanzt werden. Dort tropft Nässe immer rasch ab.

Wer auf Nummer sicher gehen will, der setzt kostbare Pflanzen wie die Aurikeln entweder in Schalen, Töpfe oder Kübel und stellt sie im Winter an einer regengeschützten Stelle auf. Oder er baut ein lichtdurchlässiges, schützendes Dach. Mit Folie bespannte alte Fenster oder selbst gebaute Rahmen eignen sich dafür gut. Für die Bespannung reicht eine stabile, klare Folie - beispielsweise Meterware von Kristall-Tischfolie. Wärmedämmende Luftpolsterfolie ist nicht erforderlich.

Am Zaun oder vor einer Mauer können die Rahmen wie ein Pultdach in schrägem Winkel die Pflanzung überspannen. Sollen sie Pflanzen mitten im Garten schützen, werden sie flach auf stabile, ausreichend hohe Holzblöcke oder Ziegelsteine gelegt. Damit der Wintersturm sie nicht hochhebt, werden sie mit Erdankern zu den Seiten hin abgespannt.

Wichtig bei allen temporären Schutzbauten ist, dass die Luft unter der Folie zirkulieren kann, damit sich die Wärme nicht staut. Die komfortabelste Lösung ist natürlich ein ungeheiztes Gewächshaus, ein sogenanntes Kalthaus, das die Empfindlichen zuverlässig vor Nässe schützt. Ausreichendes Lüften an sonnigen Tagen ist aber auch hier ein absolutes Muss. Von Helga Panten, dpa

dpa-infocom


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